30. Oktober 2007
Memorial und die Opfer des Stalinismus
Arsenij Roginskij und seine Mitstreiter von der Moskauer Menschenrechtsorganisation Memorial, verankert in den Dissidententraditionen der Sowjetzeit, haben sich stets als die Anwälte sowjetischer Repressionsopfer empfunden. Jetzt, zum 70. Jahrestag der größten Verfolgungswelle unter dem Stalin-Regime, wollen sie den Opfern ihre Namen zurückgeben - in Zeiten, in denen in Russland wieder öfter die, wie es heißt, “positiven Seiten” der Stalin-Ära betont werden. Roginskij:
“Allein in Moskau sind in den Jahren 1937/38 über 33.000 Menschen erschossen worden. Nicht eine einzige Gedenktafel in dieser Stadt erinnert an sie! Nicht eine einzige! Wenn wir heute die Namen nennen, dann tun wir dies stellvertretend für diese fehlenden Gedenktafeln. Alle 30 Sekunden fällt das Wort: ‘Ras’strelen’ - ‘Erschossen!’- Das soll an die Rechtlosigkeit erinnern. Und nur wenn wir das tun, wird uns klar werden, wie dringend wir einen Rechtsstaat benötigen”.
(Ausschnitt aus: Den Opfern wieder einen Namen geben. Die schwierige Erinnerung an den Stalin-Terror in Russland. Von Robert Baag, Deutschlandradio. Links hinzugefügt, M.W.)
Die Enkelin Nikita Chruschtows hält Wladimir Putin langfristig für gefährlicher als Stalin, den vollkommenen Einzelgänger.
P.S.: Darf Stalin in Peking weinen? - Stalin darf nicht weinen
Verfasst von Marian Wirth um 23:52 Uhr in der Kategorie Grundsatzfragen, International (Trackback)