15. Januar 2008
Expertenurteil
Deutschland ist das Land der Klimaexperten. Immerhin scheut sich inzwischen keine wissenschaftliche Disziplin mehr davor, ihren Senf zum Thema Klimawandel abzugeben. So auch die verantwortliche Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache für das Wort des Jahres, die “Klimakatastrophe”:
Klimakatastrophe wurde als Wort des Jahres gewählt. Dieser Ausdruck kennzeichnet prägnant die bedrohliche Entwicklung, die der Klimawandel nimmt.
Zwar soll mit der Wahl dieser “verbalen Leitfossilie” keine Wertung bzw. Empfehlung verbunden sein, doch lese ich diese Entscheidung etwas anders. Immerhin wird mit dieser Wortwahl das Ergebnis eines globalen Klimawandels vorweggenommen, über dessen Folgen sich nicht einmal die Klimaexperten einig sind, geschweige denn sicher voraussagen lassen. Ähnlich geartet erscheint auch die Wahl der Nummer 2 des “Unwort des Jahres”, der Begriff “klimaneutral”, der nach Expertenansicht ein Versuch der Verschleierung einer Steigerung des Kohlendioxidausstoßes sei. Selten hat man eine so “wertungsfreie” Wortwahl eines so wenig mit dem notwendigen theoretischen Rüstzeugs zur Beurteilung dieser Fragen ausgestatteten Gremiums vernommen. Sehen so die Ergebnisse des langjährigen Kampfes um eine breitere Gemein(ein)bildung aus?
Verfasst von SteffenH um 13:55 Uhr in der Kategorie Allgemein, Kultur, Steckenpferde der Autoren (Trackback)