Mal so wild spekuliert…

Wie es aussieht, hat ja momentan keiner wirklich den Durchblick beim Politchaos in Hessen. Sogar die Akteure selbst nicht (die ja eifrig gegenseitig alle Koalitionsoptionen ausschließen, ohne darauf einzugehen, dass ihre jeweilige Wunschkoalition einfach rechnerisch unmöglich ist), noch viel weniger allerdings die Journalisten und üblichen Politik-Deuter.

Angesichts dieser Tatsache erlaube ich mir mal, mich auch an den fröhlichen Spekulationen zu beteiligen. Ich schlage vor, dass jeder in der Kommentarspalte einen ähnlichen Tipp abgibt - sollte ich Unrecht haben, kann sich derjenige, dessen Tipp am nächsten am Ergebnis liegt, bei mir jederzeit ein Partyfässchen Kölsch abholen!

Also, mein Tipp für die nächste hessische Regierung:

Eine Große Koalition unter der Führung des Ministerpräsidenten Franz Josef Jung!

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38 Kommentare zu “Mal so wild spekuliert…”

  1. 28.01.2008 | 22:33

    “Große” Koalition auf jeden Fall. Ohne Koch auch. Aber Jung? Ich schätze, die CDU muss tiefer in die Tasche greifen, um den MP zu stellen. Mein Tipp wäre die Wolf.

  2. 28.01.2008 | 22:49

    Die habe ich mir auch angesehen. War aber zu feige, sie zu benennen - man setzt doch gerne auf Personal, das man auch vor der Wahl schon in die Kameras gezeigt hat. ;)

  3. 28.01.2008 | 22:59

    Wenn große Koalition, dann mit Koch. Er hat das Sitzfleisch und die Frechheit, als “geschäftsführender Ministerpräsident” im Fall gescheiterter Koalitionsbildungen noch Monate im Amt zu bleiben, und diesen Hebel wird er versuchen zu nutzen.

    Ich glaube aber eher, daß die SPD doch noch einen Weg in die Tolerierung durch die SED finden wird.

  4. 28.01.2008 | 23:03

    @statler:
    Also Butter bei die Fische:
    Dein Tipp ist Rot/Grüne Minderheitsregierung unter Ypsilanti mit Duldung durch die “Linkspartei”?

  5. 28.01.2008 | 23:13

    Ja, das ist mein Tipp: Minderheitsregierung mit Duldung. Beck klang heute schon ein wenig nach dem Motto “Wenn es zur Abstimmung kommt, können wir die Linkspartei ja schlecht daran hindern, Frau Ypsilanti zu wählen.”

  6. 28.01.2008 | 23:13

    Und wo wäre dieses Partyfässchen abzuholen? He ja, man muss doch wissen, auf was man sich einlässt!

  7. 28.01.2008 | 23:15

    @statler

    Also die von mir prognostizierte “Dummchen”-Variante. Fragt sich nur, wie die Wähler das goutieren.

  8. 28.01.2008 | 23:17

    Fragt sich nur, wie die Wähler das goutieren.

    Die schlucken doch eh jeden Mist, oder?

  9. 28.01.2008 | 23:19

    Viel, aber nicht jeden.

  10. 28.01.2008 | 23:20

    @Martin Müller:
    Pulheim bei Köln. Ich würde es aber auch in die Nähe bringen. In die Schweiz aber wohl eher nicht… und natürlich nicht nach Düsseldorf, auch, wenn ein Bloggie gewinnen sollte. ;)

  11. Karl Moritz Tellerrand
    28.01.2008 | 23:46

    Erst Ypsilanti-Minderheitsregierung, und in der nächsten Legislaturperiode dann sogar ganz offiziell rot-rot-grün. Die Wähler schlucken nämlich nicht nur jeden Mist, die werden das sogar noch gut finden. Jedenfalls die, die rot, rot oder grün gewählt haben.

    Nebenbei bemerkt sind aber die Kardinalidioten diesmal die Gelben, die der Linken Tür und Tor öffnen, weil sie partout keine Ampel haben wollen. Mittelfristig wird das auch der Grund für das Ende ihres kleinen Hochs in der Wählergunst sein. PDS- oder NPD-Wähler mögen Fundamentalopposition ja vielleicht gut finden, aber bei der FDP geht diese Taktik ziemlich sicher nach hinten los.

  12. 28.01.2008 | 23:54

    @KMT

    Bullshit: Für jeden Ampel-Versuch hat die FDP bisher eine eindeutige Quittung bekommen. An übelmeinenden Ratschlägen herrscht nie ein Mangel, also versuch dein Glück besser da, wo man deine Agenda nicht erkennt.

  13. 28.01.2008 | 23:55

    Garkeine Regierung. Ernsthaft, braucht es eine? Ist ja letztlich nur Verwaltungsspitze. Die festangestellten Bürokraten halten den Laden schon am Laufen auch ohne Chefs. Stimmen im Bundesrat werden automatisch als Enthaltung gewertet. Wer kannte denn bisher die Minister des hessischen Kabinetts neben Koch? Ohne Exekutivspitze braucht es auch nicht einer starken Legislative. Die Abgeordneten haben dann viel Zeit, um sich mal vor Ort schlau zu machen, was das Volk so will und die Programme anzupassen. In fünf Jahren dann nächster Versuch.

    Ansonsten: Koch macht weiter, bis der Landtag Neuwahlen herbeiführt oder halt einen Nachfolger wählt. Vermute mal, dass Putin sich demnächst einen Abzug der hessischen Landesverfassung schicken läßt. Faszinierendes Konzept.

  14. Karl Moritz Tellerrand
    29.01.2008 | 0:29

    Aha, meine Agenda, soso… Nur weil ich hier dreimal gegen SteffenH’s Klimaquark argumentiert habe, heißt das noch nicht, dass ich ein antiliberaler Troll bin. Aber die Fähigkeit zu differenzieren geht in der Politik ja leicht mal verloren, also was soll’s.

    Aber Bullshit, lieber Rayson, ist ja wohl eher die Sache mit den “Quittungen”, wenn man mitbedenkt, dass eine Ampel bisher genau zweimal realisiert worden ist, davon genau einmal (Brandenburg 90-94) über eine volle Legislaturperiode, und dass sich in exakt diesem Fall die Verluste der FDP hübsch ins allgemeine Bild eingefügt haben - schließlich ist sie 1994 ja in allen Ostländern aus dem Landtag geflogen, egal, ob oder mit wem sie regiert hat.

  15. Frank
    29.01.2008 | 0:30

    Minderheitsregierung Ypsilanti unter Duldung durch die Linke.

    Sollte das aus irgendwelchen Gründen nicht klappen, wird rot-rot-grün kommen mit der Ausrede, daß der “böse” Roland Koch verhindert werden müsse und daß es der Wähler ja “so gewollt” habe…

    (armes Hessenland)

  16. tigger
    29.01.2008 | 0:36

    Neuwahlen. Ich glaube, nach dem ganzen Medienrummel und den zahlreichen Spekulationen, will keine Partei als diejenige dastehen, die ihr Versprechen gebrochen hat.

  17. 29.01.2008 | 0:38

    @KMT

    Trollschuhe magst du dir nach eigenem Gusto anziehen. Viel Glück dabei.

    Aber was die Ampeln angeht, stünde dir die Kontaktaufnahme zu beliebigen FDP-Politikern frei, um deren Gründe zu erfahren.

    Inzwischen: Nimm das, was die Wähler von dir erwarten.

  18. 29.01.2008 | 2:18

    Rot-grün mit PDS-Duldung.
    Aber natürlich erst nach den Kommunalwahlen in Bayern. Und wahrscheinlich wird man sich auch ein hübsches Wortsubstitut für “Duldung” aussuchen, damit das Ganze nicht so nach Magdeburg 1994 aussieht. ;)

  19. 29.01.2008 | 2:28

    Entweder fällt die FDP oder die SPD um. Ersteres führte zu einer Ampel, Letzteres zum Linksblock.

  20. stefanolix
    29.01.2008 | 8:25

    Wenn SPD, Grüne und Kommunisten regieren oder wenn SPD und Grüne durch die Kommunisten geduldet werden, wird Hessen im Ländervergleich nicht mehr lange auf einem der vorderen Plätze stehen. Sachsen-Anhalt stand zur Zeit der “Duldung” durch die PDS fast in jeder Beziehung auf dem letzten Platz und Berlin ist völlig pleite. Die Kommunisten machen durch ihren Einfluss jedem Land den Garaus.

    Man sollte Koch und Ypsilanti für ihre jeweilige Wahlkampfführung strafen, indem man sie beide in eine große Koalition zwingt. Früher hat man Streithähne mit einer sinnreichen Vorrichtung kuriert: das war ein doppelter Löffel, mit dem man nur essen konnte, wenn man dabei kooperierte. Eine große Koalition richtet noch am wenigsten Schaden an und wir haben eine Menge Spaß dabei.

  21. 29.01.2008 | 8:48

    “Wenn SPD, Grüne und Kommunisten regieren oder wenn SPD und Grüne durch die Kommunisten geduldet werden, wird Hessen im Ländervergleich nicht mehr lange auf einem der vorderen Plätze stehen.”

    Gut so, denn dann bekommen wir Geld aus dem Länderfinanzausgleich und können mit der Kohle unsere Schulden tilgen.

    :-D

  22. stefanolix
    29.01.2008 | 9:21

    Mit solchen frechen Sprüchen habt Ihr Rot/Grün/Dunkelrot wirklich verdient;-)

  23. R.A.
    29.01.2008 | 10:50

    Die Heuchelei der Linken wird immer widerlicher.

    Einerseits wird hohl von angeblicher “staatspolitischer Verantwortung” geschwätzt.
    Für die merkwürdigerweise nur die FDP zuständig sein soll, SPD und Grünen dagegen halten an ihren Koalitionsabsagen ganz selbstverständlich fest.

    Und gleichzeitig wird die FDP als machtgeile Umfallerpartei beschimpft.
    Das fängt an mit Becks süffisanter “bekannte Flexibilität der FDP” bis hin zu diversen Bemerkungen über Dienstwagen und daß die FDP denen nicht widerstehen könnte.

    Man wirft ihr also genau das vor, was man gerne von ihr haben möchte.

    Und man kann auch sehr sicher sein, daß niemand von der Journaille, die derzeit Verantwortung von der FDP fordert, hinterher nur ein Wort des Lobs darüber verliert.
    Sondern gleich nach dem “Umfall” wird dann wieder auf FDP-Bashing umgestellt, und Hessen wird dann gleich als neues Beispiel für liberale Charakterlosigkeit genommen.

  24. 29.01.2008 | 11:56

    [...] Worauf wird es also in Hessen hinauslaufen? Entweder auf eine große Koalition unter Führung der CDU und mit der SPD als Juniorpartner, oder aber auf eine Koalition aus Rot-grün mit den Ganzganzlinken. Was das nicht nur für Hessen, sondern auch für die SPD bedeuten kann, habe ich bereits gestern beschrieben. [...]

  25. stefanolix
    29.01.2008 | 12:12

    Zu Frau Nahles und zu Frau Drohsel habe ich mir heute einen Eintrag ins elektronische Sudelbuch geschrieben:

    Wenn Frau Nahles und Frau Drohsel wieder einmal den Spruch von den starken Rücken bringen, die immer mehr Lasten schultern sollen: frage dich und frage öffentlich, in welcher Einheit die Lasten gemessen werden, die diese beiden schon geschultert haben.

  26. Schmock
    29.01.2008 | 12:19

    @stefanolix
    War Rot-Rot in Berlin wirtschaftlich wirklich schlimmer als die Große Koalition? Hat die Große Koalition nicht sogar noch mehr Geld verbrannt und verprasst?
    Ernst gemeinte Frage.

  27. FG
    29.01.2008 | 13:22

    @Schmock
    Die GroKo in Berlin war sicher beim Thema Finanzen kein Weisenknabe, Rot/Rot hat aber noch einmal merklich zugelegt. Während man für den Anstieg der Verschuldung um 20 Mrd. Euro vor 2001 noch 10 Jahre brauchte, hat das Wowi in 5 Jahren geschafft (S. 32 im pdf-Dokument)
    Dass inwischen deutlich die Bremse angezogen wurde ist wohl weniger auf eigene bessere Erkenntnis als auf den deutlichen Warnschuss des BVerfG zurückzuführen.

  28. jopa
    29.01.2008 | 13:40

    Ein Faß Kölsch? Hmm, schlechte Anreizsituation, das wäre ja eher ein Grund, die Teilnahme hier zu meiden… ;-)

    Mal so ganz ketzerisch in die Runde gefragt: Wäre denn eine Regierungsbeteiligung der Dunkelroten sooo dramatisch? In dem Moment, wo die Jungs + Mädels in der Verantwortung stehen, werden die Wähler langsam merken, daß auch die nur mit Wasser kochen, und das ein Großteil der Wahlversprechen schlichtweg nicht gehalten werden. Am Ende verbleibt analog zu den GRÜNEN eine ganz normale Linkspartei, die eigentlich nur eine weitere Zersplitterung des linken Wählersegments darstellt und es der SPD ermöglicht, sich eher in die Mitte (Medianwähler) zu bewegen, weil sie auf die permanenten Abwehrmanöver verzichten kann. Zuletzt hätte man eine nur noch moderat linke SPD, die aus CDU- und FDP-Sicht koalitionsfähig wäre, daneben die Grünen als special-interest-Partei und eben die Linkspartei, deren beider Wählerpool begrenzt bliebe. Den Hessen drohten zunächst natürlich einige turbulente Jahre, aber ich wohne ja nicht in Hessen… ;-)

  29. 29.01.2008 | 13:51

    @jopa:
    Man kann auch über Pils reden (wenn auch ungern), aber Alt kommt hier nicht in die Tüte… äh… ins Glas. ;)

  30. jopa
    29.01.2008 | 13:54

    @ Karsten:
    Hmmm, lecker Alt… ;-)

  31. Buenavista
    29.01.2008 | 17:50

    Auf das Kölsch verzichte ich zwar (da hab ich besseres Bier), aber hier mein Tipp:

    Minderheitsregierung SPD/Grüne mit wechselnden Mehrheiten bei Bedarf. Zuckerbrot fürs gebeutelte Volk mit den Linken, Peitsche mit der FDP

  32. 29.01.2008 | 18:16

    Wechselnde Mehrheiten wird es garantiert nicht geben. Das liefe also auf eine Tolerierung durch “die Linke” hinaus.

  33. 29.01.2008 | 21:14

    Wenn etwas typisch undeutsch ist, dann wechselnde Mehrheiten in einem Parlament.

    Warten wir doch mal die Wahl des Landtagspräsidiums ab. In Darmstadt war nach einer solchen Wahl, die Tolerierung eines rot-grünen Bündnisses geplatzt und seitdem blinkt eine Ampel.

    Allerdings gibt es auch keine Möglichkeit ein Stadtparlament neu zu wählen wie den Landtag. Es gibt kommunal also auch andere Anreize, es doch zu versuchen. Im Landtag kann man locker versuchen auf Neuwahlen zu setzen.

    @Rayson: Aber ab und an sollte die FDP schon mitregieren, sonst wechslen einige ehrgeizigen Mitglieder noch zu den Grünen. ;-)

  34. Buenavista
    29.01.2008 | 21:28

    Nehmen wir mal an Frau Ypsilanti stellt sich einfach zur Wahl. Dann wird die Linke sie mitwählen.

    Das ist kein “tolerieren” denn auch fürs tolerieren muss man bezahlen.

    So nun ist die Dame gewählt und macht - horribile dictu - ein Gesetz, das die Linke nicht mitträgt (was bedeutet, dass es vermutlich so schlecht nicht ist).

    Dann kriegt die FDP ein Problem, wenn es etwas ist, dem sie eigentlich zustimmen müsste.

  35. 29.01.2008 | 21:51

    @Buenavista: Vorsicht vor dem Glauben an eine monolithische SPD-Fraktion. Der hat Heide Simonis dreimal gegen die Wand laufen lassen.

  36. 30.01.2008 | 0:24

    @Buenavista

    Klar, das Magdeburger Modell. War damals schon unglaubwürdig, wäre auch in Hessen unglaubwürdig. Es endete folgerichtig in einer echten Koalition.

  37. 30.01.2008 | 13:01

    [...] Um die Bemerkung eines Kommentators aufzugreifen, mal wieder etwas aus der Rubrik Klimaquark. Der Statistiker William Briggs äußert sich zu den Schwierigkeiten einiger Klimaforscher mit der bitteren Erkenntnis, dass Klimamodelle und Realität nicht die gleiche Sprache sprechen. Zwar verneint er die obige Frage, gibt aber dennoch zu bedenken: We are only just starting to see parallels with parapsychology and climatology, the most prominent now is model patching. Of course, it might turn out mankind really does significantly influence climate, so the fact the we now see model patching is not proof that mankind has no influence. But it should give us pause and should lead us to examine, in a systematic way, the deviation of model forecasts from actual observations. And remember the old saying, there’s nobody so easy to fool as yourself. [...]

  38. R.A.
    30.01.2008 | 14:17

    @Buenavista:
    > Nehmen wir mal
    > an Frau Ypsilanti
    > stellt sich
    > einfach zur Wahl.
    Dann kommt es auf den Wahlausgang an.
    Wird sie (mit den Stimmen der Linken) gewählt, hat sie Wortbruch begangen.

    > So nun ist die
    > Dame gewählt und
    > macht - horribile
    > dictu - ein
    > Gesetz, das die
    > Linke nicht
    > mitträgt …
    Nu und?
    Ein Gesetz muß nicht automatisch gut sein, nur weil die Linke dagegen ist.
    Die lehnen ja seit Jahren konsequent jedes Gesetz der Bundesregierung ab, und die sind ja auch nicht gut.

    > Dann kriegt die
    > FDP ein Problem,
    Nö.

    > wenn es etwas
    > ist, dem sie
    > eigentlich
    > zustimmen müsste.
    Wenn es wirklich ein Gesetz ist, daß 100% den FDP-Vorstellungen entspricht, dann würde sie es natürlich annehmen.

    Das wäre ja deutlich mehr, als sie in jeder Koalition durchkriegen könnte.

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