4. Januar 2008
“Mutig”?
Ist doch erstaunlich, wie leicht man für die blödeste größte deutsche Tageszeitung “Deutschlands mutigster Staatsanwalt” werden kann: Man nehme einige kriminologische Fakten, die man so oder so ähnlich auf jeder Website zur Kriminologie und in zahlreichen Untersuchungen und Statistiken nachsehen kann, referiere diese bei der Veranstaltung einer Partei, die schon seit etlichen Jahren öffentlich ähnliche Forderungen erhebt wie man selbst, und - zack! - schon ist man so außergewöhnlich mutig, weil man ein Tabu gebrochen hat, das eigentlich gar nicht besteht. Häh?
Wäre die BILD-Zeitung nicht ultrakonservativ, sondern radikal-ökologisch, so würde sie wohl titeln “Deutschlands mutigster Energieberater”, wenn ein solcher vor der Heinrich-Böll-Stiftung einen Vortrag über CO2-Ausstöße von Autos der Oberklasse halten würde. Immerhin würde er ja damit gegen das Tabu vorgehen, dass man nicht über den Klimawandel sprechen dürfe.
Eigentlich wäre es ganz schön, noch ein solches Blatt dazu zu bekommen. Dann würde einem das Lachen wenigstens aus mehreren politischen Richtungen im Halse stecken bleiben…
Verfasst von Karsten um 16:37 Uhr in der Kategorie Innenpolitik, Presse / SPON- und taz-Blog (Trackback)