Endlich Gerechtigkeit

“Im Sozialismus kann jeder zu einem kleinen Vermögen kommen. Er muss aber vorher ein großes gehabt haben.”

Ihrer neuen Linie folgend, die mehr ein Dahinschlingern auf der Schleimspur ihres ehemaligen Vorsitzenden ist, hat sich die SPD entschlossen, endlich alle über den Sozialismus kursierenden Witze zu verwirklichen. Als gesamtgesellschaftliches Problem hat sie jetzt die Bezahlung von Firmenvorständen erkannt. Diese soll durch gesetzliche Regelungen entschieden bekämpft werden. Noch nicht klar ist, ob nur Vorstände (Organ einer AG) oder auch Geschäftsführer (Organ einer GmbH) betroffen sein sollen. Tröstlich aber zu erfahren, dass selbst in Zeiten, in denen immer Kirchen abgerissen oder einer profanen Verwendung übergeben werden müssen, in diesem Land noch Glaubensstärke vorzufinden ist. Zum Beispiel im Glauben daran, dass sich Bürger ergeben in ihr Steuerschicksal fügen und resigniert all ihre Kreativität dabei fahren lassen.

Da wenigstens die Zahlen der DAX-30-Unternehmen ganz gut publiziert sind, kann man ungefähr schätzen, um wieviel bei einer vollständigen Abschöpfung der Bezüge dieser Vorstände jeder Bezieher von ALG II im Monat mehr erhalten könnte: 5 Euro, also nach Abzug der Verwaltungskosten ungefähr eine Schachtel Zigaretten. Um diese Errungenschaft nicht zu gefährden, sollte die SPD aber die noch halbherzige Idee der Besteuerung rechtzeitig aufgeben, bevor der Kleine mit der spitzen Nase ihnen den Coup mit der Forderung, Vorstände auf 1-Euro-Basis zu vergüten, noch vorwegnimmt.

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21 Kommentare zu “Endlich Gerechtigkeit”

  1. 28.12.2007 | 18:36

    Aber das es einen Zusammenhang zwischen niedrigen Höchststeuersätzen und den Managergehältern gibt, legt ein Artikel aus der “Welt” nahe:

    Noch bis Anfang der 80er-Jahre waren das Phänomen der exorbitanten Managergehälter und die öffentliche Aufregung darüber in den USA weitgehend unbekannt. Das lag am Steuersystem. So galt bis 1964 ein Gesetz, wonach der Staat für jeden Dollar Einkommen über die Grenze von 400.000 Dollar hinaus satte 91 Prozent Steuern verlangte. Bis 1981 wurden immerhin noch bis zu 70 Prozent fällig. Danach senkten Politiker die Spitzensteuersätze und höhere Gehälter wurden für die potenziellen Empfänger erst attraktiv. Sie forderten mehr Geld, und die Verwaltungsräte genehmigten es.

    Jedenfalls wäre das schnell umsetzbar. Genauso wie der Umzug der Firmenzentralen. Klar.

    Irgendeine Antwort wird man aber finden müssen, da als ungerecht empfundene lang andauernde Zustände meiner Meinung nach zu Überreaktionen führen. (Ich glaube nämlich, dass sowas wie Gewerkschaften früher© unter anderen deswegen entstanden, weil die Arbeitgeber ihre Position zu sehr ausnutzten.)

  2. 28.12.2007 | 19:05

    Für mich nochmal zum Mitschreiben: Weil sie ungefähr die Hälfte davon versteuern mussten, haben die Manager auf das Gehalt lieber verzichtet? Solche Idioten würde ich als Aufsichtsrat aber ruckzuck auf die Straße setzen, weil die Gefahr besteht, dass sie bei Unternehmensentscheidungen auch so handeln.

    Ein uralter Fehler bei der Interpretation von Korrelationen: Die beiden Entwicklungen, höhere Managergehälter und niedrigere Steuern, hängen natürlich nicht ursächlich zusammen, sondern sind Folgen von gleichzeitig auftretenden Entwicklungen. Für den Anstieg der Managergehälter ist vor allem eine verkürzte Shareholder-Value-Sicht verantwortlich, die es den Managern ermöglichte, eine gegebene Principal-Agent-Situation zu ihren Gunsten auszunutzen.

    Die “empfundene Ungerechtigkeit” ist aus meiner Sicht nichts weiter als ein Ausdruck von Neid. Ich könnte es verstehen, wenn die einen darunter zu leiden zu hätten, dass die anderen kassieren, aber hier besteht der Witz ja darin, dass die Gruppe A fordert, eine Gruppe B mögen zu Gunsten einer Gruppe C verzichten, während die zu begünstigende Gruppe C davon gar nicht überzeugt ist. Setze B gleich Manager, C gleich Anteilseigner und A gleich alle anderen. Dieses Konzept der “Gerechtigkeit” ist in Wirklichkeit eins der Gleichheit. Millionen Menschen können es nicht ertragen, dass ein paar wenige viel mehr Geld verdienen als sie. Aber das ist es wohl nicht allein, denn der Furor trifft vergleichsweise nicht die ebenfalls dick kassierenden Stars aus Unterhaltung und Sport, die zudem im Gegensatz zu den Managern meist noch nicht einmal ihr Geld im Inland versteuern. Es kommt nämlich noch ein Gefühl der Rache hinzu: Man will es diesen Typen, die man als Mächtige ansieht, mal so richtig zeigen.

    Kommt, Leute, tretet alle Philosophen, Staatstheoretiker und Politikwissenschaftler in die Tonne. Was dieses Land braucht, sind Kinderpsychologen.

  3. 28.12.2007 | 19:44

    Der Vergleich mit Stars aus Unterhaltung und Sport zieht meiner Meinung nach nicht, weil diese keinem Arbeitnehmer erzählen, dass er länger arbeiten, kürzer treten oder aus Renditegründen zum Arbeitsamt gehen soll.

    Viel mehr Geld verdienen, die Formulierung trifft es nicht so ganz. Ein wegen Unfähigkeit geschasster Vorstand ist mit Abfindung - aus Sicht eines 08/15-Arbeitnehmers - für sein restliches Leben versorgt. Während er - dank der Unfähigkeit des Vorstandes - möglicherweise ALG I und ALG II und schließlich keine Rücklagen mehr hat.

    Selbstständlich wäre den Arbeitnehmern geholfen, wenn sie mehr Selbstvertrauen hätten und Initiative zeigen würden, als sich auf ihre Firma zu verlassen. Und dass sie abspringen, wenn das Management versagt bzw. ihrer Firma mit Wechsel drohren, wenn sie gute Leistungen bringen.

  4. 28.12.2007 | 20:56

    Wenn das das Problem ist, dann bräuchten wir in etwa ein Gesetz, das im Fall von Managerversagen die vollständige Enteignung des Versager vorsieht. Dann hätte der danach auch Probleme.

  5. 28.12.2007 | 21:00

    Sich “ergeben ins Steuerschicksal fügen” - ja zum Kuckuck - HABE ICH DAS ETWA GETAN?

    Rayson, dieses Land braucht keinen Kinderpsychologen, sondern einen veritablen Umsturz… (äh, nur graut mir davor, wenn ich bei sowas in die deutsche Geschichte guck.. war danach meist schlimmer…)

    Sprach Bodo, sich ergeben ins Steuerschicksal “fügend”.

  6. Libero
    28.12.2007 | 21:04

    @Rayson

    entspann dich, betagte Herren wie wir müssen an ihr Herz denken. Versuche es mal damit

    Asshole Rating Self-Exam (ARSE)
    http://electricpulp.com/guykawasaki/arse/

    Das Zertifikat kann auf Wunsch auch ausgedruckt werden. Empfehlenswert ist auch

    Hard Facts, Dangerous Half-Truths And Total Nonsense: Profiting From Evidence-Based Management von Bob Sutton
    speziell
    4. do the best organisation have the best people?
    6. do financial incentives drive company performance
    8. are great leaders in control of their companies

    Ist es wirklich Neid. Oder nicht vielleicht die Gewissheit, das die Performance eines Unternehmens nicht zu 100 % der Führung zuzuschreiben ist. Das mögen CEOs und CFOs anders sehen. Auch eine Form von Realitätsverlust. Natürlich, wenn ich den ganzen Tag nur mit Zahlen zutun habe, bin ich irgendwann so degeneriert, das ich Zahlen brauche, um mich anerkannt zu fühlen.

    Ein innovativer Mediziner, Ingenieur oder Naturwissenschaftler hat andere Möglichkeiten, Anerkennung zu erhalten. Ein geheilter Patient, ein Methode, viele Menschen vor Leid zu bewahren, eine interessante Entdeckung, ein funktionierendes Gerät oder Verfahren, das ist eine Form von Belohnung. Selbst das bloße Miterleben des Fortschrittes ist für viele Belohnung. Deshalb bedeutet den meisten in dieser Berufsgruppe das Einkommen meistens weniger als einem Betriebswirten. Dem bleibt nichts anderes übrig als primär auf das Einkommen zu sehen. Dafür habe ich ja Verständnis.

  7. 28.12.2007 | 21:05

    @David: Mir ist klar, dass das nicht funktionieren würde. Das Motto “wer nichts macht, macht nichts verkehrt”, kann es ja auch nicht sein.

  8. stefanolix
    28.12.2007 | 21:31

    Ach Libero: muss das jetzt zum Zickenkrieg gegen Betriebswirte werden? Solange sie nichts von Deinem Geld verdienen, kann es Dir doch gleichgültig sein. Und wenn sie doch etwas von Deinem Geld verdienen, dann kannst Du ja etwas dagegen tun.

    [Disclaimer: ich bin kein Betriebswirt]

  9. Parker8
    28.12.2007 | 21:52

    Die “empfundene Ungerechtigkeit” ist aus meiner Sicht nichts weiter als ein Ausdruck von Neid.

    Oder Ausdruck davon, dass wir keine Affen mehr sind.

  10. 28.12.2007 | 22:54

    [...] Mit dem Kopf voran 28.12.2007 um 22:54 UhrDas letzte Wort…von: steffenh   Kategorie: Blogosphäre …kommt hier nicht von mir sondern von B.L.O.G.ger Rayson. Der kommentiert die aktuele Neid-Debatte um die Managergehälter folgendermaßen: [...]

  11. Libero
    28.12.2007 | 23:03

    @stefanolix

    Neid wäre eine mögliche Erklärung. Ist es die einzige mögliche Erklärung? Gibt es keine anderen möglichen Erklärungen und hat der Betreffende diese Erklärungen ausgeschlossen?

    Was soll ich von einem gestandenen zum Denken fähigen Mann halten, der nachspricht, was andere vorsprechen.

    Gibt es Neid nur von unten nach oben? Ist der, der mehr hat, frei von Neid und voll von selbstloser Anerkennung oder ist Neid nicht vor allem unter den Familien mit ähnlichen Status verbreitet. Im Amerikanischen gibt es für diesen neidgetriebenen Konsum auch einen Begriff, denn ein so ein welterfahrener Mann wie Rayson gewiss kennt.

    Es gibt neidische Menschen, die sich immer mit anderen vergleichen müssen, weil sie selbst nicht sind, sondern nur aus Statussymbolen bestehen. Nur nimmt deren Neid mit dem Einkommen nicht ab, sondern eher zu.

    Ein geldgetriebenes Leben kann keine Erfüllung finden. Ich bezweifele auch, ob man damit erfolgreicher Unternehmer sein kann. Manager vielleicht, aber nicht Unternehmer.

  12. 28.12.2007 | 23:55

    @Marc

    Sach ich doch: Weil man es den Mächtigen zeigen will. Neid und Rachsucht - große Gefühle, fast wie Hollywood.

    @Bodo Wünsch

    Möchtest du etwa die mit dem Steuergesetz herumfuchtelnden Anwälte der Gerechtigkeit in ihrer Glaubensstärke erschüttern?

    @Libero

    Wie immer knapp an der Eckfahne vorbei. Dass ich so ganz privat, wenn mich denn einer fragen sollte (wobei ich mich dann gleich fragen würde, warum mich das was angehen soll) die Höhe der Managergehälter für weit überzogen und betriebswirtschaftlich auch sehr oft kontraproduktiv halte, spielt doch keine Rolex. Dass man dieses Entgelt aus Gründen der Markttransparenz in Struktur und Höhe offenlegt, darin kann ich noch einen Sinn erkennen. Ich z.B. würde nicht in Unternehmen investieren, deren Vorstand sich durch besonderes Talent zur Selbstbereicherung auszeichnet. Über das Gehalt eines Vorstandes zu entscheiden haben aber allein die Aktionäre. Die SPD und andere Politiker geht das einen feuchten Kehricht an. Natürlich bedienen sie jetzt einen Neid, den sie vorher selbst angeheizt haben.

    @Parker8

    Der Neid als höhere Stufe der Evolution? Nicht schlecht. Aber auch vorbei, wenn auch etwas knapper als der Libero. In deinem Beispiel geht es um ein Gefühl für Fairness. Kann gut sein, dass viele Manager das nicht haben. Aber unfair behandelt fühlen können sich hier wiederum nur die Aktionäre. Unbeteiligte können sich nicht unfair behandelt fühlen, die können nur neidisch sein.

  13. 29.12.2007 | 0:20

    @parker8:

    Mit dem Unterschied, dass Fairnissreflexe in einer frühen Entwicklungsetappe der Menschheit Sinn machte, in der ungleiche Eigenkommensverteilung durchaus existenzielle Konsequenzen hatte, weil u.a. nur der Wohlhabende eine Chance hatte sich fortzupflanzen und die Chancen größer waren, dass ungleiche Einkommensverteilung nicht Ergebnis arbeitsteiliger Prozesse, sondern kräfteverzerender Umverteilung waren. Nun, diese Zeiten sind lange vorbei, wir leben nicht mehr in der Urzeit und haben wesentlich mehr Chancengleichheit als damals. Und so sind auch diese Fairnessreflexe heutzutage eher hinderlich, da kann ich stefanolix nur zustimmen.

    Das Wirtschaften ein Nullsummenspiel ist, bei dem Manager sich auf Kosten aller anderen ohne Gegenleistung bereichern, scheint nach wie vor die Generalunterstellung in dieser Diskussion zu sein. Hohe Managergehälter, Rationalisierung und Personalabbau werden zusammengeschmissen und fertig ist die These von den Nieten in Nadelstreifen. Doch macht die ganze Fairnessdiskussion hier keinen Sinn, weil ein sich bereichernder Manager bestenfalls den Aktionär übervorteilt. Der Arbeitnehmer wird zwar möglicherweise auch Opfer von Unfähigkeit, allerdings ist das Ende eines Unternehmens in der Regel nicht das Ende eines Marktes und dessen Angebot wird von anderen Unternehmen übernommen, also von anderen Arbeitnehmern produziert. Auch sind Entlassungen in Unternehmen keinesfalls immer als Zeugnis der Unfähigkeit von Managern, sondern manchmal auch von deren Fähigkeit. Schließlich ist der Zweck von Unternehmen nicht die Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, sondern das Angebot eines nachgefragten Produktes. Wer sich den “Nieten in Nadelstreifen” nicht ausliefern möchte und lieber an seinen eigenen Fehlern scheitern will, kann dies mit dem Gang in die Selbstständigkeit tun. Nun leicht wird einem das in diesem Land nicht gemacht. Unsere Politiker sorgen schon dafür.

  14. Freie Radikale
    29.12.2007 | 12:30

    Gut, dass es diese „Nieten in Nadelstreifen“ gibt, sonst wären womöglich wieder die Juden dran.

  15. 29.12.2007 | 16:50

    Lieber Rayson,

    soweit ich die Pläne der SPD-Kommission verstehe, werden sie, selbst wenn die CDU zustimmen sollte, ins Leere gehen, wenn nicht kontraproduktiv sein.

    Es ist doch nachgerade lächerlich, zu erwarten, daß Vorstand und Aufsichtsrat, wenn sie sich zusammensetzen, nicht Gehaltsmodelle finden, die das umgehen, was jetzt an indirekten Maßnahmen von der SPD geplant ist. Und eine formale gesetzliche Begrenzung der Vorstandsgehälter und/oder eine Sonderbesteuerung wäre sehr wahrscheinlich verfassungswidrig, weil das gegen die Vertragsfreiheit und/oder das Gleichbehandlungsprinzip verstoßen würde.

    Kontraproduktiv dürfte sich eine erweiterte Pflicht zur Offenlegung auswirken. Schon die jetzige Variante hat vermutlich die Gehälter nach oben getrieben, weil sie zu so etwas wie einem Maßstab für den Rang des Betreffenden in der deutschen, der weltweiten Hierarchie der Spiztenmanager geworden sind.

    Anders als beim Mindestlohn sehe ich in diesen Plänen keine wirkliche Gefahr für die Volkswirtschaft. Am Bedenklichsten daran finde ich, wie die SPD sich von den Kommunisten am Nasenring durch die Manege ziehen läßt.

    Herzlich, Zettel

  16. Parker8
    29.12.2007 | 17:10

    Aber unfair behandelt fühlen können sich hier wiederum nur die Aktionäre.

    Das ist eben nicht die Wahrnehmung der Leute (der Beck’schen Leute). Sie sind in einem Unternehmen, und sie haben darin einen öbersten Chef.

    Es ist der gemeinsame Laden. So wird es auch sinnvollerweise im Betrieb kommuniziert.

    Und wenn der Chef sich einkommensmäßig zum Feudalherrn aufschwingt, gibt es die Probleme eben des Feudalismus.

    Das ist alles rechtlich ungenau, aber psychologisch sehr real.

  17. stefanolix
    29.12.2007 | 20:15

    @Parker8: Könnten wir jetzt von der Küchenpsychologie wieder zur Realität des Jahres 2007 kommen?

    Das höchste Jahreseinkommen hatte 2007 der Porsche-Manager Wendelin Wiedeking. Die Wikipedia gibt das wieder, was man auch in der Presse lesen konnte:

    Im vergangenen Jahr (Stand 11/2007) soll aufgrund eines Rekordgewinns von 5,9 Milliarden Euro Wiedekings Gehalt rund 60 Millionen Euro betragen haben. Davon beruhen 53 Millionen Euro auf einer Gewinnbeteiligungsvereinbarung aus den 1990er-Jahren [2]. Mit dem genannten Gehalt zählt Wiedeking zu den bestbezahlten Managern der Welt.

    Der Porsche-Betriebsratsvorsitzende hat das Einkommen Wiedekings ausdrücklich gegen Kritik von außen verteidigt: »Wir hatten schon einmal sehr günstige Vorstände. Die waren so günstig, dass wir fast pleitegegangen wären

    Und ich möchte doch vermuten, dass Herr Hück etwas tiefer in dem »gemeinsamen Laden« Porsche verwurzelt ist als Parker8;-)

  18. R.A.
    29.12.2007 | 20:57

    @Libero:
    > die Gewissheit, das die Performance
    > eines Unternehmens nicht zu 100 %
    > der Führung zuzuschreiben ist.
    Nicht zu 100%.
    Aber der Prozentsatz ist verdammt hoch.

    Ich habe nun wirklich einige Unternehmen kennen gelernt, mit guten und mit schlechten Führungskräften: Der Fisch stinkt immer vom Kopfe her.
    Das gilt auch für andere Bereiche, der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Schulleiter ist einer Schule nach einigen Jahren sehr deutlich anzumerken.

    Eigentlich auch ganz logisch: Zwei Lehrerkollegien oder zwei Firmenbelegschaften unterscheiden sich im Schnitt nicht besonders. Wenn sich aber nun deutliche Qualitätsunterschiede zeigen, dann kann das eigentlich nur an guten oder schlechten Grundsatzentscheidungen liegen.
    Die übrigens wenig damit zu tun haben, ob der Chef nun wirklich 80 Stunden die Woche arbeitet - das ist der unwichtigste Aspekt bei der Gehaltsbestimmung.

  19. 29.12.2007 | 21:33

    @Zettel

    Das meinte ich mit der Glaubensstärke: Steuerzahler pflegen sich in ihrem Verhalten anzupassen.

    Und eine Gefahr für die Volkswirtschaft - um Himmels Willen, sollte jemand aus meinen Worten so etwas herauslesen, könnte es sich nur um ein gewaltiges Missverständnis handeln!

    Was mich da als Nichtbetroffenen vor allem stört, ist die Denke, die hinter solchen Vorschlägen zum Vorschein kommt. Und die kann woanders hinreichend Schaden anrichten.

  20. Parker8
    30.12.2007 | 12:51

    @stefanolix

    Natürlich, die Gewerkschafter haben da noch mal ihre eigenen Interessen. Sie gaben und geben im Aufsichtsrat ja auch durchweg ihr OK zum Vorstandsverdienst, sei es bei Wiedeking oder Schrempp.

  21. stefanolix
    30.12.2007 | 14:37

    @Parker8: Hier sprach Herr Hück aber in seiner Rolle als Chef des Betriebsrates. Gewerkschaftsfunktionäre sind ja sonst eher für eine Reduzierung oder Begrenzung der Managergehälter.

    Nach Hücks Aussage zu urteilen, waren die Mitarbeiter mit den »billigen« Managern deutlich unzufriedener als mit dem »teuren« Herrn Wiedeking. Die Porsche-Mitarbeiter haben ja in diesem Jahr selbst auch eine ordentliche Erfolgsbeteiligung bekommen, was damals ganz sicher nicht der Fall war.

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