ZVS

Die Zentrale Studienvergabestelle (ZVS) soll im Zuge der vom Bundeskabinet beschlossenen “Qualifizierungsinitiative” wie viele obsolet gewordene öffentliche Institutionen zu einer Zentralen Aufgabenveränderungsstelle, ähm “Serviceagentur für mehr Transparenz im Studienangebot” umgewandelt werden. Das verursacht bei Ludger Wößmann vom Münchener ifo-Institut aus gutem Grund Bauchschmerzen:

Eigentlich hätten viele eher erwartet, dass die ZVS abgeschafft wird, denn durch die Studiengebühren und gesonderte Auswahlverfahren liegt mittlerweile ein großer Teil der Bürokratie bei den Unis selbst. Aber die Abschaffung der ZVS wäre wohl utopisch: Im öffentlichen Bereich werden Institutionen eben nicht abgeschafft, sondern bekommen neue Aufgaben.

Junge Frauen sollen zudem mit einem “Freiwilligen Technischen Jahr” weg vom Germanistik-, hin zum Maschinenbaustudium motiviert werden. Statt Oma und Opa trockenzulegen, wird dann die Werkhalle geputzt und die Drehmaschine geschmiert. Das bringt bestimmt den politisch korrekten Run von Frauen in die Ingenieurwissenschaften. Ich würde sagen, man sollte das Ein-Bildungspolitik nennen.

Ähnliche Beiträge


25 Kommentare zu “ZVS”

  1. 9.01.2008 | 16:06

    “weg vom Germanistik-, hin zum Maschinenbaustudium motiviert werden. Statt Oma und Opa trockenzulegen, wird dann die Werkhalle geputzt und die Drehmaschine geschmiert.”

    Wenn es so läuft wie Du oben polemisiert (das soll es doch wohl sein) dann arbeitet die Frau wenigstens nahe dem Beruf, den sie studiert hat. Maschinenbauingenieurin sein und in der Maschinenpflege zu arbeiten ist allemal näher am Maschbauerstudium als Germanistin zu sein und in der Altenpflege zu arbeiten.

    Und jetzt mal sachlicher: Was ist an Einblicken in die Arbeitswelt so schlecht? Viele machen Abi und studieren einfach drauflos oder wissen gar nicht was sie werden wollen oder was sie erwartet?

  2. R.A.
    9.01.2008 | 16:32

    @Marc:
    > Wenn es so läuft
    > wie Du oben
    > polemisiert (das
    > soll es doch wohl
    > sein) dann
    > arbeitet die
    >Frau wenigstens
    > nahe dem Beruf,
    > den sie studiert
    > hat.
    Nein.
    Dieses “freiwillige technische Jahr” soll VOR dem Studium erfolgen.

    Und diese ganze Idee ist schon unsinnig - beim Vorbild des freiwillig Sozialen geht es um Hilfsbedürftige, nicht um Berufsvorbereitung.

    Für eine realitätsnahe Vorbereitung der Studienfachwahl gibt es die Praktika während der Schulzeit, aber dafür braucht man keine zentrale Bundesbehörde.

    Es ist in der Tat ein Skandal, daß die ZVS nicht ersatzlos aufgelöst wird.

  3. Richard Wagner
    9.01.2008 | 16:34

    marc: es geht grundsätzlich um die idee der staatlichen bildungsaufsicht und -lenkung in verbindung mit der zentralistischer mittelallokation, die irrwitzig ist.

    es kann und darf keine staatsaufgabe sein, art und umfang des bedarfs an bildung einzuschätzen. das sollte so weit wie möglich den neigungen und markteinschätzungen des individuums überlassen bleiben, die allerdings durch den obrigkeitsstaat konsequent verlernen, bei der bildungsfrage auch realwirtschaftliche aspekte zu berücksichtigen.

  4. stefanolix
    9.01.2008 | 16:37

    An Einblicken in die Arbeitswelt ist überhaupt nichts schlecht. Aber der Staat muss niemandem den Kopf verdrehen, nur damit der Einblick in die »richtige« Richtung geht.

    Es ist schon genug Theater um diesen Girls-Day gemacht worden, bis man wenigstens in einigen Gegenden feststellte, dass die Jungen eigentlich viel größere Probleme in der Schule haben.

    Die ZVS sollte vielleicht noch zwei oder drei Jahre Abwicklungsfrist bekommen, aber dann still und leise dahinscheiden. Wozu braucht man in einem föderalen und wettbewerbsorientierten System eine zentrale Vergabestelle?

  5. Richard Wagner
    9.01.2008 | 16:53

    das vertrauen, dass die mehrheit der menschen in deutschland in die weise führung des staates hat, gerade was bildungsfragen angeht, kann immer wieder erstaunen.

    es gibt weniges, bei dem der steuerzahler sich weniger traut, seiner enteignung zu widersprechen als das thema bildung. obgleich es wohl keinen dümmeren bildungsinvestor gibt als den staat. woran übrigens auch das wettbewerbsimitat föderalismus nichts ändert.

  6. 9.01.2008 | 16:53

    Daran ist nichts schlecht, ich halte es nur nicht für sinnvoll mit öffentlichen Geldern ausbildungsmotivierende Programme zu finanzieren. Der deutsche Fachkräftemangel liegt sicher nicht darin, dass junge Frauen nie ein Unternehmen von innen gesehen haben, bevor sie ihre Soft-Skills an der Uni vertiefen. Die Abstimmung von Qualifikationsangebot und -nachfrage dürfte doch wohl vor allem eine Frage der Finanzierung des Studiums und der Universitäten sein. Was hier fehlt sind die Signale des Arbeitsmarktes, die über das deutsche Bildungssystem nicht richtig beim zukünftigen Studenten ankommen.

  7. Richard Wagner
    9.01.2008 | 16:53

    die diversen fehler (zb “dass”) bitte ich zu verzeihen ;)

  8. 9.01.2008 | 17:06

    Das “dass” ist nach neuer Rechtsschreibung doch korrekt.

  9. Richard Wagner
    9.01.2008 | 17:08

    boche: stimmt. also verzeihung für fehlerhafte fehlermeldungen ;)

  10. 9.01.2008 | 17:10

    Kein Problem. Obwohl … Kleinschreibung … ?!

    ;-)

  11. 9.01.2008 | 17:21

    Boche,

    KLEINSCHREIBUNG IST UNVERZEIHLICH.

    ;-)

  12. 9.01.2008 | 17:24

    mEiN REdeN.

  13. Richard Wagner
    9.01.2008 | 17:28

    ja, dieses kleinschreibungsding ist leider ein relikt meiner sozialisierung im linksintellektuellen milieu und den diversen gestaltungslehren, die dort kursieren

  14. 9.01.2008 | 17:31

    Linke Gleich- und Kleinmacherei - ich habe es geahnt. ;-)

  15. 9.01.2008 | 17:31

    Marian und Boche, sind das nicht die beiden Kollegen von der Zentralstelle für Rechtschreibkontrolle?

  16. stefanolix
    9.01.2008 | 18:01

    Ich bin nicht von der Zentralstelle für Rechtschreibkontrolle, aber das “dass” ist oben wirklich falsch. Wenn man schreibt: “Das Vertrauen, das die Mehrheit der Menschen in Deutschland … hat”, dann könnte man das “das” hinter dem Komma durch “welches” ersetzen. Es bezieht sich auf ein Substantiv im Satzteil vor dem Komma. Also bleibt es trotz Komma beim “das”.

    HTH ;-)

  17. stefanolix
    9.01.2008 | 18:03

    @Boche: Linke Gleichmacherei ist /immer/ Kleinmacherei. Noch nie ist durch Gleichmacherei jemand groß geworden.

  18. 9.01.2008 | 18:14

    @stefanolix:

    Wer braucht da noch das Firefox-Rechtschreibkontroll-add-on? ;-)

  19. stefanolix
    9.01.2008 | 18:27

    Das hilft dem Nutzer leider in diesem Fall überhaupt nicht, aber es markiert sehr viele Tippfehler. Es ist schon ein Segen, dass es dieses Add-on gibt;-)

  20. 9.01.2008 | 21:04

    @stefanolix

    Du hast natürlich Recht mit dem das. Ich Schussel!
    Übrigens meckert das Firefox-Plugin über deinen Namen. Über Boche nicht.

  21. stefanolix
    9.01.2008 | 21:57

    @Boche: Dem kannst Du Abhilfe schaffen: Mit der rechten Maustaste in den Namen »stefanolix« klicken und im Kontextmenü Add to dictionary auswählen. Aber schreib’ mich bitte dabei richtig;-)

  22. 9.01.2008 | 22:01

    man man man, wenn ich das Wort “Serviceagentur” schon höre. Das wäre mal ein Spitzenkandidat fürs Unwort des Jahres!

  23. 9.01.2008 | 22:09

    Steffen,

    Marian und Boche, sind das nicht die beiden Kollegen von der Zentralstelle für Rechtschreibkontrolle?

    Ich weise hiermit jegliche Verbindung zur ZeFüRe zurück. Das “Sichuan Panda Strategic Planning Office” finde ich hingegen spannend.

  24. stefanolix
    9.01.2008 | 22:09

    Das Wort »Serviceagentur« mag das Add-on übrigens auch nicht;-)

  25. 9.01.2008 | 22:19

    Irgendwie muss da im add-on ein falscher Eintrag gewesen sein, der mich fehlgeleitet hat. Firefox ist auch nicht mehr der Browser, der es einmal war. Ich sags ja das Ding brauch ich bei euch eigentlich nicht.

Bad Behavior has blocked 1627 access attempts in the last 7 days.