Irritierend gut?

Ein Nachbar findet dieses Windenergiewerbefilmchen “irritierend gut”, eine Kommentatorin bewundert gar die deutsche Herkunft des Filmchens. Mir fällt an diesem naiven Streifchen bestenfalls auf, dass er eher unfreiwillig offenbart, wie man mit Hilfe von etwas Ingenieurfertigkeit und der richtigen politischen Einflussnahme aus einer Laune der Natur ein teures Ärgernis machen kann.

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9 Kommentare zu “Irritierend gut?”

  1. Karl Moritz Tellerrand
    11.01.2008 | 19:50

    Ein teures Ärgernis? Ja sicher…

    Bloß gut aber, dass die vielen anderen Kraftwerke, die es noch gibt, damals ja allesamt in rein privatwirtschaftlicher Initiative gebaut worden sind und bis heute mit spottbilliger heimischer Kohle betrieben werden, von den schier unerschöpflichen Uranreserven im Erzgebirge ganz zu schweigen. Also, das ist mal eine sinnvolle Energieform für Deutschland.

  2. 11.01.2008 | 23:21

    “wie man mit Hilfe von etwas Ingenieurfertigkeit und der richtigen politischen Einflussnahme”, ist allerdings auch das was Befürworter erneuerbarer Energienträger über die fortgesetzte Nutzung fossiler und atomaren Energieträger sagen. Verschwörung allerorten. ;-)

  3. Martin
    12.01.2008 | 0:53

    “von etwas Ingenieurfertigkeit und der richtigen politischen Einflussnahme” - oh ja, diese bösen, bösen Windparkbetreiber, die haben ihre Lobby wirklich überall, und das alles nur zum persönlichen Vorteil und zum Nachteil aller anderen. Da haben eingefleischte Verfechter des freien Marktes wie Eon, RWE, Vattenfall und nicht zu vergessen Siemens (Kraftwerksbau!) natürlich das Nachsehen. Aber die würden ja auch nie politisch Einfluss nehmen.

    Mit anderen Worten: du siehst vor lauter Anti-Öko-Ideologie Gespenster. Außerdem ist zB Windenergie-Technologie spottbillig im Vergleich zu, sagen wir mal, Atomkraft. Da sind in den letzten Jahrzehnten dutzende, wenn nicht hunderte Milliarden in die Forschung hineingeflossen, zum Vorteil von ein paar wenigen Betreibern und Herstellern (wie Marc schon gesagt hat). Netterweise hat die Republik dann auch gleich die Haftung für alle größeren Zwischenfälle übernommen (mit deinen Steuergeldern), denn was man Autofahrern zumuten kann (eine Versicherungspflicht), geht für Atomkraftwerksbetreiber natürlich nicht.

    Aber ja, die Windenergie ist die Geißel der Neuzeit…

  4. 12.01.2008 | 1:27

    Hm. Ich halte die Windenergie ja einfach nur für eine der ineffizienteren Versionen der erneuerbaren Energien, und darum stehe ich prinzipiell auf der Seite von SteffenH. Was die politische Einflussnahme und die gesellschaftliche Finanzierung angeht, da muss ich dann aber wieder den Kommentatoren recht geben - nachdem Energiepolitik wohl schon länger existiert als der Begriff dafür, macht es wohl relativ wenig Sinn, sich prinzipielle Gedanken darüber zu machen, wer nun wo bevorteilt worden ist. Wichtig ist vielmehr, sich zu fragen, wo wir in den nächsten 20 Jahren relativ preiswerte und stabile Energie für die Menschen, die hier leben, herbekommen werden.

    Ich bin Utopist - ich glaube an die Fusion und daran, dass mit deren effektiver Nutzung zumindest für 50-60 Jahre unsere Energieprobleme… weiter hinten anstehen werden.

  5. 12.01.2008 | 10:02

    [...] Der Link stammt von den BLOGs, das schmälerte den Genuss erheblich, hab über 107 Sekunden nach der Stelle gesucht, die dem Kollegen dort derart die Suppe verhagelte. [...]

  6. Karl Moritz Tellerrand
    12.01.2008 | 10:14

    Fusion fände ich auch großartig. Aber gerade diese Energieform werden wir wohl ohne massive Subventionen nie kriegen. Die Gelder für die Forschung, die jetzt schon fließen, kann man da ja wohl dazuzählen.

    Dagegen kann ich mir gut vorstellen, dass regenerative Energien tatsächlich rein privatwirtschaftlich funktionieren könnten, wenn man die staatliche Förderung für konventionelle Energieträger und Großkraftwerke komplett einstellen würde. An den richtigen Standorten (Offshore) wäre sogar Windkraft profitabel, aber es gibt ja auch noch Sonnenenergie, Aufwindkraftwerke, Geothermie, Biomasse und weiß Gott was alles.

    Momentan bekämpft man eben die Auswirkungen staatlicher Marktmanipulation mit noch mehr staatlicher Manipulation. Das ist natürlich idiotisch, aber noch idiotischer ist es, nur einen der beiden Verzerrungsmechanismen zu beseitigen und den anderen nicht.

  7. 12.01.2008 | 12:01

    Aber die Kernfusions als Energiequelle verschiebt sich seit Jahrzehnten immer wieder in die Zukunft. Also warum jetzt nicht das machen was geht? Irgendwann werden die fossilen und atomaren Energieträger versiegen oder irre teuer werden.

  8. FG
    12.01.2008 | 12:29

    Bei aller Debatte über Sinn und Unsinn von Windenergie muss aber doch festgehalten werden: der Spott (der schonmal vor einem halben Jahr durchs Netz geisterte) ist ohne wenn und aber saugut. Wer trotz Abneigung gegenüber dem beworbenen Produkt das nicht konstatieren kann, der hat wohl wirklich ein gewisses Humor- und Gelassenheitsproblem.

  9. 12.01.2008 | 15:29

    Das “ja die anderen Energieträger haben auch Subventionen bekommen”-Argument ist so schlecht wie es alt ist, denn man wirft nun einmal schlechtem Geld nicht noch gutes hinterher, sondern man sollte lernen, dass Subventionen zu Ineffizienzen führen. Also würde es auch sinnvoll sein, nur die Subventionen für Erneuerbare Energien abzuschaffen, auch wenn man damit nur auf halben Weg stehen bleibt. Einen neuen Subventionstatbestand zur Heilung eines alten aufzubauen würde jedenfalls nicht funktionieren. Versunkene Kosten sind eben versunkene Kosten.

    Ich kann mich eben nicht so einfach damit abfinden, dass den Leuten und fadenscheinigen Vorwand von Klima- und Ressourcenschutz das Geld aus den Taschen gezogen wird. Auch damit nicht, dass die teuren Vermeidungskosten von CO2-Emissionen im Prinzip nichts anderes bedeuten als die unnötige Vernachlässigung billigerer Vermeidungsoptionen. Stellt sich denn hier mal jemand die Frage, was man mit dem Geld (den Ressourcen) sonst hätte machen können? Genau diesen Effekt nutzen Emissionshandel oder Umweltsteuer aus. Energiesubventionen basieren dagegen im wesentlichen auf staatlicher Informationsanmaßung (wir wissen was die zukunftsträchtigen Energieträger sind) und der damit zwangsläufig verbundenen Fehlleitung von Ressourcen.

    Sicher werden andere irgendwann Energieträger teurer, aber das setzt Anreize nach billigeren Alternativen und Energiesparoptionen zu suchen. Genau das ist auch in der Geschichte geschehen. Dazu sind keine Subventionen nötig, die ziehen eher noch Ressourcen aus sinnvolleren Verwendungen ab. Ist das denn so schwer zu verstehen?

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