Belohnung

Es ist ein guter, alter liberaler Reflex, Politiker ins Visier zu nehmen und ihnen alle möglichen und unmöglichen niederen Beweggründe zu unterstellen, die Bürger auszubeuten und zu knechten. Der Parteitag der SPD dürfte aber gezeigt haben, dass Abneigung gegen individuelle Freiheit viel tiefer verwurzelt ist. So tief, dass die sogenannte “Basis” ihr Spitzenpersonal an Gängelungslust mit großer Leidenschaft zu übertreffen versucht. Ich verstehe das: Wer sich lange Zeit in den Niederungen des Parteilebens strebend bemüht, der will davon endlich auch mal davon etwas haben, was die Politik in diesem Staat zu bieten hat: Macht über andere Menschen.

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22 Kommentare zu “Belohnung”

  1. 28.10.2007 | 17:01

    Ich glaube, da irrst du dich: Es ist weniger Machtgier als vielmehr das - typisch deutsche - Verlangen, anderen zu zeigen, was gut für sie ist. Das ist weniger Macht- als Sendungsbewußtsein.

  2. 28.10.2007 | 18:47

    Ich weiß nicht, ob bei Busfahrern oder Zeugwarten Sendungsbewusstsein vorliegt, wenn sie einem gnadenlos ihre Macht vorführen und uns gnadenlos sitzenlassen, wann wir und nicht minutiös an ihre Zeiten halten. Nach meiner Beobachtung ist das menschentypisch. Wenn man eine Formalität erlassen kann, wird man es tun. Und auf ihr auf Teufel komm raus beharren, wenn man es sich leisten kann.

  3. 28.10.2007 | 18:58

    Sendungsbewusstsein ist natürlich keine notwendige Bedingung für die Lust an der Machtausübung. Aber vielleicht eine hinreichende.

  4. 28.10.2007 | 20:49

    Der Intelligent Designer Kurt Beck will ja auch unser Land gestalten

  5. 28.10.2007 | 21:13

    Dafür haben die Sozis (ich finde die schlimmer als die Kommunisten. Letztere sind wenigstens keine Spießer. ) endlich die Frage geklärt, was Freiheit ist. Im Hamburger Programm schreiben sie Gerechtigkeit sei gleiche Freiheit für alle. Sprich: Freiheit ist Kohle. Natürlich ein sehr materialistisches und auf das “Ökonomische” reduziertes Verständnis. Aber so sind sie halt.

    Oder doch nicht? Tut man den Sozen mit dieser Interpretation Unrecht? Was, wenn Freiheit für sie mehr ist. Nun wollen sie ja auch Gerechtigkeit und dazu muss nun die Freiheit irgendwie umverteilen. Und da fällt als erstes auf, dass die Krankenschwester mit ihrem Kleinwagen auf der Autobahn längst nicht so schnell fahren kann, wie der Chefarzt….

  6. Spruance
    29.10.2007 | 7:54

    Dirk! Wenn Kommunisten keine Spießer sind, dann war Honnecker wohl ein Liberaler?

  7. 29.10.2007 | 8:51

    Kommunisten sind Spießer, die nicht so lang fackeln wie die Sozen.

    ;-)

  8. FG
    29.10.2007 | 8:59

    @ Volker
    Das einzige wirklich typisch deutsche, das ich kenne, ist die formulierung “typisch deutsch”.

  9. 29.10.2007 | 9:11

    Der Smily unter meinem letzten Beitrag ist im Grunde deplatziert.

  10. 29.10.2007 | 9:44

    @FG:

    Das einzige wirklich typisch deutsche, das ich kenne, ist die formulierung “typisch deutsch”.

    Full ack.

  11. 29.10.2007 | 10:25

    Boche,

    Der Smily unter meinem letzten Beitrag ist im Grunde deplatziert.

    Ich wollte mich gerade beschweren.

    Das einzige wirklich typisch deutsche, das ich kenne, ist die formulierung “typisch deutsch”.

    Full disagreement. Wenn das zuträfe, dann wäre es unüblich, von Angehörigen anderer Nationen die Wendung “das ist typisch deutsch” und/oder “das ist typisch für mein Land” zu vernehmen. Nach meiner Erfahrung können Nicht-Deutsche gar nicht schnell genug darauf zu sprechen kommen, was sie für “typisch deutsch” halten und sind im Gegenzug gerne bereit, bestimmte Verhaltensweisen als typisch für ihr Herkunftsland zu bezeichnen. In beiden Fällen ist das übrigens völlig unabhängig davon, ob es sich um positive oder negative Verhaltensweisen handelt. Menschen vergleichen und kategorisieren halt gerne. Und die Kategorie “Nation” ist dabei immer noch erste Wahl, ob einem das passt oder nicht.

  12. FG
    29.10.2007 | 10:50

    @ Marian

    Aber ich bezweifle, dass die Formulierung “typisch xy” (mit xy = jeweilige Nationalität des Formulierenden) In anderen Ländern so häufig dazu benutzt wird, sich selbst moralisch über einen mehr oder minder großen Teil der Mitnationalitätsinhaber zu erheben.
    Die Nutzung einer solchen Phrase als Werkzeug der Selbstironie, wie ich es z.B. bei vielen Briten schätze, ist in Deutschland eher selten.

  13. 29.10.2007 | 11:21

    Eben. Fiel mir mal bei einer Phototour auf Sylt auf, wo ich innerhalb von zwei Tagen mindestens zehn Mal diese Phrase gehört habe für alles was murksig war.(Unfreundlicher Kellner? Typisch Deutsch. Hundehaufen nicht weggemacht? Typisch deutsch. Im Nichtraucherabteil rauchen? Typisch deutsch. Im Halteverbot parken? Typisch deutsch.)

    Da habe ich dann auch beschlossen, dass das dieses “typisch deutsch” für alles was nicht passt die einzig tatsächlich “typisch deutsche” Angewohnheit ist. Der Rest sind Sachen die du in jeder Nation erleben wirst.

    Boche, dazu kommt der Unterschied “typisch deutsch” von jemandem aus der Außenbetrachtung hat automatisch einen anderen Kontext als “typisch deutsch” von jemandem der selbst Deutscher ist und sich darum von seinen Landsleuten abgrenzen will indem er zeigt, dass er “typisch deutsche” Verhaltensmuster als spießig und kleinbürgerliche erkennt und sie darum ablehnt. Ohne zu merken, dass er damit selbst in eines dieser “typisch deutschen” Verhaltensmuster fällt.

  14. 29.10.2007 | 11:22

    Sorry, Marian meinte ich natürlich. Nicht Boche. (Wobei, hier sind ja eh alle Boche wie wir schon feststellten… insofern…)

  15. 29.10.2007 | 11:39

    Ich fühl mich geehrt.

    Aber: Hier gibt es nur einen Boche. Ich wehre mich ausdrücklich gegen jede Ver-Kollektivierung! ;-)

  16. R.A.
    29.10.2007 | 12:19

    Natürlich gibt es Verhaltensweisen, die “typisch deutsch” sind.
    Was weder heißt, daß alle Deutschen sich so verhalten, noch daß man dieses Verhalten nicht auch in anderen Ländern finden könnte.

    Neben den historischen und kulturellen Traditionen ist es m. E. alleine schon die Sprache, die gewisse Verhaltensmuster vorformt.

    Die “typisch angelsächsische” Art des lockeren akademischen Vortrags hat m. E. deutlich damit zu tun, daß Englisch dafür so viel besser geeignet ist als das Deutsche.

    Während umgekehrt die “typisch deutsche” Grundsatzdiskussion mit ausformulierten Definitionen den Engländern deswegen so schwer fällt, weil ihre Sprache nicht präzise genug ist.

  17. FG
    29.10.2007 | 12:59

    @ R.A.
    Ich habe gar nicht bestritten, dass es “tyisch deutsche” Verhaltensweisen gibt. Ich habe ja sogar ausdrücklich auf eine hingewiesen ;-)

  18. 29.10.2007 | 13:18

    FG,

    In anderen Ländern so häufig dazu benutzt wird, sich selbst moralisch über einen mehr oder minder großen Teil der Mitnationalitätsinhaber zu erheben.

    Dann habe ich es falsch verstanden.

    Björn,

    ich bin nur ein halber Boche, ätsch.

    Im übrigen habe ich festgestellt, dass es sehr viel Spaß machen kann, sich an den falschen Kommentator zu wenden. Das führt zu Verwirrung und entkrampft die Diskussion. Ich denke, ich werde die bewusste Fehladdressierung meinem Besteckkasten taktischer Blogger-Werkzeuge hinzufügen.

  19. 29.10.2007 | 13:32

    Dann füg mal, Rayson.

  20. 29.10.2007 | 13:54

    @Boche:

    Das ist wie mit dem Papst. Also kommt hier bald die Riesenschlagzeile:

    “WIR SIND BOCHE!” ;)

  21. 29.10.2007 | 13:56

    @Karsten:

    Alles schon gegeben

  22. 29.10.2007 | 14:00

    Jetzt ahne ich, wie sich Ratzinger gefühlt haben muss…
    ;-)

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