Um keine Ausrede verlegen

Der heutige Preis für die hirnrissigste Ausrede geht an den FAZ-Artikel “Vom Überleben in der Premiumnische” über die deutsche Unterhaltungselektronikbranche:

Der Einbruch im Premiumsegment ist nach Ansicht von Branchenbeobachtern in der Folgezeit zum Teil auch auf die im Jahr 2003 gestartete „Geiz ist geil“-Kampagne des Elektronik-Discounters Saturn zurückzuführen, die eine Kaufzurückhaltung bei teuren Konsumgütern geradezu forderte.

Super, der Fernsehgerätehersteller Loewe verschätzt sich in der Nachfrage nach teuren Premiumgeräten und Schuld daran ist der Einzelhandel, weil der dem Kunden einredet, man solle sein Geld lieber nicht für teure Fernseher ausgeben. So hab ich die Kampagne damals nicht verstanden. War es nicht eher das unmissverständliche Signal eines Preiskampfes, aus dem fernöstliche Hersteller als klare Sieger hervorgingen.

Die Krokodilstränen für Grundig, Nordmende und Co. erinnern mich an die wunderbare Geschichte von Russel Roberts “The Choice. A Fable of Free Trade and Protectionism”. Der Geist von David Ricardo wird vom himmlischen Gericht dazu verdammt nicht eher zu ruhen, bis er den CEO eines amerikanischen Fernsehgeräteherstellers davon überzeugt hat, dass Importe gut für sein Land sind, auch wenn dadurch die heimische Fernsehindustrie leidet. Es gibt wohl keine unterhaltsamere Einführung in die Logik internationalen Handels.

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2 Kommentare zu “Um keine Ausrede verlegen”

  1. FG
    11.01.2008 | 8:14

    Aber muss der Preis dann nicht eher an die ominösen “Branchenbeobachter” gehen als an den FAZ-Artikel? (Korinthe am Morgen…)

  2. 11.01.2008 | 9:33

    Der Preis geht an denjenigen, der sich so einen Mist zu eigen macht. Dann passt es wieder… ;-)

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