Neoliberalismus weltweit auf dem Vormarsch

<jammer>Alles wird privatisiert, der Staat wird ausgehungert und zieht sich immer mehr zurück.</jammer>

Schön wär’s.

(via Greg Mankiw)

Ähnliche Beiträge


17 Kommentare zu “Neoliberalismus weltweit auf dem Vormarsch”

  1. 19.10.2007 | 11:54

    Aber für Gejammer der Gegenseite gibt diese Statistik auch nicht viel her, zumindest für Deutschland. 1,4% Steigerung ist ziemlich moderat angesichts einer kostspieligen Wiedervereinigung, die wir zwischenzeitlich zu verdauen hatten.

  2. 19.10.2007 | 12:01

    Das ist richtig. Bei den Zahlen zu Deutschland muss man allerdings im Hinterkopf noch die Sozialversicherungen mitdenken, wo die eigentliche Ausgabendynamik steckt und man die meisten Belastungen der Wiedervereinigung findet, und die auf vielfache Weise mit dem Steuersystem verwoben sind (Zuschüsse aus Steuern einerseits, Übernahme versicherungsfremder Aufgaben andererseits) .

    Ich muss zugeben, dass es mich überhaupt überrascht hat, dass die Steuern bei uns seit 1975 zugelegt haben. Allerdings ist in der Zeit ein paarmal der Umsatzsteuersatz erhöht worden. Ohne das jetzt nachgeprüft zu haben, würde ich deshalb für Deutschland einen Trend gegen die Welt annehmen, also eine Umschichtung von direkten zu indirekten Steuern (jedenfalls in diesem Zeitraum).

  3. 19.10.2007 | 13:14

    …und dann gibt es da ja noch die regulierungsbedingten Kosten des Staates, die in keiner öffentlichen Statistik auftauchen oder erst mühsam aus ihr herausgelesen werden müssen. Bastiat’s Dinge, die man nicht sieht. Über die regt sich die “Gegenseite” viel mehr auf.

  4. 19.10.2007 | 13:16

    Naja, die Dynamik der Kosten für die private Krankenversicherung kennen die Amis auch und die Dynamik der Demographie auf die Rentenversicherung kommt erst noch. Da frage ich mich im Übrigen ob ich da in den nächsten 25 Jahren überhaupt noch arbeiten soll (mal ganz egoistisch betrachtet). Ich glaube es wird für mich keinen Unterschied machen in Bezug auf den Lebensstandard im Alter.

    “im Hinterkopf noch die Sozialversicherungen mitdenken, wo die eigentliche Ausgabendynamik steckt und man die meisten Belastungen der Wiedervereinigung findet” - Beweise? Oder anders gefragt: wenn vor 1990 alle Wessis ihre Rente privat abgesichert hätten und das Umlagesystem schon lange nicht mehr existiert hätte, wäre die Wiedervereinigung dann wirklich problemloser gewesen?

  5. Parker8
    19.10.2007 | 13:17

    Bei den Zahlen zu Deutschland muss man allerdings im Hinterkopf noch die Sozialversicherungen mitdenken

    Die sind darin natürlich enthalten. Willkommen in der Wirklichkeit!

    Die Steuerquote für sich beträgt 21,9 Prozent.

    Interessant ist auch die Position Deutschlands im Steuerwettbewerb der letzten 10 Jahre.

  6. 19.10.2007 | 14:15

    @Parker8

    Danke für den Tipp. Da hatte ich doch zu sehr der New York Times geglaubt (und nur auf die Veränderung, nicht aber die Relation selbst geachtet):

    The report defines taxes as “compulsory, unrequited payments to general government.”

    Auch die offizielle internationale OECD-Pressemitteilung macht das nicht klarer. Erst ein Blick in die deutsche Vorjahres-Pressemitteilung bringt den Hinweis.

    Dann brauche ich mich also nicht mehr zu wundern, dass es diesen Anstieg gab, und auch Klaus auf seine hypothetischen Fragen nicht zu antworten.

    Zur Abrundung des Gesamtbildes fehlt allerdings noch eins: die Staatsverschuldung.

  7. 19.10.2007 | 14:17

    @Klaus

    Du kennst den Unterschied zwischen den Aussagen “Dort stecken die meisten Belastungen der Wiedervereinigung” und “Weil es diese Systeme gibt, war die Wiedervereinigung belastend”?

  8. 19.10.2007 | 14:22

    @SteffenH

    Stimmt, die halte ich auch für bedeutend schädlicher.

  9. Libero
    19.10.2007 | 14:35

    Wisse, oh entrückter Rayson, daß die OECD auch in Berlin vertreten ist

    http://www.oecd.org/document/35/0,3343,de_34968570_34968795_39499043_1_1_1_1,00.html

    Durch hohe Sozialabgaben werden Erwebseinkommen und damit der Faktor Arbeit besonders stark zur Finanzierung staatlicher Aufgaben herangezogen. Gleichzeitig wird die Last auf mittlere und untere Erwerbseinkommen konzentriert. Grund dafür ist, dass Sozialbeiträge durch Beitragsbemessungsgrenzen gedeckelt sind und die Belastung oberhalb dieser Grenzen somit mit zunehmendem Einkommen sinkt.

    Die Einnahmen aus Substanzsteuern (Grund-, Vermögens-, Schenkungs- und Erbschaftssteuer) lagen in Deutschland 2006 stabil bei 0,9 Prozent des BIP und damit bei weniger als der Hälfte des OECD-Schnitts von 1,9 Prozent (2005). Nur Mexiko, Tschechien und die Slowakei, also Staaten mit einem deutlich geringeren Vermögensbestand als Deutschland, sowie Österreich erzielen weniger Einnahmen aus dieser Steuerart.

  10. Carsten Rauschenbach
    19.10.2007 | 15:43

    Was in Deutschland auf dem Vormarsch ist, ist allein der Faschismus: Familienfaschismus (früher “Bevölkerungspolitik”), Kinderverstaatlichungsfaschismus, Volksgesundheits- und Verbraucherschutzfaschismus und Ursula v.d.L.’s Kinder-Gestapo (Jugenschutzfaschismus) gegen unziemliche Genüsse ist auch schon im Anmarsch.

  11. Carsten Rauschenbach
    19.10.2007 | 15:43

    P.S.: Klimaschutzfaschismus!

  12. 19.10.2007 | 16:05

    @Carsten: Inflationäre Nazi-Vergleiche / Faschismus-Vorwürfe bringen nur eines: Entwertung.

  13. FG
    19.10.2007 | 16:10

    Den Nazivergleichsfaschismus nicht zu vergessen!

  14. 19.10.2007 | 19:07

    Sorry, aber das ist absoluter Humbug. Ich weiß nicht was für die OECD Sozialleitungen sind (und ob die weiß, dass es in Deutschland nicht nur einen Bundes-,sondern auch Länder- und Kommunalhaushalte gibt!)

    Nehmen wir doch einfach mal die Zahlen vom Statistischen Bundesamt für 2006: BIP: 2,322 Billionen

    Einnahmen öffentliche Haushalte: 987 Mrd

    Und nun teilen wir die eine Zahl durch die andere und erhalten knapp 43 % !

    (Und selbst das ist noch verharmlosend. Den erstens fehlen im Bundeshaushalt Steuervergünstigungen. Diese müsste man korrekterweise erst als Steuereinnahme verbuchen und dann noch mal aus Subvention unter Ausgaben. Und zweitens ist das Nettoinlandsprodukt die richtige Bezugsgröße!)

  15. Parker8
    19.10.2007 | 23:12

    @Dirk

    Dieser Kontrast bringt jedes Jahr alle konservativen Kommentatoren auf die Palme. Die OECD zieht Subventionen vom Aufkommen ab.

    Die VGR-Quote ist 40. Die würde dann auch in anderen Staaten anders ausfallen.

  16. 20.10.2007 | 0:29

    @Parker8

    Danke. Dann besteht die Differenz zu den von mir ermittelten 42.5 vermutlich nur noch in Pivatisierungserlösen und Kleinigkeiten. Finde ich aber sehr seltsam. Ziehen die auch noch andere Ausgaben von den Einnahmen ab? Theoretisch könnte man ja so, als Staat der sich netto verschuldet - auf eine negative Steuer- und Abgabenbelastung kommen. Sollte man im übrigen auch immer drauf hinweisen. Wieso um alles in der Welt steht in den wenigsten Statistiken eine Definition der aufgelisteten Größen?

    Ärgerlich finde ich übrigens auch, dass ich für OECD Studien nochmal Geld bezahlen soll. Erst werden die von meinem Steuergeld erstellt, als öffentliches Gut, und dann kann ich sie nicht einfach von meinem PC herunterladen, sondern muss irgendeinen komplizierten Weg über die Universität nehmen. Wem bringt das was?

  17. R.A.
    22.10.2007 | 11:05

    Die falschen Zahlen kommen nicht original von der OECD, die stellen ja nur zusammen, was die nationalen Finanzämter liefern.

    Und seit Eichel wird bei der deutschen Steuerquote systematisch gelogen und es werden zu niedrige Zahlen gemeldet.

    Dazu kämen noch die Milliarden, die offiziell nicht als Steuern gelten, obwohl sie genauso funktionieren (GEZ, Stromsubventionen …).

    Auch ohne die Sozialabgaben ist die deutsche Steuerbelastung also recht hoch, Steuern und Abgaben zusammengerechnet kommt man auf eine Staatsquote von deutlich über 50%, das ist weltweit ziemlich Spitze.

Bad Behavior has blocked 1947 access attempts in the last 7 days.