So liebe ich die Blogosphäre

Was Ökonom Paul Krugman allein aufgrund seiner ideologischen Brille ignoriert und Tyler Cowen zwar hinterfragt, aber wohl aus Zeitgründen nicht überprüft, deckt Warren Meyer auf seinem Coyote Blog als methodischen Bullshit auf. Übrigens, dieser Mann betreibt mit Climate Sceptic eine sehr informative Seite zum Rummel um den Klimawandel, auf der auch der ebenso informative “A Layman’s Guide to Man-Made Global Warming” zu finden ist.

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8 Kommentare zu “So liebe ich die Blogosphäre”

  1. Parker8
    13.01.2008 | 20:53

    Krankheitsfälle als Variable zu nehmen, ist in der Gesundheitsstatistik natürlich gar nicht so ungewöhnlich. Aber auch wenn man die Kritik von Mr. Meyer akzeptiert, nämlich dass sie Ausdruck von Lebenstilen sind - die Verschlechterung des Abschneidens der USA würde dadurch nicht besser erklärt:

    Between 1997–98 and 2002–03, amenable mortality fell by an average of 16 percent in all countries except the U.S., where the decline was only 4 percent. In 1997–98, the U.S. ranked 15th out of the 19 countries on this measure—ahead of only Finland, Portugal, the United Kingdom, and Ireland—with a rate of 114.7 deaths per 100,000 people. By 2002–03, the U.S. fell to last place, with 109.7 per 100,000. In the leading countries, mortality rates per 100,000 people were 64.8 in France, 71.2 in Japan, and 71.3 in Australia.

  2. 13.01.2008 | 21:36

    Nur hat das eben nicht unbedingt etwas mit dem Gesundheitssystem, sondern eben mit den Lebensstilen zu tun. Aber die Studie wurde als Systemkritik instrumentalisiert. Die Lebensstile der Amerikaner und die damit verbundene Mortalität will ich hier nicht bewerten. Sollen die sich doch unter den Rasen fressen wie sie wollen.

  3. Parker8
    14.01.2008 | 20:41

    Das heißt, der amerikanische Lebenstil hat sich stressiger entwickelt als der europäische, und deshalb gab’s mehr Tote?

    Da ist es doch plausibler, eine Verbindung zu den Versicherungsprämien herzustellen, die seit ‘98 dreimal schneller gestiegen sind als die Löhne.

  4. 15.01.2008 | 10:25

    Was hat das mit Stress zu tun? Dein Zitat widerspricht in keinem Punkt den Anmerkungen von Warren Meyer. Wo liegt dein Problem?

  5. Parker8
    15.01.2008 | 17:31

    Meyer will die höhere Mortalität in den USA nicht mit dem Gesundheitssystem in Verbindung bringen, sondern mit einem spezifischen Lebensstil. Daraus folgt, dass relative Verschlechterung der Mortalitätsrate wiederum auf den Lebensstil zurückzuführen ist.

    Konkreter ist aber der Bezug zum Gesundheitssystem, insofern sich die Versicherungsbedingungen in der fraglichen Zeit drastisch verschlechtert haben.

  6. 15.01.2008 | 18:10

    Welcher Einfluss dominiert kann man erst sagen, wenn man sich vergewissert, wie sich die Lebensstile, also Übergewicht etc. in diesem Zeitraum verändert haben. Ich erinnere in diesem Zusammenhang auch auf einen Eintrag auf Mankiws-Blog, nach dem etwa eine Korrektur der durchschnittlichen Lebenserwartung um gewaltsame Todesfälle für die USA einen Spitzenplatz bringt. Mir geht es auch nicht darum das US-Gesundheitssystem schön zu reden, es hat seine eigenen Probleme, doch ist das kein Grund für komparative Studien mit mangelhafter Methodik. Darin sind wir uns doch sicher einig, oder?

  7. Parker8
    16.01.2008 | 0:08

    Ich bin mir nicht sicher, ob man da von Mängeln sprechen kann. Mr. Meyer verlangt sehr viel. Was man bekommt, sind Morbiditätsstatistiken. Dafür gibt es Register.

    Was er will, sind Verknüpfungen, also sowas wie Krankengeschichten. Die gibt es aber nur als Samples.

    Im Prinzip bedeutet sein Standpunkt, man kann auf Grund von Morbiditätsstatistiken nichts über das Gesundheitswesen sagen. Was man aber natürlich bei der WHO oder der OECD doch macht.

    Ich würde solche Art Statistiken als schwachen Indikator nehmen.

  8. 16.01.2008 | 1:01

    Meyer beschreibt ja wohl eindeutig, dass die Studie keine Kausalitäten nahelegt und macht einen Vorschlag:

    In fact, this study is close to meaningless.  If they really wanted to make a point about the quality of health care systems, they would compare them on relative mortality with a denominator of the disease incidence rate, not a denominator of total population.

    Methodisch ganz unten ist ja wohl der Versuch mit der 50% Hausnummer die Lifestile-Komponente aus dem Ergebnis herauszurechnen. Man kann ja Einiges entschuldigen, aber das nun doch nicht.

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