3. Februar 2008
Senator Obama: Außen- und Wirtschaftspolitik (Update)
Rayson will wissen, was Obama für ein Typ ist, für welche Politik er steht und auf welche Berater er hört. Eigentlich habe ich ja meine Gedanken zur Wahl des nächsten US-Präsidenten auf die E-Mail-Ebene verlagert, aber für Rayson mache ich eine Ausnahme.
Die Frage, was für ein Typ Obama ist, möchte ich dabei unbeantwortet lassen. Auf welche Berater er hören wird, sollte er zum Präsidenten gewählt werden, weiß ich natürlich nicht - ich hoffe nur, es wird nicht das Obama-Girl sein (ich hoffe, Rayson akzeptiert alte SpOn-Links, trotz seiner weisen Entscheidung, Spiegel Online ab sofort zu meiden). Welche Berater in außen- und sicherheitspolitischen Fragen Obama hat, ist hier aufgeführt:
The War Over the Wonks. Washington Post, October 2, 2007
A list of the national security and foreign policy advisers to the leading presidential candidates from both parties.
(btw, John McCain)
und dann nochmal hier:
Obama vs Clinton on Foreign Policy. By Michael Dobbs, Washington Post Fact Checker
Der Artikel in der von Helmut Schmidt erwähnten Reihe in Foreign Affairs ist hier:
Renewing American Leadership. By Barack Obama in: Foreign Affairs, July/August 2007
Am 1. August 2007 hat Senator Obama eine Grundsatzrede zur amerikanischen Außenpolitik gehalten (The War We Need to Win), die sogleich von links kritisiert wurde (Front Line. Why Obama is Repeating Bush’s Foreign Policy Mistake. By Paul Cruickshank, The New Republic Online).
Schließlich noch der Link zu einem Interview mit Senator Obama:
How would Barack Obama handle foreign policy?
The presidential contender on dealing with Iran, fighting AIDS in Africa and restoring America’s standing in the world. By Walter Shapiro, Salon.com
Zur Wirtschaftspolitik:
One Blog fits it all: Economists for Obama (kann sich irgendjemand ein Blog wiwisfuerkurt.blogspot.com vorstellen?). Fragen zur Wirtschaftspolitik werden dort sicher gerne beantwortet.
Links zu den grundsätzlichen wirtschaftspolitischen Vorstellungen von Senator Obama enthält dieser Post: Obama Economic Policy. So weit ich das verfolgt habe, war Paul Krugman bisher der Einzige, der sich näher damit auseinander gesetzt hat (Big Table Fantasies. By Paul Krugman, The New York Times). “Econ4Obama” geht in mehreren Posts darauf ein.
Als Ergänzung noch zwei aktuelle Blog Posts aus einer Ecke, in der Obamamania nicht sehr verbreitet ist:
Obama’s Plans for Fiscal Stimulus. By David Wessel, Real Time Economics (WSJ Blog)
und
Barack Obama, behavioural economist. By Tim Harford, The Undercover Economist (FT.com Blog)
So, ich denke, das reicht erstmal für den Anfang. Dass sich bei Liberalen die Nackenhaare sträuben, wenn sie sich mit den Vorstellungen von Senator Obama beschäftigen, würde mich nicht wundern. Aber es ist eine Sache, seine Vorstellungen zu kritisieren - und eine andere, ohne Belege zu behaupten, er hätte gar keine.
Wer hat mich von allen Akteuren in diesem aufregenden Wahlkampf am meisten beeindruckt? Michelle Obama! Wer wissen will, warum, findet die Antwort vielleicht in dem Interview, das sie vorgestern der dümmsten CNN-Reporterin gegeben hat, die mir je untergekommen ist: Part 1 (youtube), Part 2 (youtube) - oder in der 50minütigen Rede, die sie in Delaware gehalten hat (Google Video; die ersten neun Minuten sollte man gesehen haben, wenn man verstehen will, warum die Obamas bei den Leuten ankommen - bei Konservativen ebenso wie bei Gemäßigten oder Linken).
Und weil Michelle Obama die beeindruckendste Politiker-Ehefrau ist, die ich jemals erlebt habe, stammt das einzige Endorsement für Senator Obama, bei dem sich mir nicht die Zehennägel senkrecht gestellt haben, vom jüngeren Sohn der Gouverneurin von Kansas, Kathleen Sebelius (die Frau ist übrigens mein running mate - Tipp; sympathisch finde ich sie allerdings nicht). Der soll nämlich sinngemäß gesagt haben: “Ein Typ, der eine Frau wie Michelle Obama erobert, muss schon was auf der Pfanne haben!”.
Update 03.02.2008, 21:50: Wie auf Bestellung: Where Obama Stands: On the Economy. By T. Neil Sroka, Obama08.
Da kommen sehr, sehr seltsame Vokabeln drin vor:
“Provide a “Making Work Pay” Tax Cut for America’s Working Families … Reduce the Self-Employment Tax … Eliminate Capital Gains Taxation on Start-Up Businesses … Eliminate Taxes on Investments in Start-Ups and Small Businesses …”
Ich komme gerade nicht auf das deutsche Wort für Tax Cut … Und “eliminate taxes” halte ich für unübersetzbar.
Verfasst von Marian Wirth um 11:10 Uhr in der Kategorie International, Politik (Trackback)