Lieber Herr Höge…

Und dass sie ihn zusammenschlugen, ist zwar eine bedauerliche Entgleisung, aber erstens haben sie damit allen Rauchern aus der Seele getreten, die nun permanent von selbsternannten Rauchverbotswächtern angepisst werden

[Helmut Höge in der taz]

Ist der Relativsatz da restriktiv oder nicht-restriktiv gedacht? Im nicht-restriktiven Fall würden Sie sich nämlich erdreisten, auch für mich zu sprechen. Im restriktiven Fall ebenfalls, sobald mich das erste Mal ein selbsternannter Rauchverbotswächter permanent anpissen sollte.
Sowas mag ich nicht. Deshalb rate ich dringend von Wiederholungen ab, denn sonst könnte ich mich irgendwann gezwungen sehen, mir meinen Unmut von der Seele zu treten, metaphorisch gesprochen, natürlich. Verstehen wir uns?

Ähnliche Beiträge


4 Kommentare zu “Lieber Herr Höge…”

  1. stefanolix
    21.01.2008 | 14:29

    Ich lange Zeit mehr oder weniger regelmäßig “taz” gelesen. Der genannte Autor fiel mir damals schon sehr unangenehm auf (und so ein Name setzt sich ja fest). Als ich das Zitat las, dachte ich: vielleicht stammt der Beitrag von der Satireseite und Herr Höge versucht mit solchen Äußerungen, Wiglaf Droste noch zu überholen. Ich erlaube mir aber trotzdem, den ganzen Absatz zu zitieren, denn der Rest ist genauso verlogen:

    Ich kann mir eigentlich keine treffendere Bezeichnung für so eine bayrische Respektsperson denken. Und dass sie ihn zusammenschlugen, ist zwar eine bedauerliche Entgleisung, aber erstens haben sie damit allen Rauchern aus der Seele getreten, die nun permanent von selbsternannten Rauchverbotswächtern angepisst werden, und zweitens werden doch umgekehrt andauernd ausländisch aussehende Jugendliche von Kerndeutschen als Scheißausländer beschimpft, sogar zusammengeschlagen, angezündet, von postfaschistischen Polizisten an die Wand gestellt oder sonst wie mies behandelt.

    Wahr ist: Jugendliche werden genau dann gewalttätig, wenn sie sich in der Überzahl befinden oder ein bestimmtes Gebiet kontrollieren. Das trifft auf ausländische Jugendbanden genauso zu wie auf deutsche Neonazis.

    Er relativiert mit seinem üblen Sermon letztlich einen Mordversuch, denn das Opfer hat nur durch Zufall überlebt. Dafür sollte man ihm einmal herzhaft ins Gesicht spucken.

  2. jopa
    21.01.2008 | 14:46

    Faszinierenderweise gehören gerade Typen wie Herr Höge im Allgemeinen zu den allergrößten Sittenwächtern, sonst wäre der Mann wohl kaum bei der TAZ…

  3. Lina
    21.01.2008 | 20:11

    “Verstehen wir uns?”

    Ja , wir verstehen uns, sind doch friedfertige Raucher! Wenn uns einer restriktiv kommt, dann weisen wir ihn höflich darauf hin, dass wir deshalb noch lange keine Unmenschen sind; das wird er verstehen ;-)…

    Nein, was Herr Höge uns vorschlägt, mögen wir nicht, tun wir nicht, wollen wir nicht einmal hören - müssen es aber doch lesen! - (Mann, musste das sein? Hast Du Dir das nicht überlegt? Wegen seiner Empfehlung haben wir jetzt womöglich noch weniger Kredit als zuvor ;-)

    Und im Ernst: mir fehlen angesichts des taz-Textes die Worte für ein so schamloses Schwadronieren vor der Multikulti-Fassade.

  4. 23.01.2008 | 0:58

    Nachdem ich das gefunden habe, sehe ich die Sache etwas gelassener. Der Mann muß geistig äußerst stark limitiert sein und hat wahrscheinlich einfach irgendeinen Gönner bei der taz. Sowas kommt ja vor. Man sollte sich über solche Menschen nicht lustig machen und ihre bisweilen bizarren Äußerungen gnädig übergehen.

Bad Behavior has blocked 1619 access attempts in the last 7 days.