15. Oktober 2007
“Prima Klima” dank DDR-Zusammenbruch?
Ein Randaspekt der “Klimadiskussion”, der vielleicht ganz interessant ist. (Nein, nichts von Al Gore - versprochen!)
Bei politischen Ostalgikern, bei einigen antikapitalistisch eingefärbten Ökologisten, aber auch bei Vertretern von Entwicklungsländern ist die Meinung weit verbreitet, dass der überwiegende Teil der Treibhausgas-Reduktionen der letzten Jahre innerhalb der EU dem Niedergang der sozialistischen Volkswirtschaften in Osteuropa und Ostdeutschland zuzurechnen ist. Es hätte seit 1990 gar keine “echte” Reduktion des CO2-Ausstoßes gegeben.
Für Deutschland hat diese Behauptung Anfang der 90er Jahre sogar gestimmt. Inzwischen ist aber die gesamtdeutsche Industrieproduktion größer als die DDR-Produktion und die der alten BRD von 1990 zusammengerechnet. Beim Bereich “Verkehr”, der besonders stark von fossilen Brennstoffen abhängt, gab es im Güterverkehr nur einen kleinen Einbruch (sage ich aus den Gedächtnis mal so; es ist schon eine Weile her, dass ich das im statistische Jahrbuch nachgeschlagen habe). Bei Personenverkehr kann von einem Rückgang nach dem Ende der DDR keine Rede sein, im Gegenteil, es gab einen Motorisierungs-Boom und einen anhaltenden Reiseboom.
Daher dürften die CO2-Einsparungen in Deutschland größtenteils “echt” und dem ernsthaften Bemühen um Reduktion geschuldet sein.
Verfasst von MartinM um 00:25 Uhr in der Kategorie Grundsatzfragen, Umweltpolitik (Trackback)