Wer ist hier der Boss?

Ohne jegliche Insiderkenntnisse und ohne auch nur alles, was die Presse dazu schreibt, gelesen zu haben, stelle ich doch eine Frage zur derzeitigen Schwierigkeit, einen neuen Chef für den “SPIEGEL” zu bekommen:

Wer möchte schon eine derartige Aufgabe übernehmen, wenn ihn zwar alle Außenstehenden als Chef sehen und Entscheidungen von ihm erwarten, er aber gleichzeitig vom Wohl und Wehe seiner Untergebenen abhängig ist, die gerade mal eben den letzten Chef abgesägt haben, weil er ihnen nicht passte?

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9 Kommentare zu “Wer ist hier der Boss?”

  1. 14.12.2007 | 10:36

    Die Antwort auf diese Frage gibt ja im Moment der Markt: Niemand.

    (Jedenfalls niemand, der geeignet wäre. Nach welchen Eignungskriterien auch immer.)

  2. 14.12.2007 | 10:41

    @Karsten

    Das klingt ja, als würdest du an den Grundfunktionen der Demokratie zweifeln. ;-)

  3. 14.12.2007 | 10:44

    @Boche:
    Bei einer Gewerkschaft, einer politischen Partei oder einem öffentlichen Amt weiß ich ja, wie der Hase läuft, kann mich drauf einstellen und konkurriere auch nur mit anderen, die unter den gleichen Bedingungen arbeiten. In einem Unternehmen stellt sich das schon etwas anders dar…

  4. 14.12.2007 | 10:50

    @Karsten

    Manche wollen ja auch Unternehmen demokratisieren.

  5. Karl Moritz Tellerrand
    14.12.2007 | 10:56

    Ich würd’s mal so sagen: Wer sich das nicht zutraut, sondern nur als Autokrat arbeiten kann, der ist halt dann für den Job auch nicht geeignet.

    Markt hin oder her: Dass sich dafür bis jetzt keiner gefunden hat, ist doch eher ein Armutszeugnis für die Führungsriege des deutschen Journalismus als ein Beleg für die falsche Organisationsstruktur beim Spiegel.

  6. 14.12.2007 | 10:59

    @Talleyrand:
    Nun ja. Das Kriterium der “Eignung” aus Sicht der Mitarbeiter scheint ja nebenbei noch die richtige politische Ausrichtung zu sein.

  7. Karl Moritz Tellerrand
    14.12.2007 | 17:14

    Ja natürlich. Aber das ist doch auch so, wenn der Verlagsleiter den neuen Chefredakteur einstellt, oder etwa nicht?

  8. 14.12.2007 | 17:39

    Nun, bei Aust scheint es mir eher so, als sei der aufgrund seiner Führungsqualitäten eingestellt worden und hätte dann im Alleingang die Ausrichtung des SPIEGEL umgeworfen.
    Davon abgesehen, kann man sich bei einem Verlagsleiter wenigstens auf seine Aussagen von heute verlassen. Bei einer häufiger wechselnden Mitarbeiter-KG auch?

  9. 15.12.2007 | 22:06

    Ja, das ist ein harter Job. Man muss die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter doch tatsächlich überzeugen. ein unerhört harter Job, mit dem sicher mancher Manager in Deutschland absolut überfordert sehen dürfte. Aber die kriegen ja zum Trost eine ordentlich Abffindung, wenn es wirklich nicht klappen sollte.

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