Hoffnungsschimmer

Die SPD wird unter Beck wieder stärker Beglückungs-, Bevormundungs- und Verteilungspartei (Setzt sie damit dem SED-Spuk ein Ende? Und wäre eine sozialistischer werdende SPD besser als eine vernünftigere, die von Hardcore-Sozialisten vor sich her getrieben wird?). Vielleicht wird sie damit ja wieder Alleinvertretungsberechtigte des linken, antikapitalistischen Mehrheitsgefühls.

Und die Union? Sollte sie tatsächlich die Wende zu liberaleren Inhalten schaffen? Sieht ja fast so aus.

Zum Thema einer privaten Arbeitslosigkeitsversicherung stieß ich letztens in diesem Artikel des Blogs “Wirtschaftliche Freiheit”auf jenes interessante Konzept (PDF) aus der Reihe “Kieler Studien” des Springer-Verlags.

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11 Kommentare zu “Hoffnungsschimmer”

  1. 29.10.2007 | 12:22

    Meiner Meinung nach Es braucht weder eine Zusatzversicherung noch eine private AV, sondern einen gestaffelten Beitrag zur AV. Die die lange nicht arbeitslos waren zahlen einen geringeren Prozentsatz. Könnte man momentan problemlos einführen da die AV ohnehin auf einen Berg Überschüsse sitzt. Gut, wäre wahrscheinlich etwas spät für eine solche Maßnahme da wir den Zenit des Aufschwungs schon überschritten haben.

  2. R.A.
    29.10.2007 | 12:56

    Ausnahmsweise mal ein interessanter Artikel auf SpON, und sogar ausgerechnet von Gabor Steingart!

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,514071,00.html

    Dieses Konzept, daß Wähler nicht nur nach ihrer gegenwärtigen Situation entscheiden, sondern auch nach ihrer gewünschten - das ist wirklich interessant.

  3. R.A.
    29.10.2007 | 13:00

    Eine Versicherung ausgerechnet gegen Arbeitslosigkeit ist eigentlich eine ziemlich dumme Idee, das würde auch privatisiert kaum einer machen.

    Versicherungen sind sinnvoll gegen Schäden, deren Eintreten man nicht wirklich beeinflussen kann und die die eigene finanzielle Leistungsfähigkeit deutlich strapazieren oder gar überschreiten.

    Sowohl das Risiko als auch das Ausmaß (also die Länge) eines Schadens durch Arbeitslosigkeit ist dagegen sehr stark persönlich beeinflußbar, es wird daher immer eine sehr hohe Mißbrauchsmöglichkeit geben, das drückt im Schnitt auf die Leistungen bzw. macht die Prämien teuer.

    Es ist letztlich immer viel sinnvoller, monatlich eine gewisse Summe anzusparen, die dann im Fall eines Falles als Finanzreserve dient, bis man wieder einen Job hat.

  4. 29.10.2007 | 13:12

    @Klaus

    Meiner Meinung nach Es braucht weder eine Zusatzversicherung noch eine private AV

    Dich wird es nicht überraschen, dass ich hier der Meinung bin, dass nicht private Vorsorge sondern staatlicher Zwang seine Existenz begründen muss.

    @R.A.

    Der SPON-Artikel ist originell im gewählten Gedankenbild. Aber ist er auch realistisch? Wenn die Mehrheit “rechts” ihrer derzeitigen Lage wählt - wie kommt es dann zu den offensichtlich linken Mehrheiten im Lande?

    Was die private AL-Versicherung angeht: Hast du die Studie gelesen, die ich verlinkt habe? Da wird auch etwas zu den Dingen gesagt, die du als Grundlage deines Zweifels anführst.

  5. 29.10.2007 | 13:27

    @ Boche
    Ok, mein Fehler. Ich hätte mich präziser ausdrücken müssen. Es geht mir natürlich nicht darum was Liberale sich vom Weihnachtsmann wünschen sondern um das was eine Regierung mit einer Kanzlerin Merkel realistischerweise durchsetzen könnte ;-)

  6. 29.10.2007 | 13:29

    @Klaus

    Dann hast du dich aber nicht unpräzise sondern falsch ausgedrückt.

    Aber gut, mir ging es tatsächlich eher um die Diskussion des möglicherweise Sinnvollen als des derzeit vielleicht Machbaren.
    Nicht, dass Letzteres nicht auch zu Diskutieren wäre.

  7. 29.10.2007 | 13:35

    Hört sich an als ob das Sinnvolle nicht machbar wäre … ist es dann noch sinnvoll?

  8. 29.10.2007 | 13:48

    Was du heute nicht kannst besorgen, verschiebe dann auf Morgen.

    Und bleib mir mit dem Sick vom Halse…! ;-)

  9. 29.10.2007 | 13:55

    R.A.,

    ach, interessant sind die meisten SpOn-Artikel ;-).

    Mir scheint, dass dem guten Gabor sein gegenwärtiger Aufenthaltsort zu Kopf gestiegen ist. Für die USA ergibt sein Gleichnis einen Sinn - für Deutschland überhaupt nicht.

    Ich bin ja mal gespannt, wie Du die Frage von Boche (dem Einzigen) beantworten wirst; ich beantworte sie jedenfalls so:

    Deutsche Wähler wählen die Parteien, die ihnen am meisten versprechen. Und wenn sie die Wahl haben zwischen einem garantierten Anspruch (dessen Finanzierung sie nicht nachprüfen wollen) und einer ungewissen Hoffnung - dann wählen sie den Anspruch. Was ich hab’, das hab’ ich.

    Und im Moment sind die Versprechen links halt um einiges blumiger. (Sozialstaat erhalten, Globalisierung gestalten, Umwelt bewahren)

  10. R.A.
    29.10.2007 | 14:31

    @Boche (& Marian):
    > Wenn die Mehrheit
    > “rechts” ihrer
    > derzeitigen Lage
    > wählt - wie kommt
    > es dann zu den
    > offensichtlich
    > linken Mehrheiten
    > im Lande?
    Erstens sehe ich keine “offensichtlich linke” Mehrheit im Lande - die BTW wurde stark durch Sondereffekte beeinflußt und in den Ländern dominiert “rechts”.

    Zweitens bedeutet die Steingart-These nicht automatisch, daß es zu einer politisch rechten Mehrheit kommt.
    Sondern nur, daß die Wahlergebnisse etwas rechter sind als die sozialen Verhältnisse der Wähler vermuten ließen.
    Man könnte schon sagen, daß eine sehr breite Mehrheit der Wähler eigentlich “kleine Leute” sind, d.h. mit einer SPD-Politik besser fahren müßten.
    Bzw. CDU und FDP dürften eigentlich nur 20-30% kriegen.

    Und dann gibt es natürlich gegenläufige Effekte, z. B. das schlechte Gewissen diverser Gutverdiener, die dann links wählen.

    Ich glaube nicht, daß Steingart hier eine bahnbrechende Theorie über das Wahlverhalten aller Deutschen gefunden hat.
    Und für eine bestimmte Wählerschicht scheint mir seine These plausibel.

    > Hast du die
    > Studie gelesen,
    > die ich verlinkt
    > habe?
    Nur den Artikel darüber.
    Und dem wollte ich widersprechen: Die ALV muß nicht verändert, sondern abgeschafft werden.

    Meine private Erwartung ist ohnehin die, daß wir auf eine Gesellschaft zusteuern, wo es keine echten Anstellungsverhältnisse mehr gibt, sondern nur noch “Selbständigen-artige” Leistungsverträge.

    Da werden solche Fragen dann obsolet.

  11. 29.10.2007 | 14:41

    @R.A.

    Was du zur Steingart-These schreibst, ist tatsächlich recht schlüssig. Allerdings müssten sich die Lebensverhältnisse der Menschen ja in den letzten Jahren deutlich verschlechtert haben, wenn die Politik nach links rücken muss, um Erfolg zu haben.

    Die ALV muß nicht verändert, sondern abgeschafft werden.

    Abschaffen als staatliche Zwangsversicherung - das kann man gern fordern. Gegen eine private, freiwillige Alternative kann man als Liberaler aber eigentlich kein Argument finden, oder?

    Meine private Erwartung ist ohnehin die, daß wir auf eine Gesellschaft zusteuern, wo es keine echten Anstellungsverhältnisse mehr gibt, sondern nur noch “Selbständigen-artige” Leistungsverträge.

    Das sehe ich für die von mir zu überschauende Zeit nicht kommen.

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