“Prima Klima” dank DDR-Zusammenbruch?

Ein Randaspekt der “Klimadiskussion”, der vielleicht ganz interessant ist. (Nein, nichts von Al Gore - versprochen!)

Bei politischen Ostalgikern, bei einigen antikapitalistisch eingefärbten Ökologisten, aber auch bei Vertretern von Entwicklungsländern ist die Meinung weit verbreitet, dass der überwiegende Teil der Treibhausgas-Reduktionen der letzten Jahre innerhalb der EU dem Niedergang der sozialistischen Volkswirtschaften in Osteuropa und Ostdeutschland zuzurechnen ist. Es hätte seit 1990 gar keine “echte” Reduktion des CO2-Ausstoßes gegeben.

Für Deutschland hat diese Behauptung Anfang der 90er Jahre sogar gestimmt. Inzwischen ist aber die gesamtdeutsche Industrieproduktion größer als die DDR-Produktion und die der alten BRD von 1990 zusammengerechnet. Beim Bereich “Verkehr”, der besonders stark von fossilen Brennstoffen abhängt, gab es im Güterverkehr nur einen kleinen Einbruch (sage ich aus den Gedächtnis mal so; es ist schon eine Weile her, dass ich das im statistische Jahrbuch nachgeschlagen habe). Bei Personenverkehr kann von einem Rückgang nach dem Ende der DDR keine Rede sein, im Gegenteil, es gab einen Motorisierungs-Boom und einen anhaltenden Reiseboom.

Daher dürften die CO2-Einsparungen in Deutschland größtenteils “echt” und dem ernsthaften Bemühen um Reduktion geschuldet sein.

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3 Kommentare zu ““Prima Klima” dank DDR-Zusammenbruch?”

  1. 15.10.2007 | 14:26

    Sie haben nicht ganz unrecht. Deutschland hätte seine Emissionen nicht reduzieren können, wäre die marode Industrie der DDR nicht wegen ihrer ökonomischen Ineffizienz verschwunden. Insofern stimmt es aus, was du sagst. Glücklicherweise war das miese Verhältnis von Primärenergieverbrauch und Endenergieverbrauch nicht nur eine ökologische, sondern vor allem auch eine ökonomische Katastrophe. Deshalb hat die steigende Wirtschaftskraft auch eine Entlastung der Umwelt mit sich gebracht. Was will man mehr.

  2. 15.10.2007 | 14:35

    Ich bin jetzt zu faul es nachzuweisen. Vielleicht hast Du auch im Ergebnis auch recht, aber Deine Argumentation kann ich nicht nachvollziehen. Die gesamte Industrieproduktion ist jetzt natürlich größer als zuvor, so dass Einsparungen durch mehr Effizienz erreicht wurden. So weit so gut. Aber es ist leichter, eine zunächst völlig ineffiziente Wirtschaft wie die der DDR zu modernisieren als eine die Top in Schuss ist. Wäre die nicht so schrecklich dreckig gewesen, wäre der Rückgang an Co2 Emissionen deutlich geringer.

  3. 16.10.2007 | 19:37

    Etwas anderes hab ich auch nicht sagen wollen. Den Kritikern reicht aber offenbar der Fakt nicht, dass die Modernisierung quasi einen Gratis-Umwelteffekt gebracht hat. Sie beklagen die Tatsache, dass ein Teil der CO2-Einsparung durch eine Zunahme der Wirtschaftskraft kompensiert wurde. Klimaschutzpolitik ist eben für manche mehr als Umweltpolitik… ;-)

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