Kann es wirklich sein?

Ist es möglich, daß wirklich jemand so grottendumm und widerlich argumentiert wie hier beschrieben?

Und daß sich Akademiker nennende Zeitgenossen dem noch anschließen?

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15 Kommentare zu “Kann es wirklich sein?”

  1. 29.12.2007 | 21:26

    Es ist möglich. Und Akademiker schließen sich allem an, wenn’s sein muss.

    In Deutschland erschien in den Zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein Buch, in dem stand, das ‘Weldjudentum’ sei das Unglück der Welt; es gehöre ausgerottet, und weil’s notwendig ist, bräuchte das deutsche Volk gleich mal a bisserl “Lebensraum im Osten”. Eine “Rassen”-”theorie” (’Meise geht zu Meise, Hund zur Hündin’) gab’s gratis dazu. Ein Dr. Joseph G. aus R. gab lange Jahre den Lautsprecher.

    Und wisst ihr was? Im Unterschied zu obiger “Doktor”-arbeit wurde das Buch (das Werk eines Gefreiten) kaum wahrgenommen. Vielleicht wegen seiner absurden Grottendummheit und Widerlichkeit? Aber was darin stand, wurde etwas später 1:1 vollzogen.

    Will sagen: Es kommt nur auf das Koordinatensystem an. Aus Absurdität wird schon mal “Wahrheit”.

    Schade, dass Lizas Blog nicht auf Arabisch (und Hebräisch gleich mit) erscheint.

  2. DNSfrei
    29.12.2007 | 21:50

    musste erst auf dem kalender nachsehn,ob wir den
    1. april haben :-)
    es ist traurig…aber ich musste echt laut lachen als ich das las…

  3. Aloisius
    29.12.2007 | 22:22

    Die Geschichte war am mittwoch schon im wallstreet journal online:
    http://www.opinionjournal.com/best/?id=110011041
    ganz nach unten scrollen bis “Academentia Watch”

  4. Buenavista
    30.12.2007 | 0:18

    Oy

  5. Die Stimme aus dem Off
    30.12.2007 | 10:56

    Das ist ein sehr gut getarnter Scherz. Alles andere wäre der pure Antisemitismus… ;-)

  6. 30.12.2007 | 12:14

    Was wollt ihr, die arbeiten dort nach der bewährten Pippi Langstrumpf-Methode “Ich mach’ mir die Welt
    Widdewidde wie sie mir gefällt”. :-)

  7. quer
    30.12.2007 | 17:31

    Intellektuelle - zumal in Deutschland - zeichnen sich seit jeher dadurch aus, mühelos über jede Verachtung der Menschenrechte hinwegsehen zu können. Zu diesem Zwecke haben sie stets die richtige Brille parat, um “links” nichts wahrnehmen zu müssen. Mit anderen Worten: Intellektuelle sind seit jeher hierzulande ein Bollwerk der Glaubwürdigkeit. Ludwig Erhard sprach mal zu recht von Pinschern. Und die pinkeln gerne mal am Denkmal der Menschenrechte und Menschenachtung.

  8. 30.12.2007 | 18:32

    Lieber R.A.,

    könnte es hier nicht ähnlich sein wie bei der Mainzer Untersuchung, die angeblich gefährliche Strahlung aus AKWs nachgewiesen hat? Nur hatte keiner sich die Mühe gemacht, die Untersuchung selbst zu lesen oder wenigstens die Hauptautorin zu befragen.

    Ich habe eben versucht, die Arbeit - es ist eine M.A.-Arbeit einer Studentin namens Tal Nitzan - im Orinal zu finden. Sie scheint aber nicht im Web zu sein.

    Solange man nicht weiß, was die Kandidatin eigentlich an Daten hatte (Grundlage waren 25 Interviews mit Soldaten), welche Hypothesen sie anhand dieser Daten überprüft hat, wie sie zu ihren Folgerungen gekommen ist (welchen eigentlich?, auch das weiß man ja gar nicht), erscheint es mir schwierig, über diese Arbeit zu diskutieren.

    Herzlich, Zettel

  9. stefanolix
    30.12.2007 | 19:18

    Das geht jetzt aber zu weit: wer Verletzungen der Menschenrechte absichtlich übersieht oder leugnet, ist möglicherweise ein Intellektuellendarsteller, aber niemals ein wirklicher Intellektueller.

    Das Elaborat der israelischen Soziologin ist nach allem, was wir darüber wissen, ganz sicher keine wirklich wissenschaftliche Veröffentlichung. Es ist mir ein Rätsel, wie man eine Verbindung zwischen diesem Machwerk und den Intellektuellen herstellen kann.

    Ludwig Erhards Äußerung über die »Pinscher« ist einfach nur peinlich. Mindestens genauso peinlich ist diese unterschwellige Aggression gegen Intellektuelle.

  10. stefanolix
    30.12.2007 | 22:37

    Lieber Zettel, es ist natürlich möglich, dass die Arbeit der israelischen Soziologin falsch wiedergegeben wurde oder dass es gar eine »urban legend« ist. Falls sie in der Arbeit aber tatsächlich solche Schlussfolgerungen gezogen hätte, würden die kritischen Bewertungen meiner Meinung nach zutreffen.

    Wenn ich auf der Seite der »Hebrew University of Jerusalem« nach dem Namen Tal Nitzan suche, finde ich überhaupt keinen Hinweis auf diese Arbeit. Kennt jemand noch eine weitere Quelle als die bei Lizas Welt verlinkte Seite? Ich habe einen Verweis auf die israelische Zeitung »Makor Rishon« gefunden, aber die scheint keine englische Webseite zu haben.

    PS: Unnötig zu sagen, dass sich mein Kommentar von 19:18 Uhr auf »quer« bezog;-)

  11. 31.12.2007 | 10:51

    Hmmm, bei den social studies scheint ein Teil der Webseiten nur auf Hebräisch vorzuliegen. Das würde erklären, warum wir hier nix finden.

  12. R.A.
    31.12.2007 | 11:52

    @stefanolix:
    > Es ist mir ein Rätsel, wie man eine
    > Verbindung zwischen diesem Machwerk
    > und den Intellektuellen herstellen kann.
    Falls diese Studie wie von Liza beschrieben existiert, würden sich die Macher und ihr Umfeld sicher als Intellektuelle sehen.

    Und auch wenn Du Dich zu Recht gegen Pauschalurteile wendest - ich habe schon sehr deutlich den Eindruck, daß “Intellektuelle” besonders anfällig gegenüber menschenfeindlichen Ideologien aller Art sind.
    Es könnte sein, daß das per höherer Bildung vermittelte Abstraktionsvermögen bei vielen Leuten dazu führt, daß sie sich von normalen menschlichen Regungen und gesundem Menschenverstand distanzieren und im Namen einer mit irgendeiner Argumentation hergeleiteten Logik Grausamkeiten rechtfertigen, die eigentlich indiskutabel sein müßten.

  13. stefanolix
    31.12.2007 | 16:47

    Gut, es ist eine Frage der Selbstwahrnehmung, sich als Intellektuelle oder als Intellektuellen zu sehen. Es ist eine andere Frage, ob man auch von anderen so gesehen wird … nach einer Magisterarbeit ist man es meiner Meinung nach noch nicht;-)

    Es gab zweifellos Intellektuelle, die so funktionierten, wie Du es beschrieben hast. Sie haben beispielsweise über die Verbrechen Stalins hinweggesehen und hinweggeredet, sie haben die »killing fields« aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt und die Kulturrevolution gefeiert. Aber ich gebe dann auch zu bedenken, dass jeder Gedanke eines Intellektuellen eben viel mehr Gehör findet, als der Gedanke eines normalen Menschen.

  14. 31.12.2007 | 16:51

    @R.A.: Anfällige Intelektuelle finden sich leicht. Beispielsweise Juristen, die Folter rechtfertigen, oder Naturwissenschaftler, die die Definition “unwertes Leben” begründen können.

  15. 1.01.2008 | 18:18

    Oder eben Carl Schmitt, der in einem neueren Blogeintrag angesprochen wird.

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