Politisches Signal

Wir wollen doch trotz aller Unpolitik nicht das eigentliche politische Signal vergessen, das von der Hessen-Wahl gestern ausging: Der Einsatz von Wahlcomputern führt zu demokratisch höchst bedenklichen Praktiken.

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14 Kommentare zu “Politisches Signal”

  1. 28.01.2008 | 14:41

    Puh, ist das nach Schäubleschem Codex nicht unredlich, bei jemand im Staatsdienst die Existenz unlauterer Absichten für möglich zu halten? Die sollten sich schämen!

  2. Ben Czerny
    28.01.2008 | 14:43

    Ein Musterbeispiel für fehlgeleitetes Effizienzstreben.
    Da hab’ ich’s doch lieber altmodisch aber transparenter.

    Bemerkenswert auch, dass es am Ende weder billiger, noch schneller war.

  3. Jana
    28.01.2008 | 14:47

    Bemerkenswert auch, dass es am Ende weder billiger, noch schneller war.

    Das =, am Anfang, mit jedem Fortschritt so. (Trotzdem kann auch ich mir ein hämisches Grinsen nicht verkneifen.)

  4. Ben Czerny
    28.01.2008 | 16:31

    @Jana
    Stimmt. Eigentlich sollte man sich beim Thema Stimmzählung und Transparenz gar nicht erst auf die Ebene der Kosten ziehen lassen. Wo, wenn nicht dort ist das Geld gut investiert?

  5. 28.01.2008 | 16:36

    Womit auch der Effizienzbegriff relativiert wäre, denn Effizienz heißt nicht, den Output zu reduzieren.

  6. Ben Czerny
    28.01.2008 | 17:34

    @rayson
    Aber die Intention war doch Effizienzsteigerung, oder?
    Und ich (wir?) finden sie fehl am Platze, wenn sie auf Kosten der Transparenz geht. Gut, wenn man den Aufwand ansieht, war die Wahlmaschinen-Sache bestenfalls effektiv mit Abstrichen. Aber wie gesagt, ich bin von der Intention ausgegangen.

  7. 28.01.2008 | 17:48

    @Ben

    Es geht da wohl um eine sehr eng verstandene Effizienz, nämlich um die derjenigen, die mit der Ausrichtung der Wahl (”Produktion”) beauftragt sind. Aber wenn für den Wähler (”Konsument”) Transparenz ein entscheidendes Kriterium (”Produktnutzen”) ist, muss das als Teil des notwendigen Outputs ins Effizienzkalkül mit einbezogen werden, sonst ist man schnell abgewählt (”weg vom Markt”).

  8. stefanolix
    28.01.2008 | 17:50

    Die Intention war immer nur: »Wahlcomputer verkaufen!«. Von einem effizienten Einsatz hat niemand etwas gesagt;-)

  9. Florian
    28.01.2008 | 18:05

    “Effizienz” gibt es in 2 Ausprägungen. Nämlich als Minimal- und als Maximalprinzip.
    In diesem Falle gilt selbstversändlich das Minimalprinzip.
    D.h.:
    ein bestimmtes, feststehendes Ergebnis (=fehlerloses Auszählen aller Stimmen) mit einem minimalen Mitteleinsatz.

  10. 28.01.2008 | 18:18

    Sagen wir: “fehlerloses und transparentes Auszählen”, dann stimmt es.

  11. 28.01.2008 | 20:37

    Noch bedenklicher als die Computer ist meines Erachtens die obrigkeitsstaatliche Arroganz, mit der wie selbstverständlich elementare Rechte verweigert werden:
    “In Obertshausen wurde interessierten Bürgern das Betreten des Wahllokals durch einen Mitarbeiter des Ordnungsamts verweigert, sogar die Festnahme wurde den Beobachtern angedroht.”
    Bei der nächsten Wahl wird verhaftet, wer das Kreuz an der falschen Stelle macht..

  12. 28.01.2008 | 20:39

    @Holger

    Eigentlich hast du recht, aber ich sehe keinen Grund zur Abstufung. Es ist einfach die Arroganz der Macht, die für beides verantwortlich ist: Wahlcomputer und Geringschätzung bürgerlicher Öffentlichkeit.

  13. 29.01.2008 | 1:01

    Tja, was würde man als Wahlvorstand - der man durch Berufung leider geworden ist - machen, wenn drei Typen sich ins Wahllokal setzen und einfach nur zuschauen?

    Und dann verschärfen wir die Vorstellung mal mit Typen in schwarz mit Sonnenbrillen oder Typen mit Glatzen und Bomberjacken.

    Ich stelle mir das schwierig vor. Nur, genau das muss möglich sein. Oder sind wir hier in Weißrussland?

  14. 29.01.2008 | 1:16

    Die Glatzen mit Bomberjacken, die den ganzen Tag nur zuschauen… das ist ein spannender Gedanke. Vor allem, wenn sie gelegentlich noch einem, der vorbeikommt, sagen, wie toll sie es finden, dass er seine demokratische Pflicht wahrgenommen und gewählt hat. ;)

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