4. Februar 2008
Rent Googling
Ein Quasimonopolist bekommt Konkurrenz und warnt deshalb vor dem Weltuntergang. Rent Seeking goes Internet.
Verfasst von SteffenH um 15:24 Uhr in der Kategorie Wirtschaft (Trackback)
Ein Quasimonopolist bekommt Konkurrenz und warnt deshalb vor dem Weltuntergang. Rent Seeking goes Internet.
Verfasst von SteffenH um 15:24 Uhr in der Kategorie Wirtschaft (Trackback)
Richtig ist, daß Google hier in erster Linie die eigenen Interessen im Auge hat (was ja auch legitim ist).
Aber das macht die Warnungen inhaltlich nicht falsch.
@R.A.:
Wieso? Das sind dann konzentrierte 6% Marktanteil von Microhoo in Deutschland. Wo ist das Problem? Außerdem sollten die Warnungen dann von jedem anderen, nur nicht von Google kommen.
@Steffen:
> Das sind dann
> konzentrierte 6%
> Marktanteil von
> Microhoo in
> Deutschland.
Welcher Markt genau?
Ansonsten dürfte Google bestimmt nicht den deutschen Markt im Blick haben - es geht denen in erster Linie um die USA.
> Wo ist das
> Problem?
Wir haben in den letzten Jahren große Fortschritte bei der Etablierung offener (und damit fairer) Standards gemacht - vor allem weil MS den Internet-Boom verpennt hat.
Die Befürchtung, daß sie jetzt wieder mit ihren Spielchen anfangen und damit heftige Produktivitätseinbußen erzeugen ist nicht von der Hand zu weisen.
> Außerdem sollten
> die Warnungen
> dann von jedem
> anderen, nur
> nicht von Google
> kommen.
Warum nicht?
Wie schon gesagt: Wenn es inhaltlich richtig ist, darf auch ein betroffenes Unternehmen sich äußern.
Und man kann ja viel gegen Google sagen, aber bisher haben sie recht fair agiert.
Ich mag trotzdem keinen Appell von Google an die Politik sie vor Konkurrenz zu schützen.
Von welchen Spielchen redest du? Inhaltlich hat der Google-Kommentar nichts außer ein paar Statements über Marktanteile gebracht. Was kann Microsoft mit Yahoo machen, was es bis jetzt nicht schon hätte auch machen können?
Manchmal ist mir dein pathologisch Microsoft-Hass ziemlich unheimlich, zumal in nahezu jeder anderen Situation so ein Verhalten vehement ablehnen würdest. Ich erkenne darin eine gewisse Inkonsistenz. ![]()
@Steffen:
> Ich mag trotzdem
> keinen Appell von
> Google an die
> Politik sie vor
> Konkurrenz zu
> schützen.
Nun, das steht so nicht da - das ist wiederum Deine Unterstellung.
Den reinen Produktwettbewerb hat Google bisher auch ohne politische Hilfe ausgehalten, es ist nicht naheliegend, daß sie nun unfaire Vorteile suchen.
Wobei ich mir hier auch kein Eingreifen der Politik wünsche.
Wäre schon besser, die Nutzer verhalten sich etwas schlauer als früher.
> Von welchen
> Spielchen redest
> du?
Die üblichen MS-Versuche, mit gezielten Inkompatibilitäten zu arbeiten.
Um dann darauf zu hoffen, daß die Leute sich eher am MS-Standard orientieren, weil sie dann auf der Seite mit dem größeren Marktgewicht sind.
Also Beispiel die Zeit, als Webseiten für IE “optimiert” werden mußten, weil sich MS nicht an die HTML-Standards hielt. Und User mit anderen Browsern hatten dann Probleme mit diesen Webseiten.
Inzwischen ist es auch allgemein üblich, PDFs anzubieten.
Ich will nicht wieder zurück in die Zeit, wo man an jeder Ecke murksige DOCs bekam.
Die Gefahr ist halt, daß MS die vielen Portal-Nutzer von Yahoo so auf eigene Produkte umleitet, daß ein Sog gegen die offenen Standards entsteht.
> Manchmal ist mir
> dein pathologisch
> Microsoft-Hass
> ziemlich
> unheimlich, …
Das ist halt Folge von fast 30 Jahren schlechter Erfahrungen.
MS hat mich viel Geld und Zeit gekostet, viel unnötigen Ärger gebracht.
Während umgekehrt Google Angebote macht, aber nie stört.
Ich kann die Programme nutzen, kann aber auch ohne jegliche Nachteile darauf verzichten.
Google murkst nicht in meinem System rum, behindert mich nicht beim Austausch mit anderen Leuten - die Situation ist derzeit eigentlich sehr angenehm.
Ich sehe keinerlei Vorteile, falls MS wieder die alte Dominanz zurückgewänne, aber deutliche Risiken.
> zumal in nahezu
> jeder anderen
> Situation so ein
> Verhalten
> vehement
> ablehnen würdest.
Das verstehe ich jetzt nicht.
Hinter meinem ersten Satz hätte ich wohl besser noch einen Smiley gemacht …
@R.A.:
Ich zitiere vom Google-Blog-Eintrag:
Policymakers around the world need to ask these questions — and consumers deserve satisfying answers.
Wenn das kein Rent Seeking ist, dann hab ich in der Public-Choice-Vorlesung etwas falsch verstanden.
Das sind alles pure Spekulationen deinerseits. Darf ich dich daran erinnern, dass Google 2004 selbst erfolglos versuchte Yahoo seine Suchtechnologie zu verkaufen. Auf dem Suchmaschinenmarkt hätten wir also schon damals mehr Homogenität gehabt, als auch dir offensichtlich lieb ist.
Der letzte Punkt geht allerdings Fehl. Welche Suchtechnik von Yahoo eingesetzt wird braucht den Endbenutzer nur insofern zu kümmern, als es die Qualität der Ergebnisse mitbestimmt. Wenn es opportun erscheint, kann eine Suchmaschine die Technik auch im Prinzip jederzeit wieder wechseln.
Probleme entstehen im Fall von kommunikationsrelevanten Standards, wie das z.B. bei der von R.A. angesprochenen Doc-Pest der Fall war (durch die häufigen Formatwechsel selbst unter MS-O Nutzern - wenn da jemand doof genug war, das neueste Format zu verwenden, war erstmal nüscht).
Daß R.A.s Befürchtungen sich derzeit noch im Rahmen des Spekulativen befinden, ist allerdings richtig.
Meiner Meinung nach gehört Google schon lange reguliert. Jedes Medium (Büchermarkt, TV-Sender, Zeitungen) unterliegt strengen Regularien (Landesmedienrecht etc.), wieso nicht auch Suchmaschinen, die Informationen gefiltert bereitstellen und speichern? Google wird mir mehr und mehr supsekt, nicht nur weil sie mit den Kommunisten in China zusammenarbeiten.
Das sie jetzt versuchen alte Vorurteile ggü. MS zu schüren ist eine legitime Stratgie, sollte die Wettbewerbshüter aber nicht irritieren.
Und die Google-Regulierer wären per definition nicht suspekt ?
wenn sie das ziel haben, den wettbewerb aufrecht zu erhalten nicht.
@Steffen:
> Wenn das kein Rent
> Seeking ist …
Schon klar, daß bei jedem Appell an “policy makers” die Alarmglocken losgehen.
Aber trotzdem muß es kein Rent Seeking sein - erst einmal wird ja nur gefordert, daß es bei fairen und gleichberechtigten Spielregeln bleibt.
Wobei David völlig recht hat, daß ich derzeit nur spekuliere bzw. aus den bisherigen Erfahrungen mit beiden Firmen eine gewisse Erwartung ableite.
Kann am Ende auch harmlos abgehen, das wäre dann der positivste Ausgang, Verbesserungen kann man bestimmt nicht erwarten.
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