9. Januar 2008
ÜBärtreiben wir da nicht etwas?
Was für ein Drama? Im Nürnberger Zoo hat eine Eisbärenmutter das gemacht, was ihre Artgenossinnen in freier Wildbahn regelmäßig anstellen. Sie hat wohl zwei kranke Jungtiere getötet und verspeist. Seit jedoch Knut zum beliebtesten Bundesbürger auserkoren wurde, wird das Verhalten der Bären nicht einfach hingenommen, sondern mit menschlichen Moralmassstäben gemessen und entsprechend kommentiert. Da betont etwa der Zoodirektor versichernd, «Wir gehen davon aus, dass Vilma ihre Jungen bis zuletzt vorbildlich versorgt hat». Andere gar kritisierten den Zoo, der Natur ihren Lauf und der Bärenmutter die Verantwortung über ihre Babys gelassen zu haben, statt sie wie Knut von der Mutter getrennt mit der Flasche aufzuziehen. In einem Land, in der inzwischen sogar über die Zucht von Zootieren moralisierend debattiert wird, muss man sich über die regulative Bevormundung von Menschen nicht wundern.
Verfasst von SteffenH um 00:46 Uhr in der Kategorie Allgemein (Trackback)