Tarifautonomie

Tatsächlich wäre es besser, wenn wir mit dem Güterverkehr die Wirtschaft treffen könnten, die auf pünktliche Lieferungen angewiesen ist.

Lokführer, “GDL-Aktivist” und “nebenamtlicher” Betriebsrat Silvio Venturelli in “DER SONNTAG” (kostenlose Sonntagszeitschrift der BNN) vom 04.11.2007, Seite 9.

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94 Kommentare zu “Tarifautonomie”

  1. 4.11.2007 | 17:11

    Ich habe nun schon oft gelesen, dass ein Streik im Güterverkehr für die GDL schneller zum Erfolg führen würde, weil die betroffenen Unternehmen starken Druck auf die Bahn ausüben würden.

    Allerdings würden diese Unternehmen damit einer Gewerkschaftsstrategie Vorschub leisten, die wohl nicht so sehr in deren Interesse ist. Ob diese Unternehmen nun so kurzsichtigt sind, sich selber ein Kuckucksei in’s Nest zu legen ?

  2. 4.11.2007 | 17:27

    Da durch einen Streik im Güterverkehr sowohl die Bahn als auch die belieferten Unternehmen erheblich geschädigt werden halte ich selbiges durchaus für möglich. Die Unternehmen könnten gegebenenfalls(zu mindestens meines Wissens nach, falls nicht so bitte ich um Korrektur), sogar die Bahn auf Schadenersatz verklagen.

  3. 4.11.2007 | 17:54

    Kurz”sichtig” vielleicht nicht, aber wie sagte Keynes doch mal: “In the long run, we are all dead.” Will sagen, wenn kurzfristig die Katastrophe droht, kann man sich weise Voraussicht nicht leisten.

  4. 4.11.2007 | 18:01

    Hatte ich schon erwähnt, dass ich mit dem Tarifkartell selbstverständlich auch das Streikrecht abgeschafft sehen möchte?

  5. 4.11.2007 | 18:03

    Verfassungsfeind!

  6. 4.11.2007 | 18:19

    Verfassungsänderungsfeind!

  7. 4.11.2007 | 18:22

    Artikel 19, Absatz 2 macht Verfassungsänderungsfeinde zu wahren Verfassungsfreunden.
    Wo kämen wir denn dahin, wenn wir das Hehre und Reine der Beliebigkeit anheim gäben?

  8. 4.11.2007 | 18:54

    Ja. Das stimmt.

  9. 4.11.2007 | 18:58

    Elender Liberaler! Nein, sogar NEO-Liberaler.

  10. 4.11.2007 | 19:42

    Gehen wir vor die Tür und klären das wie Männer.

  11. Lina
    4.11.2007 | 20:09

    Bevor Sie gehen eine Zwischenfrage aus dem Hintergrund: Wie kommen Sie dazu, sowohl Streik- wie Tarifrecht abschaffen zu wollen? Mehr denn je werden sie gerade in lausigen neoliberalen Zeiten gebraucht.

    Wie - es ist mir ein Rätsel - kommt man als liberaler Menschenfreund oder menschenfreundlicher Liberaler überhaupt auf so einen Gedanken? Ich gehe davon aus, dass Sie ein solcher sind - und kein misanthropischer Freak. - Nur Provokation? Ich will es glauben.

  12. 4.11.2007 | 20:12

    @Lina

    Ich weiß nicht, ob Boche nicht schon draußen ist. Aber ich weiß, warum er weder Streik- noch Tarifrecht mag: Liberale haben etwas gegen Kollektivlösungen und Kollektivaktionen, in denen die Bedürfnisse des Einzelnen nicht zur Geltung kommen.

  13. 4.11.2007 | 20:18

    Bevor Sie gehen

    Bin schon wieder zurück. Rayson hat kurzen Prozess mit mir gemacht.

    Wie … kommt man als liberaler Menschenfreund oder menschenfreundlicher Liberaler überhaupt auf so einen Gedanken?

    Sie sehen mich verwirrt: Die gedankliche Assoziation von Menschenfreundlichkeit und Streikrecht oder Flächentarifen will mir bei aller Mühe einfach nicht gelingen.

  14. 4.11.2007 | 20:24

    Rayson hat kurzen Prozess mit mir gemacht.

    Dabei war ich noch gar nicht draußen ;-)

  15. 4.11.2007 | 20:43

    Liberale haben etwas gegen Kollektivlösungen und Kollektivaktionen, in denen die Bedürfnisse des Einzelnen nicht zur Geltung kommen.

    Also sorry, aber Liberale haben an sich doch überhaupt kein Problem mit Gewerkschaften und deren Interessenvertretung. Gefährlich wird es, wenn Tarifverträge flächendeckend erzwungen werden.
    Boches Aussage halte ich dennoch für unliberal. Da hat Lina recht. Auch die Assoziationsfreiheit ist ein liberales Freiheitsrecht.

    Hier z.B. ein wunderbar liberaler gewerkschaftlich organisierter Streik.

  16. 4.11.2007 | 20:49

    @Christian

    Liberale haben an sich doch überhaupt kein Problem mit Gewerkschaften und deren Interessenvertretung

    Ich auch nicht.

    Gefährlich wird es, wenn Tarifverträge flächendeckend erzwungen werden.

    Sag ich ja.

    Boches Aussage halte ich dennoch für unliberal. Da hat Lina recht. Auch die Assoziationsfreiheit ist ein liberales Freiheitsrecht.

    Ja, und? Habe ich das in Frage gestellt?

    Dein wunderbar liberaler (ist “liberal” für dich eigentlich ein Synonym für “cool”?) Streik hat, so weit ich das Englisch richtig verstanden habe, einen kleinen Unterschied: Die Taxifahrer stellen als Unternehmer die Arbeit ein. Sie brechen offensichtlich keine Verträge.

  17. Opi
    4.11.2007 | 21:15

    Also Kinder ich muß schon sagen.
    Habe Euer B.L.O.G. erst vor ein paar Tagen entdeckt und …
    … bin begeistert :)

    Auch wenn ich die vorsätzliche Schädigung Dritter durch die GDL-Leute als pervers empfinde.

  18. 4.11.2007 | 21:25

    @Christian Hoffmann

    Also sorry, aber Liberale haben an sich doch überhaupt kein Problem mit Gewerkschaften und deren Interessenvertretung.

    So pauschal würde ich das bestreiten. Liberale haben sicher kein Problem damit, dass sich Gleichgesinnte zusammenschließen, um ihre Interessen zu vertreten. Aber institutionalisierte Vertragsverletzung als liberales Prinzip - sorry, damit hätte ich meine Probleme.

    Und was “Kollektivlösungen und Kollektivaktionen” angeht, so sind die selbstverständlich auch dann in Ordnung, wenn sie nur Beteiligte bzw. Interessensgleiche betreffen. Aber genau den Mangel daran hatte ich in der Formulierung meiner ablehnenden Aussage ja auch zur Bedingung gemacht.

    @Opi

    Ich kann deine Begeisterung verstehen, aber nicht die Einschränkung, da die in ihr enthaltene Aussage z.B. von jemandem wie mir offensichtlich geteilt wird.

  19. R.A.
    4.11.2007 | 21:46

    Wirklich “geschädigt” werden ja nur die Dritten, die bereits einen gültigen Beförderungsvertrag mit der Bahn abgeschlossen haben (Monatskarte, vorgebuchtes Ticket, zugesagter Transport) und nun die zugesicherte Leistung nicht bekommen.
    Da wird die Bahn unfreiwillig vertragsbrüchig, aber kann die daraus resultierenden Schadenersatzforderungen nicht an die Ursache, nämlich die eigentlich vertragsbrüchige Gewerkschaft weiterreichen.

    Ansonsten aber ist es keine wirkliche “Schädigung”, wenn man nicht das Transportangebot bekommt, das man gerne hätte.
    Ob nun kein Zug kommt, weil Mehdorn die Schienen demontiert hat, oder gestreikt wird, oder die Bahn ein Schild raushängt “wegen Reichtum geschlossen” - darüber kann man sich genauso wenig beklagen als bei wenn die Lieblingssorte Gummibärchen nicht mehr produziert wird.

  20. R.A.
    4.11.2007 | 21:48

    @Lina:
    > werden sie gerade in lausigen neoliberalen Zeiten
    > gebraucht.
    Neoliberale Zeiten? Wo?
    Ich wäre froh, wenn ich noch eine Andeutung solcher Zeiten zu Lebzeiten erleben dürfte.

  21. Lina
    4.11.2007 | 21:50

    Ihrer Verwirrung hat sich Christian (Danke!) schon angenommen: “Auch die Assoziationsfreiheit ist ein liberales Freiheitsrecht.”

    Sie haben Recht, Boche: Menschenfreund muss ein Liberaler nicht sein. Kann er womöglich gar nicht, denn dazu ist er halt doch zu intelligent und aufmerksam, weshalb ihm auffallen muss, dass nicht alle zu lieben sind - schon gar keine renitenten Lokführer an der Wirtschaftslokomotive.

    Ich dagegen liebe seit Neuestem diese renitenten Lokfahrer als Kollektiv, das sich seit Wochen gegen einen Monopolisten wehrt und - so Gott will - auch halbwegs durchsetzt. Und Bahnchef Mehdorn will sich derweil mit der Kanzlerin beraten, sagt er, wie dieses verfluchte Streikrecht - wenn schon nicht vor Gericht - so doch regierungsamtlich unterminiert werden könnte; per Notstandsgesetz vielleicht?

    Ein Feudalherr, der eine Vasallin aufsucht? Wo sind wir denn?

  22. Opi
    4.11.2007 | 22:03

    >Wirklich “geschädigt” werden ja nur die Dritten, die bereits …

    “nur” ist schön gesagt - es können da leicht vierstellige Summen pro Person bei rumkommen. Beispiel: Zug-zum-Urlaubsflug nach Übersee. Die Gewerkschafter bekommen u.U. mehr Geld und der geschädigte Dritte bleibt mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einem vierstelligem Schaden sitzen.

    Meine Meinung: Das Recht der Streikenden endet dort wo das Eigentumsrecht unschuldiger Dritter massiv verletzt wird.

  23. stefanolix
    4.11.2007 | 22:27

    Wenn sie sich wenigstens einig wären, wann sie streiken wollen! Es kann doch nicht sein, dass der Gewerkschaftsboss »hü« und andere Funktionäre »hott« sagen. Ich sitze hier auf Dienstreise im Hotel und weiß immer noch nicht, welche Termine ich in der nächsten Woche wahrnehmen kann …

  24. Lina
    4.11.2007 | 22:38

    @ stefanolix

    Hättest Du nur mal sicherheitshalber das Auto genommen! Soviel wohlbedachte Solidarität hättest Du schon einplanen sollen. Sind verrückte Typen, weisst Du.(Mein Mitgefühl ist Dir dennoch sicher.)

    Mit den besten Wünschen für die Weiter- und Heimfahrt, wirklich!

    Lina

  25. 4.11.2007 | 22:45

    @R.A.

    Ansonsten aber ist es keine wirkliche “Schädigung”, wenn man nicht das Transportangebot bekommt, das man gerne hätte.

    Rechtlich gesehen nicht. Für eine Volkswirtschaft schon. Und dass das kein Nonvaleur ist, sollte offensichtlich sein. Eine Wirtschaft, die nicht davon ausgeht, dass die Transportleistungen der Bahn über den gerade geschlossenen Vertrag hinaus dauerhaft erbracht werden, sieht anders aus als diese. Ich will da gar nicht normativ eingreifen - nur die Folgen sollten klar sein.

    Übrigens macht die Frage, ob ein Monopol vorliegt oder nicht, hier keinen Unterschied. Das Tarifrecht monopolisiert eh zwangsläufig.

    @Lina

    Sie haben Recht, Boche: Menschenfreund muss ein Liberaler nicht sein.

    Ich empfehle einen Grundkurs in Textverständnis. Sorry.

  26. Lina
    4.11.2007 | 22:58

    @ R.A.

    Eine Definitionsfrage. Das ist zuviel verlangt für einen Sonntagabend.

    Doch, echt “neo-liberale” Zeiten möchte ich auch erleben, wenn sie mehr Freiheit meinen als bisher, und zwar für alle - oder sagen wir lieber, für die meisten - und auch nur dann, wenn sie mit ihr umgehen können. Das ist nämlich auch so eine Frage…

    Der Vorgang hinter dem Gegenstand, weswegen Rayson und Boche vor die Tür gegangen sind, ist jedenfalls ein lausiger.

  27. stefanolix
    4.11.2007 | 23:06

    Können wir uns so viel Freiheit leisten? Freiheit ist Eigenverantwortung. Sicher ist, dass noch viele Menschen in Eigenverantwortung leben. Sicher ist aber auch, dass immer weniger von ihnen dafür argumentieren, wie sie leben.

  28. stefanolix
    4.11.2007 | 23:11

    PS: Mein Mailanbieter streikt auch gerade: »waiting for service« … Vielleicht sollte ich ja mal eine Woche abtauchen ;-)

  29. Parker8
    4.11.2007 | 23:21

    Hatte ich schon erwähnt, dass ich mit dem Tarifkartell selbstverständlich auch das Streikrecht abgeschafft sehen möchte?

    Ist das aus der Reihe “Es war nicht alles schlecht in der DDR”?

  30. Die Stimme aus dem Off
    4.11.2007 | 23:22

    Aber, aber. Schadenersatzpflichtig macht sich bei einem Leistungsausschluss auf Grund einer auf einem Streik beruhenden Unmöglichkeit doch nun wirklich niemand.
    Schadenersatzpflichten sind nun überhaupt kein Problem bei dieser Angelegenheit.

    Einen Vertragsbruch gibt es bei dieser ganzen Geschichte nicht. Verfassungsmäßige Rechte - wie das Streikrecht - können nicht wirksam durch Vertragsvereinbarungen außer Kraft gesetzt werden.

    Und warum sollen sich die Lokführer nicht freiwillig zu einem Kollektiv zusammenschließen? Ist es nicht das Recht des Individuums seine Individualität aufzugeben?

    Mit dem Fall des Grundsatzes der Tarifeinheit werden wir uns in Deutschland zukünftig auf viele kleine Streiks einstellen müssen.

  31. Lina
    4.11.2007 | 23:23

    @ R.A.

    “Da wird die Bahn unfreiwillig vertragsbrüchig” - und warum wird sie vertragsbrüchig? Weil sie partout nicht zahlen will, was zum Beispiel die Schweiz ihren Lokführer zahlt; dabei sind die deutschen viel, viel bescheidener.

    “There is a cause behind a cause an and another cause” habe ich heute (nebenan) bei Stewart Sutherland über David Hume gelernt…

  32. Lina
    4.11.2007 | 23:26

    @ R.A.

    Zu früh verschickt; wollte ja noch fragen, worin meine Behinderung beim Textverständnis bestehen könnte. Sorry, nur bevor ich zum Arzt gehe…

  33. Die Stimme aus dem Off
    4.11.2007 | 23:27

    Kaum lässt man Euch mal alleine ein ernstes Thema diskutieren, kommt auch gleich nur Unsinn bei heraus. ;-)

    Es wird niemand vertragsbrüchig, ein Vertrag kann doch keine Grundrechte außer Kraft setzen. Schadenersatzansprüche bestehen bei einem Streik mithin nicht.

    Das geht schon in Ordnung so.

  34. Lina
    4.11.2007 | 23:39

    @ Lina an Rayson

    Und auch das noch: Die Frage nach meiner Behinderung sollte an Dich gehen, nicht an R.A.!

    Ist aber auch alles so unübersichtlich bei Euch…

  35. 5.11.2007 | 0:02

    @Lina

    Unübersichtlich? Wo doch die Namen über den Kommentaren stehen?

    Aber danke für die Bestätigung des Anlasses. Von “Behinderung” habe ich ebenso wenig gesprochen wie Boche es verneint hat, dass Liberale Menschenfreunde sein sollten.

    Ich mag Erfindungsreichtum ja eigentlich. Aber wenn er der Verfälschung dient, verliert er an Glanz.

  36. 5.11.2007 | 0:03

    @Die Stimme aus dem Off

    Ich bitte doch, mit der Möglichkeit der freien Nick-Vergabe etwas sinnvoller umzugehen… Meinereiner wird hier jedenfalls nie unter einem anderen Namen kommentieren.

  37. Die Stimme aus dem Off
    5.11.2007 | 0:05

    OK, ich oute mich. Ich möchte einer möglichen Verwechselung mit Oliver M.H. zukünftig aus dem Weg gehen. :-)

  38. Lina
    5.11.2007 | 0:17

    @ Rayson

    Nein, einer Verfälschung sollte hier ebenso wenig gedient werden, als ich damit auch noch glänzen wollte, Rayson! Für mich hat der Begriff Behinderung den moral-neutralen Wert einer Fehlsteuerung - die in diesem Fall nun eindeutig nachgewiesen ist, danke.

    (Bei Dir muss man sehr, sehr aufpassen; das sehe ich nicht erst seit heute…)

  39. 5.11.2007 | 0:41

    @Lina

    Erst Boche etwas unterstellen, was er nicht gesagt hat, dann meiner Wenigkeit mit der “Behinderung” eine Form der sozial geächteten Beleidigung andichten - und schließlich voller Betroffenheit bemerken, bei mir müsse man aufpassen? Holla, die Waldfee….

    Dagegen ist es ja fast schon trivial und uninspiriert, wenn ich darauf hinweise, dass auch eine “Fehlsteuerung” nun wirklich weder von mir angedeutet wurde noch überhaupt der richtige Ausdruck für deine sicherlich bewusst eingesetzten Diskussionsschmankerl ist.

  40. Die Stimme aus dem Off
    5.11.2007 | 0:44

    Rayson, ich glaube Du hast sie falsch verstanden. Das mit dem Aufpassen erschien auf mich wie eine Würdigung Deiner Scharfsinnigkeit, nicht wie eine Unterstellung? Oder liege ich jetzt ganz daneben, werteste Lina?

  41. 5.11.2007 | 0:47

    Die Stimme aus dem Off,

    so habe ich Lina auch verstanden.

  42. 5.11.2007 | 0:53

    Scharfsinnigkeit an sich ist neutral. Der Zweck, zu dem sie eingesetzt wird, ist es nicht.

    Wer Boche etwas unterstellt, was dieser nie gesagt hat, und wer mir auf den Hinweis “Grundkurs” mit “Behinderung” und “Arzt” kommt, der ist vielleicht alles mögliche, unter anderem wohl auch scharfsinnig, nur bestimmt nicht naiv.

  43. 5.11.2007 | 0:59

    Rayson,

    deinen letzten Kommentar verstehe ich gar nicht. Ich übersetze Linas “Bei Dir muss man aufpassen” mit “Bei Dir muss man genau argumentieren”. Und M.O. hat Dir Scharfsinnigkeit unterstellen wollen - und nicht Lina.

  44. 5.11.2007 | 1:01

    Nicht, dass ich nicht grundsätzlich auf Harmonie eingestellt wäre, aber erstens wäre die falsche Behauptung über Boches Aussagen ohne mich noch im Raum, und zweitens ist “Fehlsteuerung” in der Substanz höchstens graduell von “Behinderung” entfernt - wenn die Aussage, man müsse bei mir aufpassen, also oberflächlich schmeichelhaft gemeint sein sollte (was ich nicht annehme), wäre sie durch den Kontext als unaufrichtig gekennzeichnet.

  45. 5.11.2007 | 1:02

    @Marian

    Und M.O. hat Dir Scharfsinnigkeit unterstellen wollen - und nicht Lina.

    Das mit dem Aufpassen erschien auf mich wie eine Würdigung Deiner Scharfsinnigkeit,

    Bring die zwei Aussagen mal logisch zusammen…

  46. 5.11.2007 | 1:30

    Rayson,

    Bring die zwei Aussagen mal logisch zusammen…

    Da muss ich passen. Die beiden Aussagen sind IMHO schon zusammen. Und was schon zusammen ist, kann man nicht mehr zusammen bringen.

  47. Lina
    5.11.2007 | 7:33

    @ Rayson

    Die beiden Aussagen Marians gehören so logisch zusammen, wie jedermann und -frau sie sich zusammendenken können, wobei hier lediglich “unterstellen” und “würdigen” nicht dasselbe bedeuten…

    Allerdings muss ich offenbar noch definitiv klären, wie ich selbst meine Bemerkung vom Aufpassenmüssen gemeint habe, obwohl sie mir dankenswerterweise schon weitgehend abgenommen wurde: Alle haben Sie Recht - ausser Ihnen, Rayson.

  48. 5.11.2007 | 8:33

    @Marian

    Hm, dann haben wir ein unterschiedliches Verständnis von Logik bzw. von Grammatik. M. aus dem Off erklärt mir, Lina wolle meine Scharfsinnigkeit würdigen, und du behauptest, mit dieser Aussage gebe er seine Meinung wieder. Ich bin es eigentlich gewohnt, zwischen Interpretationen der Aussagen anderer und eigenen Aussagen zu unterscheiden. Gilt das nicht mehr? Habe ich wieder eine Reform verpasst?

    @Lina

    Alle haben Sie Recht - ausser Ihnen, Rayson.

    Komisch, meistens ist es doch umgekehrt.

  49. 5.11.2007 | 8:55

    Rayson,

    M. aus dem Off erklärt mir, Lina wolle meine Scharfsinnigkeit würdigen, und du behauptest, mit dieser Aussage gebe er seine Meinung wieder.

    Nach meiner Auffassung sind “M.O. aus dem Off” und Lina beide der Meinung, dass man, wenn man Aussagen von Dir einer Kritik unterziehen will, sich eng an die von Dir gewählten Worte anlehnen und gesteigerten Wert auf logische Argumentation legen sollte.

    Außerdem IMHO schwingt in Linas Satz (Bei Dir muss man sehr, sehr aufpassen; das sehe ich nicht erst seit heute…) auch noch die Bedeutung “Du bist manchmal ganz schön empfindlich” mit.

    So verstehe ich diesen Satz. Offenbar hast Du den Satz anders verstanden - aber wie Du ihn verstanden hast und wo genau Dein Problem liegt, verstehe ich nicht.

    (aside: Ach, gäbe es doch das Forum noch! Dann könnten sich Rayson und Lina in einen mit rotem Plüsch ausgeschlagenen Thread zurückziehen und sich gegenseitig in Anwesenheit eines Mediators mit viergeteilten Ich-Botschaften beharken, bis die Sache beigelegt ist.)

  50. 5.11.2007 | 9:49

    Ich mach einfach mal in der eigentlichen Diskussion weiter und übergehe die zuletzt angestellten Verständnisklärungsversuche. (Ich übergehe auch Lina, da ich nicht das Gefühl habe, dass sie an dem interessiert ist, was ich sage.)

    @Parker8

    Ist das aus der Reihe “Es war nicht alles schlecht in der DDR”?

    Da du ungefähr wissen dürftest, was ich ansonsten für politisch sinnvoll hielte, übergehe ich das einfach mal.

    @Stimme a.d.O. oder M.O.

    Es wird niemand vertragsbrüchig

    Mir scheint, Angestellte hätten einen Arbeitsvertrag unterschrieben. Hast du da andere Informationen?

  51. 5.11.2007 | 10:01

    @Marian

    Wo mein Problem liegt? Ganz einfach: Dass jenseits aller Interpretation anderen einfach Aussagen untergeschoben werden, die sie nie getätigt haben. Erst recht, wenn diese Aussagen ein übles Licht auf ihren vermeintlichen Urheber werfen können.

  52. Die Stimme aus dem Off
    5.11.2007 | 10:08

    Jezt mal im Ernst: ich habe meinen alten Nick aus Rücksicht auf einen anderen Menschen abgelegt. Da hat doch tatsächlich jemand E-Mails wegen mir bekommen und das kann ich nicht verantworten. Also bin ich jetzt und für alle Zeit: Die Stimme aus dem Off.

    Und jetzt zum Vertragsbruch: Kein Arbeitsvertrag in Deutschland hat rechtswirksam zum Inhalt auf Arbeitskampfmaßnahmen zu verzichten. Also kann natürlich auch kein Vertragsbruch vorliegen.
    So einen Arbeitsvertrag hätte nicht einmal die Bahn ihre Angestellten unterschreiben lassen.

  53. 5.11.2007 | 10:11

    Aber jetzt haben wir eben auch unseren ChristianS.

  54. Die Stimme aus dem Off
    5.11.2007 | 10:12

    ?????: Ich ?

  55. 5.11.2007 | 10:22

    Nö, du bist ja die Stimme aud dem Off ;-)

  56. Die Stimme aus dem Off
    5.11.2007 | 10:30

    Wenn ich davon ausgehe, dass eine bestimmte Bewertung eher ein Kompliment als eine Herabsetzung ist, nehme ich dann nicht automatisch auch eine Bewertung vor?

    Wie dem auch sei: ICH gehe jedenfalls davon aus, dass das ein Kompliment war (ohne jede Ironie). Damit kann ich falsch liegen aber bekanntlich irren sich Stimmen aus dem Off nur sehr selten.

    Warum ich zu einer Herabsetzung kommen sollte, wäre mir aber wohl auch kaum zu erklären. Was für einen Grund sollte ich dazu haben?

    Und das logische Zusammenbringen dieser Aussagen entzieht sich mir leider völlig. Bei Textinterpretationen bist Du mir intellektuell überlegen, Rayson. Das meine ich ernst. Vielleicht solltest Du nicht ganz so hohe Erwartungen diesbezüglich an die anderen Teilnehmer stellen.

    Zu was für einem Ergebnis bist Du gekommen?

  57. 5.11.2007 | 10:31

    @DSadO

    Kein Arbeitsvertrag in Deutschland hat rechtswirksam zum Inhalt auf Arbeitskampfmaßnahmen zu verzichten. Also kann natürlich auch kein Vertragsbruch vorliegen.

    Formal hast du Recht.
    Moralisch sehe ich aber einen Rechtsbruch, der nur dadurch keiner ist, dass der Staat den Gewerkschaften das Recht zur Erpressung zugesteht. Meine Forderung nach Abschaffung des Streikrechts hat nur zum Ziel, den moralischen Rechtsbruch auch sichtbar zu machen.

  58. 5.11.2007 | 10:32

    Abgekürzt liest sich das wie Sado. Da solltest du vielleicht nochmal am Nicknamen basteln… ;-)

  59. Die Stimme aus dem Off
    5.11.2007 | 10:34

    Ok, dann eben: Stimme aus dem Off. :-)

  60. Stimme aus dem Off
    5.11.2007 | 10:35

    So, jetzt aber.

  61. Stimme aus dem Off
    5.11.2007 | 10:37

    Habt Ihr einen Filter? Da ist eine Antwort von mir hängen geblieben. Das wäre eigentlich schon wichtig.

  62. 5.11.2007 | 10:37

    @SadO

    Jetzt ist es aber erst Recht Sado. Aber von mir aus…

  63. 5.11.2007 | 10:38

    @SadO

    Ja, das hing im Spamfilter. Wohl wegen der unanständigen Wortwahl… ;-)

  64. Stimme aus dem Off
    5.11.2007 | 10:47

    @ Boche:

    Im Arbeitskampf sind die Gewerkschaften ohne schon strukturell unterlegen. Der Gegner hat die Möglichkeit unterschiedliche Rechtsformen für sein Unternehmen zu wählen. Wer den Arbeitskampf abschaffen will, muss folglich auch alle juristischen Personen und vor allem auch den freien Geldfluss abschaffen.

    Ansonsten wären die Arbeitnehmer einem Bedingungsdiktat ausgeliefert. Das halte ich nicht für besonders liberal.

  65. 5.11.2007 | 10:48

    @SadO

    Jetzt wird es aber kompliziert…

    Wenn ich davon ausgehe, dass eine bestimmte Bewertung eher ein Kompliment als eine Herabsetzung ist, nehme ich dann nicht automatisch auch eine Bewertung vor?

    Ich würde ohne weiteres nicht davon ausgehen, dass du dir die Fremdbewertung automatisch zu eigen machst. Ich kann zu B sagen, dass ihn der C für schlau hält, B aber trotzdem für einen dämlichen Typen halten.

    Warum ich zu einer Herabsetzung kommen sollte, wäre mir aber wohl auch kaum zu erklären.

    Finde ich auch. Das hatte ich aber auch nicht zum Ausdruck bringen wollen.

    Zu was für einem Ergebnis bist Du gekommen?

    Lina hat die Aussage ja selbst interpretiert. Und mein Fazit steht oben als Antwort auf Marian.

  66. 5.11.2007 | 10:53

    @SadO

    Im Arbeitskampf sind die Gewerkschaften ohne schon strukturell unterlegen.

    Warum?

    Der Gegner hat die Möglichkeit unterschiedliche Rechtsformen für sein Unternehmen zu wählen.

    Das Argument verstehe ich nicht.

    Wer den Arbeitskampf abschaffen will, muss folglich auch alle juristischen Personen und vor allem auch den freien Geldfluss abschaffen.

    Das erst recht nicht.

    Ansonsten wären die Arbeitnehmer einem Bedingungsdiktat ausgeliefert. Das halte ich nicht für besonders liberal.

    So lange Zwangsarbeit verboten bleibt und sofern man den Arbeitsmarkt generell freier gestaltet, kann ich keine Gefahr eines Bedingungsdiktates erkennen.

  67. Stimme aus dem Off
    5.11.2007 | 10:54

    Ich muss weg, bin schon zu spät dran. So gegen 14:00 Uhr.

  68. R.A.
    5.11.2007 | 12:29

    @Lina:
    > “Da wird die Bahn
    > unfreiwillig
    > vertragsbrüchig” -
    > und warum wird sie
    > vertragsbrüchig?
    Weil das GG es zuläßt, daß die Lokführer ihren Arbeitsvertrag brechen können, ohne für die Folgen haftbar zu sein.

    Dieses Privileg hatte historische Wurzeln und mag damals als gerecht gegolten haben.

    Es ist aber sehr wohl gestattet, das mal in Frage zu stellen.
    Und je mehr solcher Mißbräuche wie jetzt seitens der GDL vorkommen, desto stärker wird die Diskussion darüber in Gang kommen, ob das Streikrecht noch zeitgemäß sein kann.

  69. 5.11.2007 | 13:51

    @Boche, R.A.:

    Wie auch Ihr halte ich das Streikrecht für problematisch, weil es eben nicht nur den eigentlichen Gegner, sondern auch unbeteiligte Dritte trifft. Die Sache mit dem Arbeitsvertrag, den die Arbeitnehmer unterschrieben haben und im Streikfall brechen, kann ich nur bedingt nachvollziehen - schließlich bekommen Angestellte für Streiktage auch kein Gehalt.

    Damit ist eigentlich das Prinzip “Lohn gegen Leistung” gewahrt, auch wenn ich natürlich das Argument der fehlenden Verlässlichkeit sehe.

    Mir stellt sich jetzt aber eine Frage, und ich bin mir sicher, dass Ihr die beantworten könnt: Wenn wir, also die Bundesrepublik, das Streikrecht morgen abschaffen: Wie genau soll zukünftig das Gehalt eines Beschäftigten festgesetzt werden, wie soll ein Ausgleich für Inflation etc. geschaffen werden? Letztlich sitzt der Arbeitgeber am längeren Hebel, wenn es denn kein Streikrecht mehr gäbe. Womit kann ein einzelner Arbeitnehmer (wenn es auch keine Gewerkschaften mehr gäbe) oder aber seine Vertreter (Betriebsrat oder Gewerkschaft) seine Forderungen “unterfüttern”?

    Und: Selbst “raubtierkapitalistische” (nicht unbedingt meine Wortwahl!) Staaten wie die USA kennen Gewerkschaften und Streiks. So sind gerade erst wieder die Drehbuchschreiber mit ihrer Gewerkschaft WGA in den Streik getreten.

    Ich gestehe, dass ich da keine Lösung erkennen kann. Ich bin kein Fan von Gewerkschaften und Streiks, ich sehe das Potential zur Erpressung und die Schädigung Unbeteiligter.

    Aber ich sehe eben auch, dass eine Abschaffung von Gewerkschaften und Streikrecht nicht unbedingt der Königsweg sind.

  70. 5.11.2007 | 14:08

    @Martin Eisenhardt

    Wenn wir, also die Bundesrepublik, das Streikrecht morgen abschaffen: Wie genau soll zukünftig das Gehalt eines Beschäftigten festgesetzt werden, wie soll ein Ausgleich für Inflation etc. geschaffen werden?

    Wie alle anderen Preise auch: Durch Wettbewerb auf Märkten.

    Das Gehalt eines Beschäftigten ist im Schnitt immer so hoch wie seine Produktivität. Liegt es drunter, könnten andere Unternehmen ihren Gewinn dadurch erhöhen, dass sie die betreffende Person gegen höheres Entgelt einstellen. Liegt es höher, kann das ihn beschäftigende Unternehmen seinen Gewinn erhöhen, indem es ihn entlässt.

    Der Arbeit”geber” sitzt nur dann “am längeren Hebel”, wenn der Arbeit”nehmer” für sich die Alternative ausschließt (oder sie ihm, meist durch staatliche Aktivität, genommen wird), den Job zu wechseln oder wenigstens glaubhaft damit zu drohen.

    Durch per Streik erzwungene Erhöhungen kann der Zusammenhang von Lohn und Produktivität kurzfristig durchbrochen werden. Ab Festsetzung beginnen dann aber die Marktmechanismen, die ihn wieder der Produktivität annähern. Volkswirtschaftlich gesehen funktioniert das bei dann festgeschriebenen Löhnen über Auf- bzw. Abbau von Arbeitslosigkeit.

  71. Parker8
    5.11.2007 | 14:11

    Ist das aus der Reihe “Es war nicht alles schlecht in der DDR”?

    Da du ungefähr wissen dürftest, was ich ansonsten für politisch sinnvoll hielte, übergehe ich das einfach mal.

    Sollten Sie nicht tun. Überlegen Sie mal, in wievielen Demokratien es kein Streikrecht gibt.

  72. 5.11.2007 | 14:14

    @Rayson: Ich stimme Dir völlig zu. Bleibt nur das Problem, dass es für die meisten Zugführer wohl keinen alternativen Arbeitgeber gibt - nicht zuletzt deswegen, weil die Deutsche Bahn AG ein Quasi-Monopolist ist.

    Zu einem Markt, der Deinem Vorschlag nach zur Preisfindung für Arbeitsverhältnisse dienen sollte, gehören nach meinem Verständnis sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite jeweils mehr als nur einer (oder ein besonders großer) Marktteilnehmer.

    Und exakt das ist hier nicht gegeben.

    Ich bin mir sicher, in einer anderen Branche - z.B. im Einzelhandel oder im Baugewerbe - wäre Dein Vorschlag absolut angebracht und richtig, weil ich als Arbeitnehmer dort eben wechseln kann. Mach das aber mal, wenn es nur einen Arbeitgeber gibt.

    (Und: Ja, natürlich kann man auch die Flexibilität fordern, den Beruf zu wechseln. Das dürfte dann irgendwann dazu führen, dass wir tatsächlich nur noch Leute in den Führerständen haben, für die EUR 1.500,-/Monat ein gutes Angebot sind. Ob ich mich da aber in einer S-Bahn oder im ICE noch wirklich gut aufgehoben fühlen würde?)

  73. 5.11.2007 | 14:21

    @Martin Eisenhardt

    Das ist ja das alte liberale Problem: Lässt man sich auf Institutionen ein, die man für verfehlt hält, weil man sie braucht, um die üblen Wirkungen anderer Institutionen, die man für ebenso verfehlt hält, auszugleichen? So zieht dann ein Sündenfall den nächsten nach sich…

    Deswegen muss die Antwort natürlich lauten: Selbstverständlich ist auch das Monopol der Bahn abzuschaffen, so wie auch an anderen Stellen wettbewerbsfeindliche Regelungen zu beseitigen sind und das Entstehen von Monopolen zu verhindern ist.

  74. 5.11.2007 | 14:26

    Martin, ergänzend zu Rayson möchte ich noch darauf verweisen, dass recht viele Gehälter heute schon ohne Tätigkeit des Tarifkartells entstehen.

    Und: Die Tatsache, dass es in einem Segment nur wenige Arbeitgeber gibt und Angestellte sich diesem stärker ausliefern als in anderen Branchen, wird in einem freieren Markt wohl zwangsläufig zu höheren Gehaltsangeboten führen.

  75. 5.11.2007 | 15:21

    @Boche:

    Mir ist klar, dass viele (vor allem die erstrebenswerteren) Arbeitsplätze nicht der Tarifbindung unterliegen. Diese Arbeitsplätze werden aber normalerweise auch von Leuten belegt, die autonom genug sind, ihre Gehälter selbst auszuhandeln.

    Mir liegt der “fürsorgende Sozialstaat”, der alles, aber auch wirklich alles im Leben bis ins Detail regeln möchte, vollkommen fern; dennoch muss man auch an diejenigen unter uns denken, die in einem solchen Szenario (mit individuell ausgehandelten Gehältern) nicht das Einkommen aushandeln könnten, dass ihre Arbeit wert ist. Nicht jeder hat das Rückgrat, die Bildung und das Verhandlungsgeschick, dass dafür notwendig ist.

    Aber die Frage ist ja auch nicht so sehr, ob sich Arbeitnehmer zusammenschließen dürfen und für sich als Kollektiv die Arbeitsbedingungen aushandeln, sondern eher, welche Arbeitskampfmaßnahmen gerechtfertigt erscheinen.

    Ansonsten stimme ich mit Dir in punkto freier Arbeitsmarkt vollkommen überein.

  76. 5.11.2007 | 15:29

    @Martin

    Ich verstehe deine Bedenken und ich kann sie auch nicht vollends ausräumen. Ich denke aber, dass man die Menschen auch nicht zu sehr unterschätzen darf. Wer in der Lage ist, den billigsten DVD-Player zu finden, wird auch bei der Auswahl eines Jobs aufs Gehalt achten können. Dabei geht es sicher in Fällen einfacherer Qualifikation weniger um Verhandlungsgeschick als vielmehr um Vergleichen von Angeboten.
    Damit letztere in möglichst hoher Zahl vorhanden sind, ist natürlich ein freierer Arbeitsmarkt und der Verzicht auf solchen Unsinn wie Mindestlöhne oder sonstige Markteintrittsschranken nötig.

  77. Die Stimme aus dem Off
    5.11.2007 | 16:41

    Entschuldigung, hat länger gedauert und dauert auch noch bis heute Abend. “Stimme aus dem Off” stört mein ästhetisches Empfinden, ich setze den Artikel wieder davor.

  78. 5.11.2007 | 16:46

    Bloß keine Hektik aufkommen lassen, liebe Stimme!

  79. Die Stimme aus dem Off
    5.11.2007 | 18:22

    Also heute bin ich wirklich in Hektik. Jetzt muss ich heute Abend auch noch meinen gesellschaftlichen Verpflichtungen in der Kneipe nachkommen. Wo bleibt bloß die ganze Zeit?

    Nun gut, zur strukturellen Unterlegenheit der Gewerkschaften:

    1. Verlieren die Gewerkschaften seit Jahren Mitglieder. Das Geld wird knapp und irgendwo muss gespart werden. Also sind natürlich auch die Kassen der Gewerkschaften nicht so toll.
    2. Haben die Unternehmer zwischen den einzelnen Abschlüssen alle Zeit der Welt ihre Unternehmen umzustrukturieren. Wenn die Löhne zu stark steigen, droht Arbeitsplatzverlust. Die Gewerkschaften dürfen das Spiel in der Regel nicht übertreiben.
    3. Dieses Problem haben die Arbeitgeber seit dem Ende der Vollbeschäftigung nicht mehr. Hohe Löhne können ruhig fallen, die Abwanderung der Arbeitnehmer zu anderen Unternehmen ist auf Grund der Überzahl der Bewerber schlicht unwahrscheinlich.
    4. Waren die Gewerkschaften so dumm (aus Sicht der Gewerkschaften) über Jahrzehnte eine Politik der ungeregelten Einwanderung und der Erweiterung der EU hinzunehmen. Gerade die Gewerkschaften hätten die Macht gehabt die Massen gegen die EU zu mobilisieren. Jetzt gibt es das Überangebot und die Verhandlungssituation ist entsprechend schlecht.
    5. Gibt es durch kluge Wahl der richtigen Rechtsform und durch die Veräußerung bestimmter Unternehmensteile die Möglichkeit sich großer Massen an Arbeitnehmern durch eine Insolvenz (geplant oder ungeplant) zu entledigen – BenQ, war da nicht was?
    Solche Möglichkeiten haben die Gewerkschaften nicht, denn sie vertreten natürliche Personen.

    Noch eine kleine Anmerkung zur grundsätzlichen Bedeutung dieser Diskussion:

    Hier wird über die Notwendigkeit der Existenz eines Grundrechts gestritten, das auf Grund verfassungsrechtlicher Regelungen als unabschaffbar gilt. Es gibt Diskussionsthemen die weit weniger radikale Forderungen nach sich ziehen und gemeinhin (aber nicht im B.L.O.G.) als vollkommen indiskutabel gelten. Ich werde mir diese Diskussion also für die Zukunft gut merken ;-).

  80. 5.11.2007 | 18:47

    @Die Stimme aus der Kneipe

    Haben die Unternehmer zwischen den einzelnen Abschlüssen alle Zeit der Welt ihre Unternehmen umzustrukturieren.

    Was sie ohne Mitwirkung der Gewerkschaften nicht aus der Tarifbindung befreit. Außerdem gilt das eh nur für einige wenige Konzerne, und auch die machen sowas nur einmal alle Furzjahre, weil das viel Drumherum zu aufwendig ist und eine gewaltige Unruhe entsteht.

    die Abwanderung der Arbeitnehmer zu anderen Unternehmen ist auf Grund der Überzahl der Bewerber schlicht unwahrscheinlich.

    Politik der ungeregelten Einwanderung

    Überangebot

    Hiermit eröffne ich die Reihe: “Was Großmutter schon über die Volkswirtschaft wusste - populäre Irrtümer in Form von volksökonomischen Weisheiten.”

    Folge 1:

    Die Menge an Arbeit ist begrenzt. Es gibt ein Arbeitsangebot, das nicht mehr nachgefragt wird.

    Nicht die Zahl der Bewerber ist das Problem, sondern nicht produktivitätsgerechte Löhne. So lange nicht alle Menschen mit ihrer (meist) materiellen Ausstattung so zufrieden sind, dass jedes zusätzliche Gut nur für mehr Verdruss statt mehr Nutzen sorgen würde, so lange wird auch noch nicht genug gearbeitet.

    durch kluge Wahl der richtigen Rechtsform und durch die Veräußerung bestimmter Unternehmensteile die Möglichkeit sich großer Massen an Arbeitnehmern durch eine Insolvenz (geplant oder ungeplant) zu entledigen

    Da ich als neugieriger Betriebswirt immer gerne dazulerne, bin ich natürlich tierisch daran interessiert, wie das denn funktionieren soll, eine Insolvenz allein durch Änderung der Rechtsform oder Veräußerung von Unternehmensteilen herbeizuführen.

    BenQ, war da nicht was?

    Ja, ein Verlustgeschäft, das den Turnaround nicht geschafft hat.

    Solche Möglichkeiten haben die Gewerkschaften nicht, denn sie vertreten natürliche Personen.

    Ihre Kontraparts auch, nämlich die Aktionäre und Kapitalgeber. Jetzt mal in Theorie, denn wen die Arbeit”geber”verbände in Wirklichkeit vertreten, wäre mal eine Untersuchung wert. Wie auch bei den Gewerkschaften übrigens.

  81. Die Stimme aus dem Off
    5.11.2007 | 22:14

    „Was sie ohne Mitwirkung der Gewerkschaften nicht aus der Tarifbindung befreit.“

    Das ist jetzt aber ein Ablenkungsmanöver – als ob EIN Tarifvertrag das ausschlaggebende Argument wäre. Bei der Diskussion um Art. 9 GG kann es doch nur um die GRUNDSÄTZLICHE Verhandlungsposition gehen.
    Und die ist nach einer Umstrukturierung eben besser.

    „Nicht die Zahl der Bewerber ist das Problem, sondern nicht produktivitätsgerechte Löhne. So lange nicht alle Menschen mit ihrer (meist) materiellen Ausstattung so zufrieden sind, dass jedes zusätzliche Gut nur für mehr Verdruss statt mehr Nutzen sorgen würde, so lange wird auch noch nicht genug gearbeitet.“

    Für den Arbeitnehmer sind solche Überlegungen doch irrelevant. Der will seine Rechnungen bezahlen können und einen vernünftigen Gehaltszettel haben. Das mag volkswirtschaftlich unvernünftig sein, nur meine ich mich daran zu erinnern, dass die Bedürfnisse der Individuen nicht gleich sind mit den Bedürfnissen eines Kollektivs.

    durch kluge Wahl der richtigen Rechtsform und durch die Veräußerung bestimmter Unternehmensteile die Möglichkeit sich großer Massen an Arbeitnehmern durch eine Insolvenz (geplant oder ungeplant) zu entledigen

Da ich als neugieriger Betriebswirt immer gerne dazulerne, bin ich natürlich tierisch daran interessiert, wie das denn funktionieren soll, eine Insolvenz allein durch Änderung der Rechtsform oder Veräußerung von Unternehmensteilen herbeizuführen.

    Dass das alleine dadurch geschehen soll, habe ich auch an keiner Stelle geschrieben. – Und ich schreibe vorhin noch, dass Du in Textinterpretationen stärker seiest als ich, Schande über Dich und mich! –

    BenQ, war da nicht was?
    Ja, ein Verlustgeschäft, das den Turnaround nicht geschafft hat.

    Und sonst wahrscheinlich nichts, wirklich gar nichts.

    Ihre Kontraparts auch, nämlich die Aktionäre und Kapitalgeber.
    - Das ist jetzt aber schon ein kleines bisschen infam, werter Rayson. Wie war das noch mal mit der Vermögensverteilung?

  82. 5.11.2007 | 22:55

    @DSadO

    Na, war’s lustich?

    Und die ist nach einer Umstrukturierung eben besser.

    Inwiefern?

    Für den Arbeitnehmer sind solche Überlegungen doch irrelevant.

    Wesentlich relevanter als die These von einem “Überangebot”, das es nicht gibt, würde ich sagen.

    nur meine ich mich daran zu erinnern, dass die Bedürfnisse der Individuen nicht gleich sind mit den Bedürfnissen eines Kollektivs.

    “Bedürfnisse des Kollektivs”? Watndat? Um solch ominöse Begriffe geht es hier doch gar nicht, sondern darum, wie und zu welchem Preis Angebot und Nachfrage in Einklang gebracht werden können. Und da gilt eben: Wirtschaft ist kein Wunschkonzert, weder für die einen, noch für die anderen. Das ändert sich auch nicht durch Beschlusslagen. Lohn gleich Produktivität, an dieser Gleichung führt kein Weg vorbei, wenigstens nicht in Wettbewerbswirtschaften.

    Dass das alleine dadurch geschehen soll, habe ich auch an keiner Stelle geschrieben.

    Nicht?

    – Und ich schreibe vorhin noch, dass Du in Textinterpretationen stärker seiest als ich, Schande über Dich und mich! –

    Dann bitte ich jetzt also als erstes demütig um Hilfe beim Textverständnis. Du möchtest mir sagen, dass Arbeit”geber” Entlassungen vornehmen können, indem sie eine Insolvenz herbeiführen:

    Gibt es … die Möglichkeit sich großer Massen an Arbeitnehmern durch eine Insolvenz (geplant oder ungeplant) zu entledigen

    und nennst zwei Methoden, mit denen sie das schaffen:

    durch kluge Wahl der richtigen Rechtsform und durch die Veräußerung bestimmter Unternehmensteile

    Das klingt für den normalen Leser nach zwei hinreichenden Bedingungen. Dass da noch etwas wichtiges Drittes hinzuzukommen hat, widerspricht dem Wortlaut.

    Aber ich bin ja bescheiden. Mir würde jetzt schon reichen, dass mir nur die Art und Weise nennst, wie die Wahl der Rechtsform bzw. der Verkauf von Unternehmensteilen eine Insolvenz überhaupt nur zu begünstigen in der Lage sein sollen.

    Ganz abgesehen von der naheliegenden Frage, warum man als Arbeit”geber” denn überhaupt Mitarbeiter entlassen sollte, die man mal eingestellt hat, um mit ihnen Geld zu verdienen. Wenn das eine Drohung sein soll, dann doch eher eine mit Selbstverstümmelung. “Da ist Mutter aber selbst schuld, wenn mir die Hände abfrieren.”

    Und sonst wahrscheinlich nichts, wirklich gar nichts.

    Nichts Wesentliches. Es sei denn, du weißt mehr als ich.

    Das ist jetzt aber schon ein kleines bisschen infam, werter Rayson. Wie war das noch mal mit der Vermögensverteilung?

    Äh, es ist infam, dass ich darauf hinweise, dass es so etwas wie Bedürfnisse von juristischen Personen gar nicht gibt und dass es immer Menschen sind, die da handeln? Meinetwegen, wenn es der Wahrheitsfindung dient. Aber warum du jetzt auf einmal Vermögenverteilung ins Spiel bringst, ist mir schleierhaft. Was hat das mit dem Arbeitsmarkt zu tun? Aber du wirst mich sicher aufklären.

  83. Die Stimme aus dem Off
    5.11.2007 | 23:21

    Na, war’s lustich?

    Geht so, wir haben wichtige Fragen des Kollektivarbeitsrechts geklärt, u.a. ob die Entscheidung des Landesarbeitsgerichts rechtmäßig war oder nicht. Der Abend war für mich kostenfrei, weil - wie Ihr Euch sicher erinnern könnt - auch hier schon einmal geäußert habe, dass die GDL im Recht ist.

    Kostenfreies Trinken ist immer lustig, nur hatte ich es mit einem uneinsichtigen Verlierer zu tun.

    Wesentlich relevanter als die These von einem “Überangebot”, das es nicht gibt, würde ich sagen.

    Kein Überangebot? Vielleicht nehme ich - als Stimme aus dem Off - die Realität anders wahr, aber ich meine mich erinnert zu haben das es doch noch recht viele Arbeitslose gibt.

    Lohn gleich Produktivität, an dieser Gleichung führt kein Weg vorbei, wenigstens nicht in Wettbewerbswirtschaften.

    Das ist falsch, muss ich leider jetzt mal so in aller Deutlichkeit sagen. Der Lohn ist nicht gleich der Produktivität, sondern gleich dem Arbeitsvertrag. Und was da drin steht richtet sich nach ganz anderen Kriterien als nach der Produktivität.

    Das klingt für den normalen Leser nach zwei hinreichenden Bedingungen. Dass da noch etwas wichtiges Drittes hinzuzukommen hat, widerspricht dem Wortlaut.

    Hinzu kommt die Entscheidung welcher Unternehmensteil verkauft wird und welcher nicht, bzw. welches Unternehmen überhaupt. Das ist die Motivation, aber keine Bedingung.
    Lee Iacocca hat es doch schon vor ewigen Zeiten vorgemacht, oder nicht? Alle unproduktiven Angestellten in einer neuen Gesellschaft untergebracht und dann pleite gehen lassen, irre ich mich?

    Äh, es ist infam, dass ich darauf hinweise, dass es so etwas wie Bedürfnisse von juristischen Personen gar nicht gibt und dass es immer Menschen sind, die da handeln?

    Die Menschen die dort handeln vertreten aber nur noch mittelbar die Interessen anderer Menschen. Die Familie Quandt oder der Investmentbanker sind doch nicht unmittelbar in ihrer Existenz betroffen, wenn die hier und da mal ein paar Millionen verlieren. Der Arbeitnehmer dagegen hat mit seinem Job richtig was zu verlieren.

    Das ist doch strukturell ganz was anderes.

  84. 6.11.2007 | 0:01

    @DSadO

    Du erinnerst dich richtig: Es gibt viele Arbeitslose. Aber nicht, weil es zu wenig Arbeit gäbe, sondern weil der volkswirtschaftliche Anpassungsmechanismus an nicht produktivitätsgerechte Löhne Arbeitslosigkeit genannt wird. Produktivität ist das Verhältnis von bewertetem Output zu bewertetem Input, und wenn der Zähler konstant bleibt, während sich beim Nenner die Bewertung verändert, kann die nötige Anpassung nur über die Menge des Inputs erfolgen.

    Der Lohn ist nicht gleich der Produktivität, sondern gleich dem Arbeitsvertrag. Und was da drin steht richtet sich nach ganz anderen Kriterien als nach der Produktivität.

    Der Satz ist ungefähr so sinnvoll wie die Behauptung, Preise richteten sich nicht nach Angebot und Nachfrage, sondern seien das, was auf den Preisschildern zu finden sei. Selbstverständlich richten sich die Löhne nach der Produktivität. Warum das so ist, habe ich weiter oben beschrieben. Dass das so ist, ist eine der empirisch am besten belegten und unumstrittensten Grundweisheiten der Ökonomie. So, wie ich natürlich mit einem Bäcker vereinbaren kann, ihm ein Brötchen für 100 Euro abzukaufen, so kann auch in Arbeitsverträgen ein absurdes Entgelt vereinbart werden. Rationales Verhalten und Wettbewerb führen aber dazu, dass allgemein die Brötchen eben nicht 100 Euro kosten und der Lohn produktivitätsgerecht sein wird.

    Dein Problem rührt wahrscheinlich daher, dass diejenigen, die den Lohn vereinbaren, sich nicht bewusst sind, welche volkswirtschaftlichen Mechanismen da eigentlich greifen. Ich habe auch noch nicht erlebt, dass ein Unternehmen die Preise seiner Produkte durch Angebots- und Nachfragekurven ermittelt hat. Und doch lässt sich das Geschehen auf dem Markt, also mit einer Vielzahl von Anbietern und Nachfragern, so abbilden. Die Australier sind ja auch nicht ins All gefallen, weil sie die Raumkrümmung noch nicht kannten.

    Alle unproduktiven Angestellten in einer neuen Gesellschaft untergebracht und dann pleite gehen lassen, irre ich mich?

    Äh - auch, wenn ich noch nicht genau weiß, wie das gehen soll: Sind wir uns vielleicht dahingehend einig, dass unproduktive Angestellte generell ein Problem haben, egal in was für einer Gesellschaft sie untergebracht sind? So ist auch die so beschriebene Pleite dann keine Folge der neuen Gesellschaft und das Ergebnis taktischen Arbeit”geber”verhaltens, sondern schlicht eine der Unproduktivität.

    Das ist doch strukturell ganz was anderes.

    Ja, aber nicht für unser Problem, denn entscheidend ist da nicht das Vergangene, also der Reichtum, den eine Familie Quandt angehäuft hat, sondern das Zukünftige, nämlich dass die Familie Quandt gerne noch mehr verdienen möchte. Und das entscheidet sich, egal wie arm oder reich der Eigentümer ist, ob es sich dabei um eine reiche Familie handelt oder eine durch einen Fonds vertretene Ansammlung amerikanischer Pensionsberechtigter, immer in Grenzkalkülen: Was bringt ein Mehr an Arbeit, was kostet es. Auch der Arbeit”nehmer”, der im Pokerspiel mit unlimitierten Einsätzen gegen den reichen Kapitalisten schnell verlieren würde, wird zur wichtigen Figur, wenn er dem Unternehmen mehr Ertrag bringt als er es zusätzlich kostet. Und er wird zum Spieler auf Augenhöhe, wenn das für viele andere Unternehmen auch gilt.

    Jemand, der nur eine sehr geringe oder gar keine Qualifikation anzubieten hat, hat in unserer Gesellschaft dank jahrzehntelanger mit vollem Stolz von Gewerkschaftlern so genannter “Produktivitätspeitsche” enorme Probleme, Arbeit zu finden. Das hat aber nichts mit irgendwelchen Machtungleichgewichten zu tun, sondern ist simple ökonomische Ergebnislogik von gesellschaftlich in hohem Ansehen stehenden Handlungen. Wie z.B. denen von tapferen Gewerkschaften, die durch Streiks höhere Löhne von den gierigen Kapitalisten ertrotzen.

  85. Die Stimme aus dem Off
    6.11.2007 | 11:21

    Ob bei der Gestaltung von Arbeitsverträgen in der Realität ein rationales Verhalten, bzw. rationale Gehälter vereinbart werden sei jetzt aber mal dahingestellt.

  86. Die Stimme aus dem Off
    6.11.2007 | 11:23

    Aha, das ist der Punkt:

    “sondern schlicht eine der Unproduktivität”

    Deine Intention ist das unternehmerische Risiko auf den Arbeitnehmer abzuwälzen, sag das doch gleich.

  87. 6.11.2007 | 11:27

    @Stimme a.d.O.

    Nicht-rationale Gehälter werden vom Markt bestraft.

  88. 6.11.2007 | 11:31

    @DSadO

    Vorsicht, du kommt jetzt in den Modus des Unterstellens von Absichten. Normalerweise verstehe ich das als Ende der Diskussion. Aber weil du es bist:

    Das unternehmerische Risiko, also der Verlust des eingesetzten Kapitals und bei Personengesellschaften auch des privaten Vermögens, wird in keinem Fall vom Arbeit”nehmer” getragen. Aber es wäre absurd anzunehmen, Beschäftigungsverhältnisse könnten in irgendeiner Form losgelöst von ihrer Wirtschaftlichkeit existieren.

  89. Lina
    8.11.2007 | 9:53

    @ SadO und Konsorten

    Gerade erst gelesen: “Jezt mal im Ernst: ich habe meinen alten Nick aus Rücksicht auf einen anderen Menschen abgelegt. Da hat doch tatsächlich jemand E-Mails wegen mir bekommen und das kann ich nicht verantworten. Also bin ich jetzt und für alle Zeit: Die Stimme aus dem Off.”

    Wie komme ich denn - ohne Regelverstoss! - an die Emailadressen von: 1. Markus Oliver, 2. Die Stimme aus dem Off, 3. Stimme aus dem Off, 4. SadO? Müsste mal einem von ihnen , egal welchem, dringend etwas dazu sagen, was thematisch total (vom Streik- und Vertragswesen) abweichend nicht für fremde Ohren bestimmt ist…

  90. 8.11.2007 | 9:58

    Du kannst nur hoffen, dass du ihn in einem der Blog-Kommentarspalten erwischt und um seine Adresse bitten kannst, liebe Lina.

  91. Lina
    8.11.2007 | 10:20

    @ Boche

    Aber damit hätte er sie doch dann allgemein zugänglich gemacht, lieber Boche, und das kann man von einem Vielnamigen oder einem so vielnamig Verdeckten wohl kaum verlangen. Ic finde einen Weg…

    (Wie klar und verständlich Sie sich doch ausdrücken können - wenn Sie nur wollen! Könnte ein “Du” helfen, damit Sie mich über die alte Smiley-Sache aufklären würden? Darf ich hoffen?)

  92. 8.11.2007 | 10:27

    @Lina

    Ich bin sicher, dass ein Weg zu finden sein wird, der euch beide elektropostalisch zusammenbringt.

    Das “du” nehme ich gern an. Im richtigen Leben bin ich zwar jemand, der lieber einmal zu viel siezt als zu wenig. Aber in der Blogwelt ist diese Ansprache doch ungewöhnlich und deshalb unbequem.

    Die Smiley-Sache aufklären? Das ist doch ein läppisch Ding, nicht der Mühe wert. Ich hatte - zugegeben - extra kompliziert geschrieben. Ein kleiner Wut-Reflex, der durch dein, mir schien es so: gewolltes Missverstehen in der Menschenfreundlichkeits-Sache entstand.
    Was ich sagen wollte (ich lese jetzt nicht nach sondern versuche die Rekonstruktion erinnernd zu schaffen), war, dass meine Worte auch ironisch gemeint waren. Wie ich die deinen in der konkreten Diskussion verstanden hatte.

  93. Lina
    8.11.2007 | 14:30

    @ Boche

    Lieber Boche, jetzt ist also auch dieses “läppisch Ding”, diese Petitesse, wie der Franzose sagt, vom Tisch und ich atme durch, danke.

    “Im richtigen Leben bin ich zwar jemand, der lieber einmal zu viel siezt als zu wenig” - genau wie ich. Andere finden das an mir schon lange läppisch, weshalb ich ganz langsam leichtfertiger werde. Insofern weiss ich auch dein Entgegenkommen sehr zu schätzen :-) !

  94. 8.11.2007 | 14:39

    Na, prima.

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