Wie lange, sagten Sie?

Als Mitglied des Internationalen Controller Vereins e.V. beziehe ich einen wöchentlichen “Njuhslätta”. Dessen für mich wichtigster Teil ist “Controller’s Witz”. Treffend ist der fast immer, nur manchmal lohnt es sich, auf die Treffpunkte genauer einzugehen. Die letzte Version lautet so:

Bewerbungsgespräch mit dem Controller-Kandidaten. Ausbildung und
berufliche Erfahrungen erfüllen offensichtlich perfekt die
Anforderungen. Alle Punkte sind abgehakt, da fragt der kaufmännische
Geschäftsführer: „Sind Sie verheiratet?“
„Nein“, pariert der Kandidat die vermeintliche Fangfrage. „Aber ich tue
trotzdem alles, was man mir sagt.“

Das Familienbild soll jetzt hier nicht das Thema sein. Fragen Sie im Zweifel Frau Herman.

Interessanter erscheint mir die, weil das Einverständnis des Lesers voraussetzende, Annahme zu sein, Menschen würden in einem Unternehmen eingestellt, im das zu tun, was “man” ihnen sage. Diese Annahme mag auf gering qualifizierte Jobs grob gesehen noch zutreffen. Aber spätestens, wenn man sich als Unternehmen gute Fach- und Führungskräfte ins Haus holt, tut man das doch eigentlich weniger, um diese dann doch nur Anweisungen von oben abarbeiten zu lassen. Und Toyota hat gezeigt, dass auch beim angeblich geringsten Arbeiter ein Know-How entsteht, das nicht zu nutzen ein enormer Management-Fehler wäre.

Der scheinbare Widerspruch ist natürlich aufzuklären: Auch Menschen in Führungspositionen haben nicht das Interesse desjenigen im Auge, der sie bezahlt, sondern vor allem ihr eigenes. Und wie das in Hierarchien nun einmal üblich ist, bevorzugt man dort als Mitarbeiter Gefolgsleute und keine unabhängigen Denker. Selbst wenn eine Idee eines “Subalternen” den Aktionären Fantastilliarden bringen würde, wäre sie für den Manager so lange uninteressant, wie er nicht exklusiv die Lorbeeren ernten könnte.

Als Liberaler freut man sich über diese eingebaute Ineffizienz großer Unternehmen.

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5 Kommentare zu “Wie lange, sagten Sie?”

  1. 11.10.2007 | 23:12

    “Aber spätestens, wenn man sich als Unternehmen gute Fach- und Führungskräfte ins Haus holt, tut man das doch eigentlich weniger, um diese dann doch nur Anweisungen von oben abarbeiten zu lassen.”
    Richtig. Nur war meine Erfahrung während meiner Diss, dass sogar eine Vierfachqualifikation gefragt ist. !. Brav tun, was dem Meister irgendwann eingefallen ist. 2. Solange rummachen, bis aus der kruden Idee belastbare Ergebnisse werden. 3. Eigene Ideen verfolgen, die der Meister dann mit “siehste, hab’ ich ja immer gesacht” kommentiert. 4. Bereitschaft, an allem schuld zu sein, was nicht funktioniert hat.

  2. R.A.
    12.10.2007 | 11:30

    Bei den normalen Linienfunktionen mag man ja noch damit leben können, daß Weisungen ohne großen Widerspruch ausgeführt werden.
    Aber wer ausgerechnet beim Controlling nur gehorsam abhakt hat den Sinn dieser Tätigkeit nicht verstanden.

  3. 12.10.2007 | 17:45

    Was ich in meiner Firma, also die die mich aus bildet immer wieder feststelle ist die Wissenslücke zwischen den technischen
    Angestellten und den Kaufleuten. Während die Kaufleute muner planen müssen die TEchniker zusehen wie sie das geplante erfüllen. DAS Probel ist, da die meisten Kaufleute herzlich wenig von Elektrotechnik verstehen und daher schneller planen als “wir ” Technischen hinterherkommen. So haben wir in diesem Jahr 30% mehr Kundenaufträge bekommen. Die Folge das Lager voll, die Lieferzeiten lang und ich höre von meinen Kollegen ständig dass sie sich von den Kaufleute, die die Abteilungen leiten deswegen zur Schnecke machen müssen. Hinzukommen Problem mit Schwesterfirmen im Ausland die Qualität für Nebensache halten und wir die Platinen reparieren müssen. Jedenfalls soll bald ein neues Gebäude bezogen werden, somit dürfte wir dann endlich unsere Linien mit voller Last fahren (d.h. im jetzigen Gebäude würde das die Decke nicht verkraften). Fazit der Umsatz steigt, der Gewinn geht zurück und wir haben um das Pensum zu bewältigen 15 neue Arbeiter eingestellt.

    Fazit: Das Dilbertprinzip funktioniert.

  4. 12.10.2007 | 17:46

    sorry falscher Eintrag

  5. 12.10.2007 | 17:47

    doch nicht und tschuldigung wegen spam kommt niewieder vor versprochen

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