5. Dezember 2007
Mindestlohn und Arbeitsplätze
Da der Mindestlohn in der Postbranche ja nun beschlossen ist und die PIN auch gleich auf die prophezeihte Art und Weise reagiert hat (indem sie 1000 mies bezahlte Arbeitsplätze abgebaut hat), freuen sich die Propheten natürlich sehr. Bleibt nun aber die Frage, was ansonsten geschehen wäre: Wären nicht vielleicht durch die billige Konkurrenz die Bedingungen für die Bundespost so geworden, dass diese ihrerseits (besser bezahlte) Arbeitsplätze hätte streichen müssen? Und wäre das wirklich im Sinne der Arbeitnehmerschaft und der Gewerkschaften gewesen?
Und jetzt bitte nicht wieder mit dem Verweis auf Alternativen kommen. Ich glaube nicht, dass durch die günstigen Preise von PIN etc. tatsächlich allzu viele Briefe mehr befördert worden sind. Im Gegenteil handelte es sich bei deren Kunden vor allem um Werbesendungen (die per Mail oder Fax erheblich weniger Aufmerksamkeit erhalten) oder um Behördenpost (die ohnehin Schwarz auf Weiß und auf Papier verschickt werden muss). Das Ergebnis des Mindestlohns scheint mir also genau das beabsichtigte zu sein: Diejenigen, die die Briefe transportieren, werden nun besser dafür bezahlt.
Verfasst von Karsten um 11:15 Uhr in der Kategorie Politik, Wirtschaft, Wirtschaftspolitik (Trackback)