12. Januar 2008
Wir ham ja keine Zeit!…
Und weil ich die gerade auch nicht habe (aber trotzdem bloggen möchte), drei Artikel in einem Beitrag:
Erstens:
Die Diskussion über Jugendgewalt ist mittlerweile ja schon sehr unterhaltsam geworden (im gleichen Maße, wie sie sinnlos geworden ist). Kurz gefasst: Roland Koch missbraucht ein Thema für den Wahlkampf. Seine wesentlichen Antworten sind neue Gesetze da, wo mehr Geld für die Justiz sinnvoller wäre, sowie mehr Publicity für bestehende Projekte der Sozialen Arbeit da, wo mehr Finanzierung für die gleichen Projekte mehr als notwendig wäre. Der Struck greift ihn nicht etwa entlang dieser Linie an, sondern tut so, als würde er glauben, was der Koch den Stammtischen erzählen möchte (dass er nämlich Schleifer-Camps, die in den USA schon ihr Versagen bewiesen haben, haben wollte). Und tut so, als würde er dagegen kämpfen, während er natürlich eigentlich froh sein müsste, weil ein Problem, das seine Partei offiziell nicht wahr haben möchte (die Probleme mit jungen kriminellen Ausländern) auch mal angegangen wird, ohne dass nur von “Abschiebung” die Rede ist. Während Koch natürlich ständig von Abschiebung redet, weil ja Wahlkampf ist, obwohl er die eigentlichen Gesetze gar nicht beeinflussen kann… was für ein Chaos, das vor allem mit Unpolitik, kaum aber mit Politik, zu tun hat.
Zweitens:
Es ist wirklich so, dass manche Leute nach Jad Vaschem gehen können - und die Lehre, die sie aus dem Besuch dieses Ortes ziehen, ist die, dass man mehr Gewalt ausüben sollte, dass Bomben und Zerstörung der richtige Weg sind. Für diese Personen ist offenbar die Frage, ob “more firepower” wirklich etwas bringen würde, relativ unwichtig; die einzige Erkenntnis aus dem Wissen, dass nicht genug (oder nicht das richtige) getan wurde, ist die, dass nicht “enough firepower” angewandt wurde. Und viele werden diesem Mann ohne Nachdenken zustimmen, und ob uns das an die Lehre heranführt, die ein Ort wie Jad Vaschem bringen soll… da habe ich meine Zweifel.
Drittens:
Wenn wir schon einen speziellen Hörschutz brauchen, um uns vor den Emissionen unserer Kinder abzuschirmen - haben wir dann nicht eine etwas seltsame Vorstellung von Emissionen, Störungen, Gesundheitsschädigungen und Umwelteinflüsse überhaupt? Und wer kann das “richtige Leben” überhaupt noch vom “falschen” unterscheiden?
Verfasst von Karsten um 01:59 Uhr in der Kategorie Humor und Satire, Politik (Trackback)