Friedensnobelpreis für Al Gore

Als ich vorgestern gelesen habe, dass Al Gore Favorit für den Friedensnobelpreis war, habe ich das für das übliche, am Ende daneben liegende Stochern im Nebel gehalten.

Jetzt ist es tatsächlich passiert. Das ist unter jedem erdenklichen Aspekt ein Super-GAU.

Der letztlich für die Nobelpreisverleihung ausschlaggebende Film ist nicht sachlich, sondern effekthascherisch. Seine Botschaft ist nicht die des Friedens, sondern des Krawalls und der Zwietracht.

Das Allerschlimmste aber ist: Die Nobelpreis-Juroren greifen damit aktiv in den US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf ein.

Was für eine Schande!

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35 Kommentare zu “Friedensnobelpreis für Al Gore”

  1. R.A.
    12.10.2007 | 11:27

    Wirklich unglaublich.
    Mit “Frieden” hat die Gore-Propaganda sowieso nichts mehr zu tun.

    Und wenn man sich die Liste der Preisträger anschaut muß man jetzt eindeutig sagen, daß das Friedensnobelpreis-Kommitee schon längst nur noch ein peinlicher Haufen ist, der die Vorurteile des linken Stammtischs bedient.

  2. 12.10.2007 | 11:33

    R.A.,

    vor allem, wenn man sich die Liste derjenigen anschaut, die dieses Jahr nominiert waren, ist die Verleihung an Al Gore nur peinlich.

    Eine Verleihung an Rabiya Kadeer zum Beispiel wäre sehr interessant gewesen.

  3. 12.10.2007 | 11:35

    Stattdessen:

    Could Nobel Prize Spur Gore To Run In ‘08?

    If Al Gore Wins the Nobel Peace Prize, Should He Run in ‘08?

    Some Democrats Urge Gore to Run for US President

  4. 12.10.2007 | 11:39

    Aber dafür hat sich das Kommitee wenigstens an die zeitliche Vorgabe Alfred Nobels gehalten. Denn er hatte ja verfügt, dass die Preise diejenigen bekommen sollen, “die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben”. :-)

    Ist aber auch egal, denn Nobel wollte den preis nur eine bestimmte Zeit lang verliehen wissen, weil er, wenn sich bis dahin nichts ändert, glaube, dass die Menschheit dann sowieso verloren sei.

  5. Andreas
    12.10.2007 | 11:48

    “Denn er hatte ja verfügt, dass die Preise diejenigen bekommen sollen, “die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben”.”

    Zumindest die Musikindustrie hatte erheblichen Nutzen von ihm.

  6. 12.10.2007 | 11:48

    [...] Mein aufrichtiges, naja nicht wirklich, Beileid geht demgegenüber an Mirian Wirth von den B.L.O.Gs [...]

  7. 12.10.2007 | 11:55

    Wenn man sich ansieht, wieviele US-Präsidenten und Präsidentschaftskandidaten schon den Friedensnobelpreis bekommen haben, muss das ja ein sehr friedfertiges Land sein…

    Der Nobelpreis für Juristen und Politiker ist keine so clevere Idee gewesen. Ob die überhaupt nach Nobels Sinne einen Nutzen der Menschheit leisten können? ;)

    Nun hat der “Erfinder des Internets” neben einem Oscar eben noch eine weitere Ehrung erhalten. Lustig wird es erst, wenn er tatsächlich in den Präsidentschaftswahlkampf einsteigt und der Schmutzwahlkampf mit/gegen Hillary Clinton weitergeführt wird…

  8. R.A.
    12.10.2007 | 12:07

    @Marian:
    > Eine Verleihung an Rabiya Kadeer zum
    > Beispiel wäre sehr interessant gewesen.
    Danke für die Info – die kannte ich nicht.
    Und richtig, DAS wäre eine gute Entscheidung gewesen.

    Aber immerhin haben sie nicht Schröder genommen …

    Für Gore wird seine Heuchelei jedenfalls immer lukrativer. Schon mit seinen Fonds und dem Film hat er fett verdient, und nun noch die Preissumme.

  9. FG
    12.10.2007 | 12:23

    Das Allerschlimmste aber ist: Die Nobelpreis-Juroren greifen damit aktiv in den US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf ein.

    In wiefern? Glaubt hier irgendjemand ernsthaft, dass er kandidieren wird? Warum um alles in der Welt sollte er sich so eine Tour in die Niederungen noch einmal antun?

    Ich finde die Wahl – wie so manche zuvor – nicht so richtig überzeugend. Aber skandalös ist was anderes.

    P.S. Es sollte nicht unter den Tisch fallen, dass Al nur die eine Hälfte bekommen hat und das IPCC die andere.

  10. FG
    12.10.2007 | 12:24

    Aber immerhin haben sie nicht Schröder genommen …

    Und Kohl zum Glück auch nicht (der ja immerhin offiziell nominiert war).

  11. 12.10.2007 | 12:30

    FG,

    Glaubt hier irgendjemand ernsthaft, dass er kandidieren wird?

    Woran ich nicht ernsthaft glauben kann, ist folgendes: “Nö, ich trete ich als Präsidentschaftskandidat an. Und ich gebe auch keine Wahlempfehlung.”

    Das reicht mir schon, um von einer massiven Beeinflussung des Wahlkampfs zu sprechen.

  12. FG
    12.10.2007 | 12:49

    @ Marian

    Aber dann müsste ja jeder Friedensnobelpreisträger nach der Ehrung zum politischen Eunuchentum übertreten.
    Ich finde, wie gesagt, die Ehrung nicht überzeugend. Aber wenn das Komitee anfängt seine Entscheidung von irgendwelchen Wahlbeeinflussungsüberlegungen abhängig zu machen, dann sollten sie die Veranstaltung vielleicht doch lieber ganz einstellen.

  13. 12.10.2007 | 14:10

    Wieso bekommt eigentlich das IPCC den Nobelpreis? Die wollen doch wissenschaftlich sein, aber unpolitisch. Inwiefern können die sich denn für den Frieden eingesetzt haben?

  14. 12.10.2007 | 14:19

    FG,

    Aber dann müsste ja jeder Friedensnobelpreisträger nach der Ehrung zum politischen Eunuchentum übertreten.

    Das sehe ich nicht so. Es gibt einige Fälle (Brandt, Begin, Peres, Rabin, etc.), wo aktive Politiker ausgezeichnet wurden. Das hat schon ein Gschmäckle; gerade für Brandt war das sicher auch eine willkommene Wahlkampfhilfe. Dann gibt es Fälle, wo Friedensnobelpreisträger Jahre nach der Verleihung (und wohl auch befördert durch den Friedensnobelpreis) in die Politik gegangen sind und sich zur Wahl gestellt haben (Rigoberta Menchú Tum ist gerade erst bei den Präsidentschaftswahlen in Guatemala angetreten, José Ramos-Horta ist seit einem halben Jahr Präsident von Ost-Timor, ein Land, dass es ohne seinen Einsatz vielleicht gar nicht oder noch nicht geben würde). Dagegen habe ich nun überhaupt nichts – im Gegenteil finde ich es sehr mutig, sich nach der Verleihung in die politischen Niederungen zu begeben und für die praktische Umsetzung seiner Ideal die Verantwortung zu übernehmen.

    Aber mitten im Wahlkampf in der wichtigsten Demokratie der Welt ohne Not (die Verleihung allein an das IPCC hätte sogar das Augenmerk viel stärker auf die Sache [Klimawandel] gelenkt, worauf des dem Komitee ja angeblich ankam) einen Politiker auszuzeichnen, der sich eine Kandidatur für die kommenden Wahlen nach wie vor offen hält und auch ohne Nobelpreis im Rücken schon seit Monaten von Anhängern zur Kandidatur gedrängt wird – das lehne ich kategorisch (oder kategorerisch in diesem Fall) ab.

    Aber wenn das Komitee anfängt seine Entscheidung von irgendwelchen Wahlbeeinflussungsüberlegungen abhängig zu machen, dann sollten sie die Veranstaltung vielleicht doch lieber ganz einstellen.

    Das hätten sie schon nach der Verleihung an Arafat tun sollen. Seit heute ist der Preis für mich total entwertet.

  15. micha42
    12.10.2007 | 17:05

    Für Gore wird seine Heuchelei jedenfalls immer lukrativer. Schon mit seinen Fonds und dem Film hat er fett verdient, und nun noch die Preissumme.

    Klar. Zwar hat er bereits angekündigt, die Preissumme zu spenden, aber egal. Zur Not kann man auch das bestimmt noch in einen Vorwurf ummünzen. Denksansatz: der kann sichs eben leisten, der alte Heuchler.

  16. 12.10.2007 | 17:29

    Ich konnte vor allem nicht ganz verstehen, was diese ganze Klimasache mit dem Weltfrieden zu tun hat. Immerhin sollte der “Friedensnobelpreis” doch für irgendwas vergeben werden, was den Frieden unter den Menschen gefördert hat. Weder Al Gore noch das IPCC haben in irgendeiner Art und Weise zum Frieden beigetragen!

  17. 12.10.2007 | 17:32

    Oh Gott – hab grad erst gelesen, dass unser Herr lügender Ex-Bundeskanzler ebenfalls nominiert war! Der soll lieber mal die Parteispendenaffäre aufklären… Das wär ja der Oberhammer gewesen…

  18. 12.10.2007 | 17:32

    Friede-Freude-Eierkuchen-Gore nun aber ausgerechnet vorzuwerfen, er stünde nicht für Frieden, sondern für Zwietracht, schießt aber schon weit daneben. Zwietracht bzw. Diskord ist Grundlage von Debatte, Gores Moralisiererei und Geseier lassen den rollenden Apfel der Zwietracht eher angebissen liegen und braun werden.

  19. 12.10.2007 | 17:55

    ich halte es für sinnvoller den Klimawandel mitzugehen, als ihm entgegen zu wirken (sein wir ehrlich das schaffen wir nicht auch wenn wir jetzt auf fossile Brenstoffe verzichten) sondern wie man mit den Folgen umzugehen hat. Wo sind die Pläne für neue Dämme zum Beispiel um den heftigeren Hochwassern standzuhalten? Wird in eine Waldbrandfrüherkennung investiert? Wie denen geholfen werde die vor dem Meer flüchten müssen wenn es um 2 Meter steigt (Holland fluten ;-P)?

  20. 12.10.2007 | 18:00

    Also wenn man sich die Wirkung bisheriger Nobelpreisvergaben für die Sache der so Ausgezeichneten anschaut, dann ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich groß, dass es zu einer Klimakatastrophe kommt und Gore nie US-Präsident wird.

  21. DDH
    12.10.2007 | 18:03

    Ich halte das für eine weise Entscheidung. Und nächstes Jahr sollte ihn Michael Moore kriegen. Oder – post mortem – Leni Riefenstahl!

  22. 12.10.2007 | 18:16

    @DDH: Leider zündet die Pointe nicht. Tote sind von Nobelpreis explizit ausgeschlossen.

  23. Karl Moritz Tellerrand
    12.10.2007 | 18:41

    Haha, jaja, wie originell: Wir prügeln alle auf Al Gore ein, weil wir sein Klimagefasel nicht mehr hören können.

    Die Tatsache, dass hier noch immer so viele Realitätsverweigerer mit Polemik um sich werfen, nur um ja nicht darüber nachdenken zu müssen, ob es nicht womöglich doch vernünftig wäre, auf das Auto zu verzichten oder wenigstens nicht mehr CDU zu wählen, beweist, dass es richtig und wichtig war, durch die Vergabe des Preises an Gore ein Zeichen zu setzen!

  24. 12.10.2007 | 18:59

    Hm, wenn man sich den Kommentar des Tellerrands so anschaut, dann scheint es ja tatsächlich eine Zielgruppe für Al Gore zu geben.

  25. 12.10.2007 | 19:47

    Naja, ich bin auch kein Freund George W. Bushs, daher ist so ein Nobelpreis für seinen früheren Gegenkandidaten dann schon was zum hämischen Händereiben. *hämischhändereibundhehegackernd* :-)

  26. 12.10.2007 | 20:06

    Zwietracht bzw. Diskord ist Grundlage von Debatte, Gores Moralisiererei und Geseier lassen den rollenden Apfel der Zwietracht eher angebissen liegen und braun werden.

  27. R.A.
    12.10.2007 | 21:10

    @Tellerrand:
    > Wir prügeln alle auf Al Gore ein,
    > weil wir sein Klimagefasel nicht
    > mehr hören können.
    Exakt deswegen – weil es Gefasel ist.

    Zum Thema Klima kann man ja noch kontrovers diskutieren.
    Über die Lügen und die Heuchelei eines Gore nicht mehr.

  28. 12.10.2007 | 22:06

    [...] Wenn ich dann heute beim netten SPD-Frollein von gegenüber, das ich sehr schätze, auch wenn auch sie da irgendwann mal was falsch verstanden hat, Ausrufe wie “was für eine Schande!” lese, dann wirkt das ja schon eher, als hätte ihre Tochter in den 50er Jahren ein uneheliches Kind geboren. Aber wahrscheinlich ist’s nur ironisch gemeint, so kann man sich ja bekanntlich immer retten. [...]

  29. 12.10.2007 | 23:23

    [...] Die Verleihung des _Friedens_nobelpreis 2007 an den Klimahysteriker Al Gore (und den Weltklimarat der UNO) zeigt, dass dieser eigentlich sehr wichtige und angesehene Preis einiges an Ansehen zu verlieren bereit ist. Das sehen auch die bissigen Liberalen so, und Statler weist darauf hin, dass diese Entwertung der Nobelpreise auf die nicht-wissenschaftlichen Kategorien des Nobelpreises beschränkt ist. Recht hat er. [...]

  30. Thomas Wolf
    13.10.2007 | 2:27

    Was ich wirklich, wirklich, wirklich lustig fände, wäre, wenn Gore nächstes Jahr tatsächlich US-Präsident würde und dann drei Wochen nach Amtsantritt erstmal den Iran niederbombt. Da täten aber einige blöd schauen, eieiei.

  31. 13.10.2007 | 10:57

    sowas fändest Du lustig… ?!

  32. 13.10.2007 | 11:11

    @Thomas Wolf

    Also so sehr ich mir solche Gesichter wünschen würde, aber wäre der Preis dafür nicht ein wenig hoch?

    Manchmal ist es sinnvoll, sich vor dem Abschicken eines Kommentars noch einmal genau nachzulesen, was man da eigentlich gerade sagt…

  33. Thomas Wolf
    13.10.2007 | 13:10

    Stimmt schon, ich habe zu flapsig formuliert. Lustig fände ich natürlich nicht das Niederbomben, wohl aber die dummen Gesichter derjenigen, die jetzt meinen, plötzlich bräche der Weltfriede aus, wenn nur Gore Präsident würde und dann feststellen, dass der Mann genauso seine Verantwortung wahrnehmen und die Interessen seines Landes vertreten wird, wie jeder andere vor ihm.

    Was die Sache mit dem Iran betrifft: Ich behaupte mal, dass eine amerikanische Intervention im Iran unter einem Präsidenten Gore keinen Deut unwahrscheinlicher ist, als unter Giuliani oder Paul oder McCain oder Clinton oder Obama oder Edwards, Nobelpreis hin oder her. Wenn es für notwendig erachtet wird, werden die Amerikaner eingreifen, und ob es für notwendig erachtet wird, hängt primär vom Iran ab.

    Lustig fände ich auch zu sehen, welchen Weg ein Präsident Gore im Klimaschutz einschlagen würde. Alle, die glauben, er werde erstmal ganz schnell das Kyoto-Protokoll ratifizieren und überhaupt auf die europäische Linie einschwenken, könnten eine böse Überraschung erleben.

  34. Libertarian
    13.10.2007 | 20:03

    Was anständige Menschen (fast) niemals kriegen:

    1.) Friedensnobelpreis

    2.) Bundesverdienstkreuz

    3.) Aachener Karlspreis

  35. 22.10.2007 | 21:49

    [...] Als Marian seinen (von mir geteilten) Schock über die eine Hälfte der Friedensnobelpreisempfänger diesen Jahres erst einmal bloggerisch verdauen musste, wurde anhand einiger Reaktionen wieder einmal diese Neigung zur Schwarz-Weiß-Denke klar. Wer “für das Klima” ist, muss Gore lieben, wer “Klimaskeptiker” ist, muss ihn hassen, und die Emotionen Gore gegenüber sind somit hinreichend für eine Aussage, wie man zur Klimadebatte steht. [...]

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