30. Januar 2008
Jeder siebte Journalist kann nicht rechnen
Ok, das ist nur eine aus der Luft gegriffene Behauptung, aber angesichts dieser Meldung über Schwarzarbeit in Schlachthöfen erscheint diese Vermutung nicht unberechtigt. Da ermitteln Zollfahnder während einer bundesweiten Großrazzia bei 9530 Beschäftigten 323 Verdachtsfälle auf einen Verstoß gegen Steuer- und Sozialgesetze, die offenbar in 15 % der untersuchten Unternehmen auftraten.
Was macht der Autor des Textes daraus? Eine fette Schlagzeile, nach der jeder siebte Schlachthofarbeiter schwarz arbeitet. Unwesentlich ist dabei offenbar, dass es richtigerweise heißen müsste, in jedem siebten Schlachthof wird wahrscheinlich schwarz gearbeitet und bei jedem dreißigsten Schlachthofarbeiter gibt es Verstöße gegen Steuer- und Sozialgesetze. Aber das klingt ja auch nicht so aufregend. Abgesehen davon, wo liegt das Problem? Gönnt da jemand den Fachkräften aus Süd- und Osteuropa ihren Broterwerb nicht?
Update: Marian korrigiert mich freundlicherweise, dass nicht jeder dreißigste Schlachthofarbeiter gegen Gesetze verstoßen hat, sondern dessen nur verdächtigt wurde. Unterm Strich hat bei 64 Verfahren jetzt nur jeder hundertfünfzigste Schlachthofarbeiter ein Bußgeld- oder Strafverfahren am Hals.
Verfasst von SteffenH um 13:31 Uhr in der Kategorie Allgemein, Wirtschaft (Trackback)