19. November 2007
TORture
Wie heißt es doch so schön: “Auf hoher See und vor Gericht ist man in Gottes Hand.”
Sobald man in Deutschland wegen irgendetwas angeklagt wird, das mit Internet zu tun hat, gilt das nicht mehr: Gott ist da aus dem Spiel. Der Reflex der Justiz auf eigene Ignoranz scheint aus einem um so festeren Willen zur Bestrafung zu bestehen. Wer je mit Richtern und Staatsanwälten persönlich zu tun hatte, wird sich darüber nicht wundern. Die haben sich einen Kosmos geschaffen, der auf der Wahrnehmung einer Wirklichkeit beruht, die über die 70er Jahre nicht hinausgekommen ist.
Und das gerne auch widersprüchlich. Während das eine Gericht wegen der möglichen persönlichen Zuordnung die Speicherung von IP-Adressen zum Teufelszeug erklärt, betrachtet das andere alle Versuche, die persönliche Identifizierung zu verhindern, als eben solches. Wichtig ist nur eins: Wer auch immer die neue Technik nutzt, ist zu verknacken. Denn wenn die Wirklichkeit weiter ist als das Juristenhirn, muss sie natürlich entsprechend zurechtgestutzt werden.
Kleiner Nachtrag zum konkreten Fall: Man begegnet Juristen am besten mit gekauften Juristen, vulgo Anwälten. Wer das nicht tut, darf sich leider über den Ausgang von Verfahren nicht wundern.
Verfasst von Rayson um 00:37 Uhr in der Kategorie Innenpolitik, Politik (Trackback)