17. Januar 2008
Mal so gesehen…
Der rheinland-pfälzische DGB-Landeschef ruft zum Boykott von Nokia auf:
“Wer heute ein Handy kauft, sollte bei seiner Kaufentscheidung bedenken, welche katastrophalen Konsequenzen das Verhalten des Unternehmens in Bochum für Tausende von Mitarbeitern geschaffen hat”
Also man könnte das auch anders sehen. Nokia hat 2300 Leuten für ein paar Jahre Einkommen verschafft und dabei ein paar ganz ordentliche Handys produziert. Ob das angesichts der gezahlten Subventionen eine volkswirtschaftlich sinnvolle Entscheidung war, sein dahin gestellt. Mit den Subventionen, vielmehr mit deren finanziellem Gegenwert, hätten deutsche Bürger sicherlich auch eine Menge anderer Beschäftigungsmöglichkeiten in Gang gesetzt und die Handys wären vielleicht gleich in Rumänien produziert worden.
Auch kann die öffentliche Förderung keinen Anspruch auf eine Ewigkeitsgarantie haben, zumal dies ja nicht Gegenstand eines “Fördervertrags” war. Als die Bundesregierung vor zwei Jahren gewaltige Geldsummen in die Fussball-WM steckte, war ja auch klar, dass nicht auf Ewigkeit gekickt wird. Ich möchte nicht wissen, wie viele Saisonkräfte nach Ende der WM plötzlich wieder auf der Straße standen.
Insofern sollte man auch seitens der FDP den Zungenschlag der Kritik noch einmal überprüfen und den Vorwurf einer “Sauerei” vor allem dem Spender dieses Dilemmas unter die Nase reiben. Und das Argument, ein nur fünfprozentiger Lohnstückkostenanteil sein kein Grund für eine Standortverlagerung, zeigt einmal mehr wie wenig unsere Politiker von ihrem Steuermannshandwerk in wirtschaftspolitischen Fragen verstehen.
Verfasst von SteffenH um 15:57 Uhr in der Kategorie Politik (Trackback)