Totalitärer Gottesstaat

Ein Mann äußert sich im Wartezimmer eines Arztes kritisch über einen religiösen Führer und die Art und Weise, wie sein Land Geld ausgibt. Dieses Gespräch wird belauscht, an die Autoritäten weitergetragen und führt dazu, dass der Mann als potenzieller Terrorist geführt wird. Als am folgenden Tag ein Farbbeutel auf das Geburtshaus des religiösen Führers geworfen wird, stürmt ein schwerbewaffnetes Militärkommando das Haus des Mannes, bedroht seine Frau und seine Kinder mit Maschinenpistolen, verhört ihn fünf Stunden lang auf der nächsten Polizeiwache, nimmt ihm Fingerabdrücke und Speichelproben ab. Auch seine Kinder werden eine halbe Stunde lang von schwerbewaffneten Polizisten vernommen, ohne dass sie ihre Eltern sehen dürfen. Schließlich lässt man ihn laufen. Ohne Entschuldigung, (bisher) ohne weitere Untersuchung.

In welchem totalitären Gottesstaat ist so etwas möglich? Iran? Syrien? Afghanistan? Ustascha-Kroatien?

Nein: Bayern.

Ab wann greift eigentlich Art. 20 Abs. 4?

(via Hokey)

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7 Kommentare zu “Totalitärer Gottesstaat”

  1. 30.11.2007 | 11:40

    Diese Meldung geistert ja schon seit ein paar Tagen durch die Blogs. Mir fällt es schwer, sie zu glauben. Warum? Erstens gibt es bislang offensichtlich nur eine Quelle dafür, eben diese “Fakt”-Sendung. Und in dieser kommt anscheinend lediglich die Familie zu Wort, die da angeblich nur wegen einer Papst-Äußerung vom SEK heimgesucht wurde. Weitere Recherchen? Stellungnahme der Staatsanwaltschaft? Bislang Fehlanzeige.

  2. 30.11.2007 | 11:48

    Mir ist sie das erste Mal untergekommen, aber Google zeigte mir, dass Du recht hast. Upps. Normalerweise versuche ich, nicht der tausendreihundertste zu sein, der so eine Meldung verwurstet. Hm, da will ich mal wieder was schreiben, und das misslingt mir, weil ich nicht genug Zeit zum Lesen habe. ;)

    Zur Stellungnahme der Staatsanwaltschaft berichtet FAKT ja, dass diese als Interview abgelehnt wurde. Auch die Landesregierung hat offenbar ein Interview verweigert.

  3. 30.11.2007 | 13:55

    [...] via Bissige Liberale [...]

  4. 30.11.2007 | 14:01

    Wenn ich die Berichte zu Bush-Besuch in Mainz lese, dann klingt so eine Überreaktion durchaus plausibel.
    Telepolis: “Dann kommen die Jungs, wo man nur die Augen sieht”

  5. 30.11.2007 | 14:45

    Wenn ich daran denke, was die Politiker uns über die Vorratsdatenspeicherung erzählt haben, Verwendung angeblich nur bei Verdacht und zur Terrorismusabwehr durch die zuständigen Behörden, und das selbige Daten jetzt auch anderen “Organisationen” zur Verfügung gestellt werden sollen, kann ich mir selbigen Vorfall durchaus vorstellen.

  6. 2.12.2007 | 3:56

    Oh mein Gott……

    Ihr habt doch bestimmt die Geschichte der britischen Lehrerin mitbekommen, die im Sudan verhaftet wurde, weil sie einen Teddybär nach Religionsgründer Mohammed benannt hatte.
    Ich habe gerade eine andere Geschichte mit einem Deutschen in der Hauptrol…

  7. 4.12.2007 | 20:50

    [...]Es ist Montag der 11. September letzten Jahres gegen 14:00 Uhr. Die bayrische Polizei stürmt die Wohnung von Familie Lindner in diesem Gehöft in der Nähe von Burghausen. Das Ehepaar hat zwei Kinder im Alter von sechs und zehn Jahren und bewohnt ungefähr 90 Quadratmeter. Doch die Polizei rückt mit einem martialischen Großaufgebot an.[...]

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