23. Januar 2008
Hochzeit der Hedonisten
Früher waren Partnerschaften und Ehen ein Mittel zur Ausnutzung von Spezialisierungsvorteilen in der Haushaltsproduktion. Da die Produktion gegenüber dem gemeinsamen Konsum im Vordergrund stand, waren Unterschiede der Partner in den Fähigkeiten und Interessen in verschiedenen Lebenssphären eher nützlich. Im Zeitalter der zunehmenden wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Partner wandelt sich das klassische Partnerschaftsmodell zu einer hedonistischen Beziehung, bei der eine gemeinsame Freizeitgestaltung und gemeinsamer Konsum immer größeres Gewicht erhalten. Daher gewinnen komplementäre Interessen sowie die Ähnlichkeit der Partner in Bezug auf Alter, Intelligenz und sogar Beruf zunehmend an Bedeutung.
Diese These führt Betsey Stevenson and Justin Wolfers zu der Vermutung, dass die hohe Scheidungsrate von in den 70igern geschlossenen Ehen durch diese Übergangsphase geprägt worden ist. Nach dem alten Produktionsmodell ausgewählte Partner halten den Ansprüchen einer konsumzentrierten Ehe nicht mehr stand. Sehr interessant.
Via EconLog.
Verfasst von SteffenH um 10:26 Uhr in der Kategorie Allgemein (Trackback)