Und immer noch höher …

Die Absurditäten des deutschen Steuerrechts sind im Prinzip bekannt.

Was aber einen SPD-Finanzminister seinerzeit nicht daran gehindert hat zu behaupten, ein hochentwickeltes Land wie Deutschland bräuchte auch ein kompliziertes Steuersystem.
Und der populistische Wahlkampf der SPD gegen Vereinfachungen ist auch noch in Erinnerung.

Aber manchmal ist “Vereinfachung” plötzlich doch ein Thema …

Denn plötzlich stellt das Finanzministerium fest, daß gewisse Tatbestände doch
schwer zu erklären
sind:

Wobei allerdings schon die Wortwahl verräterisch ist: Wenn für eine Ware nicht staatlich voll abgezockt wird, gilt das schon als “Subvention”.
Und wird damit sprachlich auf eine Stufe gestellt damit, daß sich Leute aus der Staatskasse Geld holen.

Aber gut - man könnte schon der Schlußfolgerunge zustimmen:
“Eine Ermäßigung der Umsatzsteuer ist kein geeignetes Mittel, Preissenkungen und damit eine Entlastung für den Verbraucher herbeizuführen”, bzw. “Ihre Abschaffung ließe die soziale Balance nicht ins Ungleichgewicht geraten”.

Aber man muß daraus nicht wie die “Finanzexperten” der großmäuligen Koalition den Schluß ziehen, einfach durch Anhebung des Steuersatzes 20 Milliarden zusätzlich zu kassieren.

Man könnte auch die beiden Mehrwertsteuersätze aufkommensneutral (von Steuersenkungen redet dort ohnehin keiner mehr) zusammenlegen.

Aber so eine ketzerische Idee ist offenbar weder dem Ministerium, noch den Koalitionsabgeordneten oder dem Spiegel-Reporter vermittelbar.

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3 Kommentare zu “Und immer noch höher …”

  1. 16.11.2007 | 15:02

    “Eine Ermäßigung der Umsatzsteuer ist kein geeignetes Mittel, Preissenkungen und damit eine Entlastung für den Verbraucher herbeizuführen”

    Aber natürlich wird ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz meist dazu führen, dass ein Produkt billiger angeboten und mehr davon konsumiert wird. Ob das Finanministerium das nun ein “geeignetes Mittel” nennt oder nicht.

  2. 16.11.2007 | 17:56

    Wieso, eine allgemeine Erhöhung (alles auf 19) folgt doch der neuen großkoalitionären Mathematik, schließlich ist nach der, der mittlere Wert von Zwei und Null Drei. :-)

  3. stefanolix
    16.11.2007 | 23:53

    R.A. schrieb:

    Man könnte auch die beiden Mehrwertsteuersätze aufkommensneutral (von Steuersenkungen redet dort ohnehin keiner mehr) zusammenlegen.

    Das ist das Schöne am liberalen Bloggen: man bekommt Gedanken zu lesen, auf die man selbst kaum noch gekommen wäre. Danke! Allerdings wird daraus leider nichts werden, wenn man allein schon die gesamtwirtschaftlichen Folgen für die Pferde-, Maultier- und Eselzüchter betrachtet ;-)

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