15. November 2007
Chavez und die Wahlcomputer
Befürworter der Wahlcomputer gehen stillschweigend davon aus, dass sie unter einwandfrei demokratischen Umständen eingesetzt werden. Nun gibt es aber auch Politiker, die eine “gelenkte Demokratie” bevorzugen. Für ihre Zwecke erweist sich der Wahlcomputer als großartiges Werkzeug, was Jan Schejbal anhand des Einsatzes von Wahlcomputern in Venezuela nachweist: Wahlstatistiken, nicht anonym - dank Wahlcomputer.
Vermutlich mithilfe von Wahlcomputern wurde das Wahlgeheimnis nicht nur völlig abgeschafft, sondern auch direkt eine Datenbank über die Wahlentscheidungen aller Wähler angelegt, sodass Chavez weiß, wer ihn abwählen wollte. Und damit der Spaß vollkommen ist, ist diese Datenbank inzwischen auch in diverse Filesharingnetze gelangt, ist also völlig öffentlich.
Jan weist darauf hin, dass dieses Vorgehen mit der Verfassung und den sonstigen Gesetzen Venezuelas völlig konform sein soll. Denn es ist nicht schwer, auch die besten und demokratischsten Gesetze durch “richtige”
” Auslegung weit genug zu dehnen, um fast jeden Unsinn zu legitimieren, undemokratische oder nicht undemokratischen Missbrauch gesicherte Gesetze machen es allerdings leichter und unauffälliger.
Verfasst von MartinM um 17:53 Uhr in der Kategorie Innenpolitik, Politik (Trackback)