Bildungsauftrag

Zu dem, was in diesem Land unter Bildung verstanden wird, scheint offensichtlich zwingend eine gründliche Ignoranz ökonomischen Wissens zu gehören.

Dass eine unserer sozialdemokratischen Parteien in ihren Beschlüssen von “Steuervorteilen für Dienstwagen” faselt, kann man ja noch als den üblichen ideologischen Müll durchgehen lassen. Aber dass die Medien diesen Murks kritiklos nachbeten, von der FTD bis zur hochheiligen “Tagesschau”, die sich beide sogar nicht entblöden, den Begriff “Privileg” zu verwenden, lässt vor allem auf eins schließen:

Kenntnisse über wirtschaftliche Zusammenhänge würden nur stören bei der [umwelt|sozial]politischen Rechtfertigung des Auslebens von Neidgefühlen.

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6 Kommentare zu “Bildungsauftrag”

  1. Karl Moritz Tellerrand
    28.10.2007 | 19:55

    Hmmm… Dass “Steuervorteil” und “Privileg” die falschen Wörter sind, mag ja sein angesichts dessen, dass Dienstwägen einfach nur wie jede andere Firmeninvestition abgesetzt werden können.

    Aber mit dem “Ausleben von Neidgefühlen” hat es auch rein gar nichts zu tun, wenn man versucht, über die Besteuerung Einfluss darauf zu nehmen, welche Autos als Dienstwägen gekauft werden. Es müssen ja nicht immer die fetten Dreckschleudern sein, wie sie derzeit die gewerblichen Neuzulassungen dominieren.

  2. 28.10.2007 | 20:03

    Aber mit dem “Ausleben von Neidgefühlen” hat es auch rein gar nichts zu tun, wenn man versucht, über die Besteuerung Einfluss darauf zu nehmen, welche Autos als Dienstwägen gekauft werden.

    Allein, dass man auf die Idee kommen kann, Firmen die Art ihrer Dienstwagen vorzuschreiben, lässt tief blicken.

    Meinetwegen soll man die Steuern auf Benzin oder CO2-Ausstoß verdoppeln. Das wäre umweltpolitisch vielleicht sinnvoll. Ich sage bewusst “vielleicht” deswegen. Aber diskretionär ausgerechnet da einzugreifen, wo sich der Neid austobt, das spricht Bände.

  3. jopa
    29.10.2007 | 15:00

    Ad: KMT

    Die “fetten Dreckschleudern” sind gar nicht mal solche Dreckschleudern, sondern zumeist eher Fahrzeuge der oberen Mittelklasse (MB-E, BMW 5er, etc.), häufig mit Dieselantrieb, darüberhinaus im Allgemeinen auch nicht allzu alt (vielleicht 2-3 Jahre, da häufig Leasingfahrzeuge). Diesel, modern - insgesamt dürften sich die Emissionen dieser Kfz gar nicht so dramatisch darstellen. Manch’ 15 Jahre alter Studentengolf ist eine erheblich schlimmere “Dreckschleuder”. Nach dessen Beseitigung ruft aber keiner, was wieder zeigt, daß die ökologischen Argumente in der Debatte dann doch nicht die ausschlaggebenden sind…

  4. R.A.
    29.10.2007 | 15:29

    Ich finde es gut, daß die SPD mal über die Privilegien ihrer Minister-Dienstwagen nachdenkt.
    Mehr “Steuervorteil” als ein komplett aus Steuergeldern finanzierter Wagen ist ja wohl kaum denkbar.

    Und daß der Dienstwagenpark der Bundesregierung unter rot/grün umweltfeindlich aufgestockt wurde ist ja wirklich ein Ärgernis.

    Oder habe ich da was falsch verstanden?

  5. FunkyAlfonso
    29.10.2007 | 17:34

    @ R.A.:

    Ich kann mich leider nicht mehr genau an die geistreiche Antwort unseres geschätzen Umweltministers auf die Frage, wie er eigentlich den CO2-Ausstoß seiner Dienstreisen mit Benz und Flugzeug rechtfertigt erinnern…
    …es war aber etwas in der Richtung “der wichtigste Mensch der Welt darf das natürlich schon”.

    Im übrigen kann ich Rayson nur Recht geben.

    Der Klimahype ist für die Politik die lang ersehnte Blanko-Rechtfertigung zur Durchsetzung jeder noch so absurden Steuer.

    -FunkyAlfonso

  6. R.A.
    30.10.2007 | 10:49

    > …es war aber
    > etwas in der
    > Richtung “der
    > wichtigste Mensch
    > der Welt darf das
    > natürlich schon”.
    Interessant.

    Über den haben wir auch in Gummersbach etwas gehört.

    Denn das ist immerhin derselbe Minister, der vor Gericht argumentierte, er wäre keine Person des Zeitgeschehens (d.h. er wäre eine unwichtige Nebenfigur), um einen kritischen Blogger (und Parteifreund!) mundtot machen zu können.

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