1. Februar 2008
So schnell wird man zum Sünder
Gestern noch hätte niemand auch nur im Traum daran gedacht, einem unbescholtenen Autofahrer wegen einer Fahrt nach Berlin etwas Anstößiges nachzusagen. Wer hat sich auch darüber Gedanken gemacht, dass er bei dieser Handlung lungengängige Feinstaubpartikel emittiert und zur Verletzung von EU-Grenzwerten beiträgt. Doch kaum führt der Senat der Stadt Berlin eine Feinstaubplakette für die Innenstadt ein, da werden aus völlig normalen Leuten plötzlich “Plakettensünder”. Von einem Tag auf den anderen kann man Menschen mittels eines Hoheitsaktes stigmatisieren und ihnen verwerfliche Taten, ja das Gegenteil moralischer Verantwortung vorwerfen. Nicht dass es keinen Grund für Maßnahmen gegen Feinstaubemissionen gäbe, aber lässt unsere Sprache nicht doch ein gewisses Maß an Verhältnismäßigkeit vermissen. Lassen wir uns nicht allzu sehr diktieren, wen wir ab wann für Sünder zu halten haben? Ist nur so eine Frage…
Verfasst von SteffenH um 10:40 Uhr in der Kategorie Grundsatzfragen, Steckenpferde der Autoren, Umweltpolitik (Trackback)