Trimm dich!

Die Nationale Verzehrstudie enthüllt, dass Übergewicht vor allem ein Bildungsproblem ist. Weshalb die SPD-Bundestagsfraktion eine auch für den letzten Deppen verständliche Gutes-Essen-Böser-Fraß-Ampel auf jede Futterverpackung pappen lassen will. Doch Achtung, wie ein bekannter Fernsehmoderator belegt, kann man sich aber nicht einfach auf eine grüne Ampel verlassen. Eben, weil Übergewicht ein Bildungsproblem ist und das Abnehmen simplen physikalischen Gesetzen gehorcht.

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20 Kommentare zu “Trimm dich!”

  1. Buenavista
    5.02.2008 | 22:52

    Und gerade bei Maischberger…

    Schmidt raucht!

  2. stefanolix
    6.02.2008 | 0:06

    Steffen: Jetzt hast Du es Dir mit unseren netten Mitbewerbern wohl endgültig verdorben. Erst schreibst Du Konjunktivsätze, die sie zu höchst phantasievollen Behauptungen anregen, dann kommst Du ihnen auch noch mit der Wissenschaft Physik.

    Ich kopiere die schönsten Stilblüten. Der eine Held schreibt:

    Es gibt sicher auch welche, die gern noch mit dem Panzer nach Russland wollen. Überzeugt bekommt man die aber auch mit schlüssigen Argumenten nicht.

    Darauf antwortet sein kongenialer Kumpel:

    LOL, wenn’s dafür ‘nen Markt gäbe, würden die auch mit ‘nem Panzer … aber was solls. Ich bin immer wieder beeindruckt, von dieser gewundenen Art der Argumentation. Das Beste daran: Die glauben am Ende wirklich, dass sie “Liberale” sind. Wenn ich schon diesen BWLer-Grenzkosten-Müll lese, wird mir übel.

    Und das alles, nachdem Netbitch folgenden Abschnitt aus Steffens Artikel zitiert hat:

    Wenn da etwas dran sein sollte, könnte man vermuten, dass Menschen, die die ihnen gebotenen Chancen aufgrund unzureichender Intelligenz oder schwacher körperlicher Konstitution nicht ergreifen können, ohne diese potentiellen Handlungsspielräume glücklicher sind bzw. werden. Das wäre dann ein Argument gegen ein egalitäres Bildungssystem, dass unter Inkaufnahme hoher Kosten versucht allen die gleichen Chancen zu bieten.

    (Hervorhebungen von mir).

  3. 6.02.2008 | 0:28

    @stefanolix:

    Was da drüben abgeht verschlagworte ich unter “bildungsfern”. Leute die schon Schaum vor dem Mund bekommen, wenn man Intelligenz mit Vererbung in Zusammenhang bringt, kann man eigentlich nur mit Nichtachtung belohnen. Da gibt es keine gemeinsame Diskursebene. [Letzter Satz entfernt]

  4. googlehupf
    6.02.2008 | 0:47

    Zum Artikel des Physikers:
    1) Ist der Atem wirklich der einzige Weg auf dem effektiv Kohlenstoff ausgeschieden wird? Was ist mit unseren sonstigen Körpervorgängen?

    2) Spurlocks Gewichtzunahme war extrem hoch, da scheint auch noch getrickst worden zu sein

    Aber ansonsten ist die Einsicht ja eigentlich trivial. Wenn man mehr Energie verbraucht als man zu sich nimmt, nimmt man ab und umgekehrt. Der helle Wahnsinn.

    @Steffen:
    Begib dich doch einfach nicht auf das Niveau herab mit so nem Spruch. Vielleicht kriegste jetzt noch ‘nen Sexismus-Vorwurf ab.

  5. tim
    6.02.2008 | 0:48

    ich würde sagen dann sollten die alten herren aus berlin doch direkt mal selber anfangen - von den ganzen abgeordneten machen nicht wirklich viele eine tolle figur…

  6. 6.02.2008 | 0:48

    Ach komm, SteffenH, auf das Niveau, das wir selbst zu Recht kritisieren, sollten wir uns nicht herunterziehen lassen. Du darfst den letzten Satz deines Kommentars gerne selbst löschen.

  7. 6.02.2008 | 2:16

    @Rayson:

    Manchmal hat man eben das Bedürfnis den Leuten das ins Gesicht zu sagen was ich von ihnen halte, es aus dem Wald herausschallen zu lassen wie es herein ruft. Ich bin mir nicht sicher, ob uns diese Zurückhaltung wirklich etwas erspart. Aber du hast recht, sie ist vernünftig. Ich vergaß mich… ;-)

  8. 6.02.2008 | 2:34

    @googlehupf:

    Fast. Im Urin und Schweiß sind etwas Harnstoff (täglich etwa 25 g im Urin), Kreatin drin (1,5g im Urin)und einige Aminosäuren drin, die als organische Verbindungen jeweils ein Kohlenstoffatom im Molekül enthalten. Im Schweiß ist auch noch etwas Zucker und Cholesterin. Das ist aber alles mengenmäßig nicht der Rede wert.

  9. 6.02.2008 | 2:41

    @SteffenH

    Ans “Ersparen” denke ich da nicht. Sondern daran, dem eigenen Anspruch gerecht zu werden. Danke also!

  10. stefanolix
    6.02.2008 | 7:25

    Vielleicht noch eine Anmerkung zum Artikel: Durch »simple physikalische Gesetze« kann der Energiehaushalt des Körpers zwar prinzipiell beschrieben werden. Aber wenn es darum geht, dass die Person XYZ abnehmen will, dann kommen die persönlichen Veranlagungen ins Spiel. Dann geht’s um individuelle Physiologie und natürlich auch um individuelle Psychologie. Und nein, das ist keine biologistische Denkweise …

    In einer Diskussion bei einer Ärztin haben wir es mit der Analogie Mensch–Auto einmal vereinfacht so zusammengefasst: Es haben nicht alle den gleichen Motor und die gleiche Karosserie, es fahren nicht alle mit dem gleichen Treibstoff und es ist nicht jede »Bordelektronik« gleich eingestellt.

    Das bedeutet: wer abnehmen will, muss an allen drei Parametern [geduldig] etwas verändern, bis ein Optimum erreicht ist. Dabei helfen simplifizierende Angaben auf Lebensmittelverpackungen genausowenig weiter wie die feinen Diätpläne, die in der Presse bald wieder wie die Krokusse aufblühen werden. Es kann über zwei Jahre dauern, bis man von »nach vier Treppenläufen wird das Atmen schwer« bis hierher kommt. Dann wird man aber nie wieder nach vier Treppenläufen keuchen;-)

    Was mich gewundert hat: Der Autor des verlinkten Artikels zieht Schlüsse aus »persönlichen Umfragen«. Da müsste Steffen doch eigentlich auf die Barrikaden gehen;-)

  11. 6.02.2008 | 9:27

    @SteffenH
    “Aminosäuren drin, die als organische Verbindungen jeweils ein Kohlenstoffatom im Molekül enthalten”

    Äh, im Harnstoff ist zwar ein Kohlenstoff-Atom enthalten, aber in den proteinogenen Aminosäuren (das sind die, die im Eiwiß vorkommen) sind es mal mindestens zwei (Glycin). Tipp: Die Ecken in den Strichformeln sind Kohlenstoffatome. ;-)

    Ob man bei sowas auf Physiker hören sollte ist die Frage. Fett hat mehr Kalorien als Zucker und der der mehr als Eiweiß.
    1g Kohlenhydrate liefern 17 kJ
    1g Fett liefert 39 kJ
    1g Protein liefert 17 kJ
    1g Ethanol liefert 29,7 kJ

    Die Kohlenstoffatome sind erstmal schnuppe, da der Körper es auch verwerten muss. Gras und Holzwolle haben jede Menge Kohlenstoffatome in sich, aber ein großer Teil der Fasern wird von uns einfach nicht verdaut. Deswegen ist es auch schlauer das den Kühen zu geben, die (und deren Bakterien) transformieren das dann im Steaks ;-)

    Die Schlussfolgerung im Text ist allerdings richtig, schlanke Menschen essen weniger. Aber Sport bewirkt auch etwas, wer regelmäßig Sport macht hat mehr Muskeln und die erhöhen den Grundumsatz.

    Und zum Debattierstil: Man sollte nicht so erhaben tun, als ob man nicht selbst zu solchen rhetorischen Figuren greifen würde, wenn es einem in den Kram passt. Die nächste Bundestagswahl kommt bestimmt.

  12. stefanolix
    6.02.2008 | 9:37

    Ich will nicht erhaben tun. Aber in der verlinkten Netbitch-Diskussion wird das Niveau der Wahl-Diskussionen von 2005 wirklich noch unterboten. Und das passiert bei Leuten, die von Berufs wegen eigentlich das Lesen und Diskutieren beherrschen sollten;-)

  13. 6.02.2008 | 9:56

    @Marc:

    Hoppala, da ist mir ein Fehler unterlaufen. Ich hoffe du verzeihst dem Nichtfachmann diesen Fehler. Allerdings ändert das nichts an der Aussage, dass Urin und Schweiß kaum zur Abgabe von C aus dem Körper beitragen.

    Der Physiker meint ja auch allen Kohlenstoff, den der Körper verwertet hat und nicht den der durchmarschiert. Ich wüsste nicht, was das an seiner Grundaussage ändert. Die entscheidende Aussage ist doch die, dass der vom Körper verstoffwechselte Kohlenstoff nur über die Atemwege (zumindest so lange man lebt) den Körper wieder verlassen kann. Und die von dir genannten Verbindungen unterscheiden sich in ihrem Energiegehalt exakt wegen ihres unterschiedlichen Anteils an C. Oder sehe ich da schon wieder etwas falsch?

  14. 6.02.2008 | 13:44

    Wer mit “für den letzten Deppen verständliche Gutes-Essen-Böser-Fraß-Ampel” in den Ring steigt, darf auch als Nichtfachmann keine Fehler machen. :-D

  15. 6.02.2008 | 14:41

    @Marc:

    Ich denke es gibt da schon Unterschiede, zumal der Fehler keinerlei Einfluss auf die Dimension und die Schlußfolgerung aus dem Artikel hatte. So etwas würde ich eher als pedantisch bezeichnen. Aber trotzdem danke für den Hinweis.

    @stefanolix:

    Aber die Atmung funktioniert bei den meisten sehr ähnlich. Und die Kernaussage ist doch:

    Wer nicht schneller atmet, behält den Kohlenstoff aber im Körper. Wer abnehmen will, muss also weniger essen - oder mehr atmen. Und der einzige effektive Weg, mehr zu atmen, bleibt Bewegung. Es gibt einfach keine Methode, den Stoffwechsel dazu zu bringen, im Ruhezustand schneller zu arbeiten.

    Und weil du so viel beim Marathonlaufen atmest (wir können den Dresden-Marathon gern mal gemeinsam laufen ;-) ), nimmst du dabei auch so schön ab.

  16. 6.02.2008 | 15:07

    Wie gesagt, der Ton macht die Musik und das Echo. So als allgemeine Stilkritik. Denn zu schnell gleitet das Niveau auch bei den Opponenten ab.

  17. stefanolix
    6.02.2008 | 15:37

    @SteffenH: Noch übe ich dafür;-)

    Der eigentliche Dresden-Marathon ist im Herbst. Er führt in zwei großen Runden durch die Stadt. Das ist ein richtiger Straßenlauf. Man sieht die meisten Sehenswürdigkeiten, aber man läuft halt wirklich nur auf der Straße.

    Der verlinkte Marathon ist der Oberelbe-Marathon (liebevoll “OEM” genannt, auf so feine Unterschiede achten die Veranstalter sehr). Er führt von Königstein nach Dresden und ist landschaftlich der schönere Marathon. Man kommt an Schloss Pillnitz und an den Elbschlössern vorbei. Noch läuft man durch das Weltkulturerbe;-) — Beim OEM kann man über viele Kilometer auch neben dem Elberadweg auf kurzem Gras laufen. Im Frühjahr werde ich wahrscheinlich erst mal einen “Halben” laufen.

    Darf ich vorsichtig fragen, welche Zeit Du Dir für einen “Ganzen” als Ziel setzt? Du scheinst schon etwas länger zu laufen.

  18. stefanolix
    6.02.2008 | 15:38

    @Marc: Auch das übe ich;-)

  19. 6.02.2008 | 16:10

    @stefanolix:

    Ich bin den Dresden-Marathon schon einmal gelaufen, war etwas eintönig, vor allem, wenn man die Sehenswürdigkeiten schon kennt. Vor fünf Jahren glaube ich mich zu erinnern, in 3h17min. Ich war damals etwas enttäuscht, weil ich in Berlin zu der Zeit 3h11min geschafft hatte und eigentlich mehr wollte. Inzwischen laufe ich zwar immer noch regelmäßig die selbe Wochenstrecke wie damals, hab aber seit Jahren keine “Wettkampferfahrung” mehr. Für so einen Landschaftsmarathon würde ich wohl realistischerweise knappe 4h anvisieren.

  20. 6.02.2008 | 16:20

    @Marc:

    Die Deppenformulierung entspricht meiner Mutmaßung, dass Politiker die Bürger inzwischen für solche Deppen halten, dass sie glauben es läge an der Lebensmittelkennzeichnung, wenn wir immer dicker werden. Aber es liegt wohl an den relativ zum Einkommen sinkenden Ernährungskosten und der geringen Bewegung, dass der Mensch zum Ball mutiert. Denn schließlich stammt das Bild von der schlanken Arbeiterklasse aus Zeiten, in denen die Forderung nach einer Inhaltsangabe auf Lebensmitteln bei allen ein unverständliches Stirnrunzeln ausgelöst hätte. Aber bevor mir jetzt noch unterstellt ich würde bitterer Armut als Heilmittel gegen Übergewicht das Wort reden belasse ich es vorerst bei diesen Äußerungen. ;-)

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