TORture

Wie heißt es doch so schön: “Auf hoher See und vor Gericht ist man in Gottes Hand.”

Sobald man in Deutschland wegen irgendetwas angeklagt wird, das mit Internet zu tun hat, gilt das nicht mehr: Gott ist da aus dem Spiel. Der Reflex der Justiz auf eigene Ignoranz scheint aus einem um so festeren Willen zur Bestrafung zu bestehen. Wer je mit Richtern und Staatsanwälten persönlich zu tun hatte, wird sich darüber nicht wundern. Die haben sich einen Kosmos geschaffen, der auf der Wahrnehmung einer Wirklichkeit beruht, die über die 70er Jahre nicht hinausgekommen ist.

Und das gerne auch widersprüchlich. Während das eine Gericht wegen der möglichen persönlichen Zuordnung die Speicherung von IP-Adressen zum Teufelszeug erklärt, betrachtet das andere alle Versuche, die persönliche Identifizierung zu verhindern, als eben solches. Wichtig ist nur eins: Wer auch immer die neue Technik nutzt, ist zu verknacken. Denn wenn die Wirklichkeit weiter ist als das Juristenhirn, muss sie natürlich entsprechend zurechtgestutzt werden.

Kleiner Nachtrag zum konkreten Fall: Man begegnet Juristen am besten mit gekauften Juristen, vulgo Anwälten. Wer das nicht tut, darf sich leider über den Ausgang von Verfahren nicht wundern.

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6 Kommentare zu “TORture”

  1. Die Stimme aus dem Off
    19.11.2007 | 7:53

    Der Mann sollte Strafanzeige wegen Rechtsbeugung gegen die Amtsrichterin stellen. Seine Schilderungen geben einen doch recht deutlichen Hinweis auf das mögliche Vorliegen von dolus direktus ersten Grades dar. Ich meine natürlich den zielgerichteten Erfolgswillen das Recht zu beugen.

    Wenn die Richterin lediglich genau und sicher wüsste das Recht zu beugen, wäre sie straflos. Es muss ihr gerade auf die Erreichung des Erfolges angekommen sein.

    Der gute Mann versteht übrigens mehr von Jura als mancher Examenskandidat; meinen Respekt hat er.

  2. R.A.
    19.11.2007 | 10:49

    Schon ein krasser Fall.

    In meiner Schublade habe ich noch neben vielen anderen “Man müßte mal”-Ideen einen Entwurf für einen Parteitagsantrag, spezielle Fachgerichte für Verfahren mit Technik bzw. Internetbezug einzurichten.

    So etwas gibt es schon für andere Bereiche, in denen es sinnvoll ist, daß die Gerichte sich ein eine Materie einarbeiten.

    Man wird es nämlich nicht schaffen, allen Juristen in Deutschland eine vernünftige EDV-Minimalbildung zu vermitteln.

  3. 19.11.2007 | 12:24

    Ich zitiere mich mal selbst. “Wenn ich mir anschaue, was unsere Gerichte in Sachen Internet für Urteile fällen, dürfte es eigentlich keinen Paragraphen-Dschungel mehr geben.”

  4. Die Stimme aus dem Off
    19.11.2007 | 17:22

    In meiner Schublade habe ich noch neben vielen anderen “Man müßte mal”-Ideen einen Entwurf für einen Parteitagsantrag, spezielle Fachgerichte für Verfahren mit Technik bzw. Internetbezug einzurichten.

    Das ist eine richtig gute Idee.

  5. 21.11.2007 | 10:06

    Mangels Fachwissen (als ich den Titel des Eintrags las, dachte ich erst, Rayson würde über seinen komischen Sport schreiben) weiß ich nicht genau, ob das hier was mit dem Thema zu tun hat.
    Gefunden habe ich den Link bei den Freiheitsfabrikanten (die mal etwas ihre Produktion ankurbeln könnten, damit der deutsche Markt besser bedient wird).

  6. 21.11.2007 | 13:34

    Es hat nicht direkt mit dem Thema zu tun, es ist aber dieselbe Technik und derselbe Personenkreis betroffen.

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