Super Tuesday: Ein Arbeitssieg für Clinton? Nein, für Obama.

So, das wäre das. Der Tsunami Tuesday ist also über die Bühne. Bei den Republikanern ist John McCain wohl durch (was an der Verachtung und dem Hass, der ihm aus dem eigenen Lager entgegenschlägt, ebenso wenig ändern wird, wie seine Wahlkampf-Spots mit der Botschaft “Ich bin doch ein Konservativer!”, siehe youtube-Video).

Und die Demokraten sehen betroffen: “Der Vorhang zu - und alle Fragen offen!”

Naja, fast alle Fragen sind offen. Aber so viel lässt sich wohl doch sagen: Gabor Steingart, der Barack Obama nach der knappen Niederlage in New Hampshire schon zum “Winterkönig” ausgerufen hatte, liegt mal wieder daneben, wenn er das Ergebnis zu einem “Arbeitssieg für Clinton” umdeutet. (Dass er das tut, weiß ich nur aus einer Mail von Björn, weshalb ich auch nicht weiter auf Steingart eingehen kann und will.)   

Auch wenn Rayson mich zu einem eindeutigen Endorsement für Barack Obama drängt, möchte ich mich hier in meiner Einschätzung nicht von meinen Präferenzen, sondern von meinen Wahlbeobachtungen leiten lassen; das Obama-Endorsement kommt dann später, und es wird den für Obama-Endorsements obligatorischen Einstieg “for the first time in my life” enthalten. 

Nun aber zurück zum gestrigen Wahlergebnis. Warum war das Ergebnis ein Arbeitssieg für Obama und nicht für Clinton?

Nun, zum einen hat Obama in der letzten Woche vor dem Super Tuesday den Vorsprung von Clinton zunichte gemacht und dabei in den landesweiten Umfragen pro Tag einen Prozentpunkt hinzugewonnen.

Obama hat zudem mehr Staaten gewonnen als Hillary Clinton und hat jetzt etwa die gleiche Anzahl von Delegierten, wenn man mal von den Superdelegierten absieht, von denen sich der Großteil noch nicht öffentlich festgelegt hat - und diejenigen, die sich festgelegt haben, können diese Festlegung jederzeit wieder ändern.

Außerdem kommt noch hinzu, dass Obama zwar im Aufwind ist, dieser sich aber nicht so stark gezeigt hat, dass für ihn die Gefahr besteht, dass das Pendel in die andere Richtung ausschlägt (reverse bandwaggon effect nennen das die Schlaumeier-Experten).

Ohne irgendeine Experten-Meinung oder Nachwahlbefragung gelesen zu haben, ist für mich klar:

1.) Obama hat überall da gewonnen, wo er persönlich Wahlkampf gemacht hat. Das Problem im weiteren Verlauf werden für ihn also die noch verbleibenden Flächenstaaten sein, vor allem Texas. Jetzt streiten sich die Experten, ob ihm noch die Zeit bleibt, genügend viele Wahlkampfauftritte zu absolvieren und so seinen Bekanntheitsgrad zu steigern. Ich meine: Ja, die Zeit hat er.  

2.) Obama hat überall da verloren, wo Ted Kennedy für ihn Wahlkampfauftritte absolviert hat. Das ist auch kein Wunder, weil die Auftritte von Ted Kennedy an Peinlichkeit nicht zu überbieten sind, Kennedy-Mythos hin oder her. Zudem steht Ted Kennedy in deutlichem Widerspruch zu der Botschaft, die Barack Obama eigentlich vermitteln will.

3.) Obama gelingt es nach wie vor, Erstwähler für sich zu aktivieren. Nach allem, was ich so über das Internet mitbekomme, sind das keineswegs nur naive Jungwähler, sondern auch ältere oder gar alte Menschen, die sich zum ersten Mal in ihrem Leben überhaupt für die Vorwahlen interessieren.

Bei diesen Erstwählern wird er weiterhin Boden gutmachen. 

4.) Bei weißen und hispanischen lateinamerikanischen (auf Intervention eines Kommentators korrigiert, M.W.) Wählern ohne Hochschulabschluß wird Hillary Clinton immer die Oberhand behalten. Ich bin weiterhin davon überzeugt, dass das am Ende für sie nicht zur Präsidentschaft reichen wird. Wahrscheinlich reicht es noch nichtmal zur Nominierung.

5.) Dass das Rennen bei den Demokraten weiterhin offen ist, wird sich positiv für sie auswirken. Die Medien berichten jetzt schon (rein zeitlich gesehen) unausgewogen über die Kandidaten der beiden Parteien. Nach dem mehr oder weniger deutlichen Durchmarsch von McCain wird sich die Berichterstattung noch deutlicher zugunsten der Demokraten verändern.

Ich sehe diese Unausgewogenheit übrigens nicht nur als Ausdruck von politischer Voreingenommenheit, sondern halte sie ganz einfach für mit den Mediengesetzen erklärbar: Die Medien setzen nunmal auf einfache Botschaften, die sich in das 1:30- Format pressen lassen. Und bei den zwei demokratischen Kandidaten geht das besser als bei den fünf bzw. mittlerweile drei GOP-Kandidaten.

Jetzt gibt es natürlich die Schlaumeier unter den Experten, die meinen, es würde den Demokraten schaden, wenn sich ihre beiden Spitzenkandidaten noch monatelang beharken. Ich denke, dass diese Annahme falsch ist - zumindest dann, wenn Obama am Ende gewinnt. Nach allem, was ich wahrnehme, ist es nämlich so, dass die meisten Clinton-Anhänger über Obama sagen: “Den könnte ich auch wählen”, während die Obama-Anhänger über Clinton überwiegend nicht zitierfähige Beleidigungen ausstoßen.

Die Schlaumeier sagen weiter, dass die Obama-Anhänger auf jeden Fall sowohl im Wahlkampf als auch an der Wahlurne am Ende Clinton wählen werden, wenn es Obama nicht ins Finale schafft. Dazu ist mein Eindruck: Das mag für die Parteisoldaten gelten, die auch eine mit Puderzucker besteubte Laugenbrezel wählen würden, wenn sie damit einen GOP-Präsidenten verhindern könnten. Aber für die Wahlkampfhelfer und Wähler, die Obama gerade erst für sich rekrutiert hat, gilt: My Vote for Hillary? Forget about it, man!

(Dieselben Schlaumeier sagen auch, dass die GOP-Anhänger, die John McCain - um es vorsichtig zu formulieren - für ungeeignet halten, ihn am Ende im Finale doch wählen werden; mein Eindruck ist auch da: My Vote for McCain? Nope. I’d rather vote for Clinton.)

Ich hätte gerne mehr über die Republikaner geschrieben, aber die Lage scheint mir doch recht eindeutig zu sein - und Romney und Huckabee finde ich beide so unerträglich, dass ich es nicht fertig bringe, mir irgendwelche Informationen über sie anzueignen.

John McCain finde ich hingegen nach wie vor gut - und wenn es zur Schlacht “McCain vs. Obama” kommen sollte, dann haben die Amerikaner nach meinem Dafürhalten eine echte Wahl zwischen zwei echten, wählbaren Alternativen. Das unterscheidet diese Wahl zum Beispiel von Frankreich, Serbien, Kenia oder Hessen, wo für mich jeweils beide Spitzenkandidaten absolut unwählbar gewesen wären. 

Soweit meine nicht durch Umfragen und jahrelanges Rumhängen in CNN-Studios vernebelte Schlaumeier-Meinung, die ich mir durch das Lesen von hunderten von Zeitungsartikeln und das tagelange Rumhängen in amerikanischen Blogs (von ganz rechts bis ganz links - really, I’ve read it all) gebildet habe.

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53 Kommentare zu “Super Tuesday: Ein Arbeitssieg für Clinton? Nein, für Obama.”

  1. R.A.
    6.02.2008 | 13:03

    Da Du nun dankenswerterweise so viel gelesen hast - kannst Du uns mal übersichtlich und konkret aufzeigen, was Obama eigentlich will?

    Aus meinen beschränkten
    Eindrücken hat er sich nur für den Irak-Rückzug festgelegt (aus meiner Sicht natürlich ein Minuspunkt für ihn) - ansonsten aber nur “Change”, “Feeling”, halt das übliche Friede, Freude, Eierkuchen der Unpolitik.

    Da wäre ich jetzt wirklich lernbegierig.

  2. DDH
    6.02.2008 | 13:23

    Marian: Ab heute bist Du mein Lieblings-B.L.O.G.ler!!! :-)

    Klasse Beitrag!

  3. 6.02.2008 | 13:24

    R.A.,

    meines Erachtens führt Deine Frage vom eigentlichen Thema (Super Tuesday) weg. Ich werde sie also in einem anderen Eintrag beantworten, okay?

  4. DDH
    6.02.2008 | 13:26

    Yes, we can

    +++Iss normalerweise nicht meine Musikrichtung!+++ ;)

  5. FG
    6.02.2008 | 13:29

    Ich habe mir auch die halbe Nacht um die Ohren geschlagen und finde diese ganze Veranstaltung gleichermaßen befremdlich wie faszinierend. Ein paar anekdotische Eindrücke und Fragen:

    1. Ist es wirklich so, dass sich die schwarzen und die lateinamerikanischen (! Um Himmels Willen nicht hispanischen!!!) Amerikaner nicht ausstehen können?

    2. Warum um alles in der Welt bekommt Edwards in Kalifornien noch 4 %??

    3. Michelle Obama ist Klasse. Bleibt zu hoffen, dass sie in 8 oder 12 Jahren nicht einen auf Hillary macht.

    4. Wer war der einzige Kandidat, der seine Mutter (!) mit auf die Bühne gschleppt hat? Der 72jährige John McCain. Cool.

    5. So eine Statistik-Zauberwand wie bei CNN will ich auch haben. Und das Gedächtnis von dem Typen, der sie bedient gleich noch dazu.

    Insgesamt bin ich ziemlich zufrieden damit, das ganze Spektakel aus sicherer und vor allem unbeteiligte Distanz beobachten kann. Olympische Spiele sind nix dagegen.

  6. FG
    6.02.2008 | 13:31

    Genau und

    6. DDH hat es schon gepostet: ein Land in der Promis ein dermaßen gutes Unterstützer-Video machen kann so verkehrt nicht sein.

  7. R.A.
    6.02.2008 | 13:35

    @Marian:
    Ich hätte zwar gedacht, daß auch Dein Beitrag schon deutlich mehr als nur Super-TUesday behandelt - aber natürlich ist mir der Ort der Antwort recht egal.

  8. 6.02.2008 | 13:54

    FG,

    puh, da habe ich mir ja was eingebrockt ;-).

    1. Ist es wirklich so, dass sich die schwarzen und die lateinamerikanischen (! Um Himmels Willen nicht hispanischen!!!) Amerikaner nicht ausstehen können?

    Nach meinem Eindruck: ja. Bill Richardson hat vorgestern auf CNN gesagt, dass die Unterstützung der … Latinos (ist das in Ordnung?) entlang der Generationenlinie verläuft. Und bei den Latinos über 30 kann Obama offenbar nicht landen.

    2. Warum um alles in der Welt bekommt Edwards in Kalifornien noch 4 %??

    Weil es eine große Anzahl von Dems gibt, die weder Obama noch Clinton haben wollen. Diejenigen, die noch unentschieden waren, waren nicht etwa beiden zugeneigt, sondern beiden abgeneigt.

    3. Michelle Obama ist Klasse. Bleibt zu hoffen, dass sie in 8 oder 12 Jahren nicht einen auf Hillary macht.

    Die Befürchtung hatte ich auch. Aber sie bringt ihre Abneigung gegen Politik so glaubwürdig rüber, dass ich das für ausgeschlossen halte. Sie hat neulich in einem Interview sogar auf die Frage, ob sie eine erneute Kandidatur von Barack Obama in 4 oder 8 Jahren unterstützen würde, geantwortet: “I’m certainly not going to put my family through this again.”

    Aber es besteht kein Zweifel für mich, dass sie die intelligentere und härtere von den beiden ist. Wie bei den Clintons. Barack Obama hat ja auch in einem seiner Bücher geschrieben: “Ich bin froh, dass ich nie gegen sie antreten musste. Ich hätte keine Chance gegen sie.”

    Und bei Jay Leno hat er gesagt: “Ich fände eigentlich eine Debatte zwischen Michelle und Bill ganz gut. In so einer Debatte würde ich mein Geld auf mein Mädchen setzen.” Darauf Jay Leno: “Sie würden Michelle mit Bill alleine lassen???” ;-)

    4. Wer war der einzige Kandidat, der seine Mutter (!) mit auf die Bühne gschleppt hat? Der 72jährige John McCain. Cool.

    Naja, Baracks Mutter ist tot - und Michelles Mutter muss auf die Kinder aufpassen ;-).

    Und wie es dazu gekommen ist, dass John McCain seine Mutter im Wahlkampf einsetzt, konnte man im Economist nachlesen:

    “I’m afraid I may have to send my 95-year-old mother over and wash Chuck’s mouth out with soap.”

    John McCain, campaigning in Miami, responds to Chuck Norris’s comments about his age. Mr Norris, a Mike Huckabee supporter, is only four years younger than Senator McCain. CNN.com, January 21st

    Olympische Spiele sind nix dagegen.

    Das könnte für die Chinesen und vor allem für die beteiligten Fernsehanstalten ein großes Problem werden. Wer will schon einschalten, wenn China seine 27. Goldmedaille gewinnt, während in den USA eine solche Schlacht abgeht?

    6. (…) ein Land in der Promis ein dermaßen gutes Unterstützer-Video machen kann so verkehrt nicht sein.

    Ich finde es überhaupt klasse, dass die Promis sich so einmischen.

  9. R.A.
    6.02.2008 | 14:10

    @Marian:
    Alles sehr interessant und zustimmenswürdig.
    Bis auf den Schlußsatz:
    “Ich finde es überhaupt klasse, dass die Promis sich so einmischen.”

    Ich finde es grundsätzlich eher negativ, wenn sich “Promis” in die Politik einmischen.
    Wenn jemand Bücher schreiben, schauspielern oder singen kann, hat er deswegen Null mehr Ahnung und mehr Bedeutung als der Gemüsemann vom Laden um die Ecke.

    Es ist auch eher selten, daß solche Promis irgendwelche Aussagen tätigen, über die nachzudenken sich lohnen würde.
    In der Regel sind es blasse Stammtischsprüche, die wegen Promi-Status dann nicht mehr kritisch hinterfragt werden.

  10. DDH
    6.02.2008 | 14:38

    @R.A.: Ich weiß, Mises war da auch immer dagegen, hatte auch sehr gute Argumente gegen herumpolitisierende Schauspieler und Künstler (”Die Wurzeln des Antikapitalismus”). Aber egal: Robert de Niro war trotzdem spitze! :-)

  11. DDH
    6.02.2008 | 14:38
  12. 6.02.2008 | 14:47

    R.A.,

    Ich finde es grundsätzlich eher negativ, wenn sich “Promis” in die Politik einmischen.

    Zunächst mal finde ich es deshalb klasse, weil es den Unterhaltungswert der Show für mich steigert.

    Bei Barack Obama kommt speziell hinzu, dass die Prominenten, die ihn unterstützen, für die Kernaussage seines Wahlkampfs enorm wichtig sind: Jeder und jede soll sich einmischen. Und dass du prominent bist, heißt nicht, dass du keine Ahnung hast und dich drücken kannst.

    Von wem werden denn Politiker sonst (offen oder verdeckt) unterstützt? Von “Experten”, von Journalisten und von Parteifreunden. Und wie platt und argument-frei deren Unterstützung manchmal ist, brauche ich Dir ja wohl nicht zu sagen. Das Unterstützungs-Video von Lawrence Lessig (“20 minutes or so on why I am 4Barack”) und die Reden, die Oprah Winfrey für Obama hält, enthalten dagegen durchaus Argumente und unterscheiden sich von der Qualität her nicht von den Wahlkampfreden, die ansonsten von den Obamas gehalten werden, ja, sie gehen sogar darüber hinaus.

  13. DDH
    6.02.2008 | 17:25
  14. Buenavista
    7.02.2008 | 13:40

    Ich würde energisch widersprechen, was Kennedy betrifft. Kennedy’s Endorsement war für Obama mit Gold nicht aufzuwiegen. Er hat Obama aus dem “schwarzen Ghetto” geholt, in den ihn die Hillary-Campaign nach South Carolina stecken wollte.

    Das Endorsement der Kennedys war ein Fanal: Es signalisierte den Wasps, das Obama wählbar ist, dass er echten Rückhalt in der Party genießen kann.

    New York und Mass. als Indiz dafür zu nehmen, dass Kennedy (die Hassfigur der Republikaner und offensichtlich auch hier) Obama geschadet hat, ist Unfug. In Mass. lag Obama vor dem Endorsement 37 (!) Punkte hinter Hillary, und er hat Hillarys Vorsprung binnen Tagen halbiert. Das wäre in etwa so, als würde die SPD in Bayern urplötzlich 40% holen. In New York hat Obama ebenfalls den Abstand radikal verkürzt.

    Auch für Kalifornien gilt das. Hätten dort nicht so viele Briefwähler schon vor Wochen abgestimmt, wäre das Ergebnis wesentlich knapper ausgefallen.

    Auch die Lateinamerikaner sind keine einheitliche Masse. Noch kann sich Hillary auf die Mexikaner (um die geht es in erster Linie) stützen, aber schon in New Mexico (das nicht ohne Grund so heißt) liegt Obama bereits gleichauf mit Hillary.

    Er wird in D.C. und Maryland abräumen, sogar Virginia traue ich ihm zu. Dann sind die letzten großen Brocken Penn., Ohio und Texas.

    Ich denke, danach haben wir einen Kandidaten. Das wird wohl Obama sein. Genau jetzt, wo Hillary Obama mit TV-Spotzs zuschütten müsste, ist ihr das Geld ausgegangen, während Obama 5 Millionen an einem Tag einwirbt. Und die wird er im Februar einsetzen.

    Wenn er nicht einen groben Schnitzer macht, hält ihn keiner mehr auf.

    McCain hat zwar wohl die Nominierung in der Tasche, aber (noch) nicht seine Partei. Er wird heftig Zugeständnisse machen müssen, und die werden ihn für Independents und konservative Demokraten unwählbar machen.

    Bei Hillary wäre das anders. Da kriecht selbst der letzte vermoderte Republikaner aus dem Bett um zu wählen.

    Übrigens gibt es bereits eine Bewegung: “Republicans for Obama”.

  15. R.A.
    7.02.2008 | 13:52

    > Genau jetzt, wo
    > Hillary Obama mit
    > TV-Spotzs
    > zuschütten müsste,
    > ist ihr das
    > Geld ausgegangen,
    Interessant.
    Wo kriegt man eigentlich solche Infos über den Kassenstand der Kandidaten her?

  16. Buenavista
    7.02.2008 | 15:11

    Aus der Presse: Hillary musste ihrer Campaign gerade 5 Millionen Dollar aus dem Privatvermögen “leihen”, und die meisten ihrer Mitarbeiter haben seit einem Monat kein Geld mehr bekommen. Wie bei Giuliani, sehr gefährliche Indizien.

    Dazu recht dramatische Bettelbriefe der Hillary Campaign. Sie braucht ganz schnell Geld jetzt. Sie hatte damit gerechnet, dass nach Iowa und New Hampshire schon alles vorbei ist und ihre damals gut gefüllte Kriegskasse geleert.

    Das dumme daran: Sie hatte ihr Geld größtenteils von Sponsoren bekommen, die den maximalen Betrag schon beim ersten Mal gespendet haben (etwas über 5000 Dollar). Die dürfen ihr jetzt für die Vorwahlen nichts mehr geben.

    Obama hat dagegen extrem viele Kleinspender. Die kann er jederzeit erneut angehen, solange er sein Momentum hat. Und das hat er.

    Hillary will jetzt unbedingt jede Woche TV-Debatten, um kostenlos TV-Zeit zu bekommen. Obama muss das nicht, er kann ganz auf teure Spots setzen. Beim Debattieren hat Hillary immer noch gewisse Vorteile.

    Bei McCain sieht es finanziell ebenso übel aus. Die Nominierung dürfte er zwar haben, aber seine Campaign schrammt haarscharf am Bankrott entlang. Wenn er nominiert wird, muss er Gelder auftun, d.h. er wird sich ziemlich verbiegen müssen. Sonst deckt ihn Obama zu. Der wird in jedem Fall mehr Geld haben.

    Auch Edwards hat letztlich deswegen aufgegeben, da er keine großen Donors hatte und die kleinen Spenden eher an Obama gingen.

    Viel Geld hilft aber nichts, wenn die Chemie nicht stimmt. Romney hatte sehr viel Privatgeld reingesteckt, aber die Leute wollen ihn nicht. Da helfen auch noch so viele teure Spots nicht.

  17. Buenavista
    7.02.2008 | 15:14

    Apropos Kennedy:

    So ein Endorsement bedeutet natürlich auch Zugang zu höchst wertvollen Adresslisten mit Spendern.

  18. 7.02.2008 | 18:03

    Buenavista,

    ich hab’ überhaupt nichts gegen das Endorsement durch Ted Kennedy gesagt, sondern nur gegen die Wahlkampfauftritte. Daraus gleich Haß abzuleiten, naja. Ich finde es halt peinlich, wenn sich ein alter Mann aufführt als sei. er Mitglied bei den fantastischen Vier.

    Hast Du das mit Clintons Finanzierungsschwierigkeiten in der deutschen Presse gelesen? Bei CNN stand es am Mittwochmorgen auf der Startseite und Dailykos und die Huffingtonpost haben es genüßlich ausgewalzt. Um mehr kostenlose Sendezeit zu bekommen, will Clinton sogar den FOXNEWS-Bann aufheben.

    Das psychologische Signal ist natürlich verheerend.

  19. Buenavista
    7.02.2008 | 18:12

    Es steht (inzwischen) auch in der deutschen Presse, aber da werden ja fast ohnehin nur US-Quellen nachgeplappert.

    Bei Fox aufzutreten hielte ich aber für ausgesprochen dumm.

  20. 8.02.2008 | 0:07

    The campaign announced today that it raised more than four million dollars online in the 24 hours after polls closed on Tuesday — the biggest single haul in one day ever for the campaign.

    “We are gratified for this tremendous outpouring of support,” said Clinton Campaign Internet Director Peter Daou.

    That outpouring is the reason that a handful of senior staff who had offered to go without pay on Wednesday have been told today that they will not need to skip paychecks.

    One longtime Democratic consultant not affiliated with any campaign wondered if perhaps the whole thing wasn’t a big stunt to garner media attention and look like an “underdog.”

    (Quelle: ABC News)

  21. 8.02.2008 | 0:36

    Clintons Wahlkampfmanager schreibt an Obama (Quelle):

    (…) I was disappointed to see that Senator Obama rejected the idea of having more debates given the fact that he and Senators Clinton have had only a single one-on-one debate. I think we can do better and so does Hillary.

    Senator Clinton believes voters should have more than one opportunity to see the candidates discuss the issues and has accepted five debates between now and March 4th from CNN, MSNBC, WJLA, ABC and Fox News. (…)

    Obamas Antwort:

    When asked whether he would accept the invitation from Mrs. Clinton to attend four more debates in the coming weeks, he laughed.

    “I don’t think anybody is clamoring for more debates,” he said. “We’ve had 18 debates so far. I think we’ve had 10 more than we’ve had in the last Democratic contest.”

    He said he would agree to at least one debate, but noted, “It’s very important for me to spend time with voters.”

    Obama müsste ja hochgradig bescheuert sein, wenn er sich auf mehr Fernsehdebatten auf Kosten von Wahlkampfauftritten vor Ort einlassen würde.

    Im TIME MAGAZINE wird Obama derweil vorgeworfen, dass er Wahlkampf betreibt:

    (…) there was something just a wee bit creepy about the mass messianism — “We are the ones we’ve been waiting for” — of the Super Tuesday speech and the recent turn of the Obama campaign. “This time can be different because this campaign for the presidency of the United States of America is different. It’s different not because of me. It’s different because of you.” That is not just maddeningly vague but also disingenuous: the campaign is entirely about Obama and his ability to inspire. Rather than focusing on any specific issue or cause — other than an amorphous desire for change — the message is becoming dangerously self-referential. The Obama campaign all too often is about how wonderful the Obama campaign is.

    (…)

    Das finde ich auch nicht okay von dem Barack, dass er den Wahlkampf so personalisiert! Wo doch gerade amerikanische Wahlkämpfe bis jetzt immer themenorientiert und nüchtern waren…

  22. Sir Winston
    8.02.2008 | 13:25
  23. 8.02.2008 | 21:42

    “Romney und Huckabee finde ich beide so unerträglich, dass ich es nicht fertig bringe, mir irgendwelche Informationen über sie anzueignen.”

    Das ist in meinen Ohren ein Widerspruch in sich - wie kannst Du die beiden unerträglich finden, wenn Du keine Informationen über sie hast, also nicht weißt, wofür sie stehen?

  24. 8.02.2008 | 21:43

    das “Nichtraucherin” im Namen war noch von einem vorigen Post, wollte das nicht absichtlich raushängen lassen *kicher*

  25. 8.02.2008 | 22:21

    ex-blond,

    Das ist in meinen Ohren ein Widerspruch in sich

    Der Widerspruch löst sich auf, wenn ich das “sie” in dem Satz durch folgende Passage ersetze:

    “über ihr Abschneiden in den GOP-Vorwahlen am Super Tuesday und die sich daraus ergebenden Konsequenzen”

    Ich war davon ausgegangen, dass sich das aus dem Zusammenhang ergibt; da das offenbar nicht so ist, sei es hiermit nachgetragen.

    wie kannst Du die beiden unerträglich finden, wenn Du keine Informationen über sie hast, also nicht weißt, wofür sie stehen?

    Wofür Mitt Romney steht, weiß er wahrscheinlich selber nicht. Das ist ja das Unerträgliche. Und Mike Huckabee glaubt an Wunder und daran, dass alles, was in der Bibel steht, wahr ist. Ich sehe deshalb nicht ein, warum ich meine Ablehnung noch ausführlicher begründen sollte.

  26. 8.02.2008 | 22:58

    @ Marian

    das „sie“ hatte ich tatsächlich falsch verstanden – danke für die Klarstellung.

    Mitt Romneys Positionen hier in Kurzform:

    Islamistische Extremisten führen einen Jihad gegen den Westen – dies ist die größte Bedrohung der westlichen Welt und ihn gilt es mit höchster Priorität zu bekämpfen, z.B. indem man den Irak nicht durch einen vorzeitigen Rückzug ins endgültige Chaos stürzen lässt, ebenso Afghanistan. Unterstützung von „the surge“. Das Militär soll verstärkt werden. Immigration: kein Freibrief für illegale Immigranten, Stärkung von legaler Immigration, Bekämpfung von illegaler Immigration. Unabhängigkeit vom Öl anstreben: Atomkraft, alternative Energien ausbauen/fördern. Ökonomisch liberal, offene Märkte, kein populistisches Dämonisieren von z.B. Pharmakonzernen (McCain!). Befürwortung der Todesstrafe. „Pro Life“ (seine als ‚Flip-Flopping’ diffamierte Meinungsänderung finde ich glaubhaft, da ich glaube, dass Denken und Entscheiden im großen politischen Maßstab und im kleinen persönlichen Maßstab manchmal unterschiedlich sein können und dass man manchmal erst nach einiger Zeit begreift, was für gesellschaftliche Folgen einen politisch gesetzte Maßgabe haben kann wie z.B. die Liberalisierung der Abtreibungen). Gegen Homoehen, aber für Alternativen. Für eine sehr eingeschränkte Art der Folter.

    Schade, dass er freiwillig aus dem Vorwahlkampf ausgeschieden ist.

  27. 9.02.2008 | 11:35

    Befürwortung der Todesstrafe als Follow-Up zu “Pro Life” gefällt mir schon sehr gut. Aber eigentlich möchte ich gerade nur wisen, wie die “sehr eingeschränkte Art der Folter” aussieht und was sie von “normaler Folter” unterscheidet.

  28. Buenavista
    9.02.2008 | 11:49

    The comfy chair?

  29. 9.02.2008 | 12:05

    Beim Aufziehen werden die Hände nicht über Kopfhöhe hinausbewegt. Daumenschrauben sind aus Plüsch.

  30. 9.02.2008 | 12:08

    “The comfy chair?”

    Alles aus Plüsch!

  31. DDH
    9.02.2008 | 16:59

    Den Clintons werden ihre schmutzigen Wahlkampftricks am Ende nichts nützen! Nur Obama kann McCain schlagen - und er wird!

  32. DDH
    10.02.2008 | 17:40
  33. 10.02.2008 | 17:55

    @Marian

    Und Mike Huckabee glaubt an Wunder

    Also das wäre für mich kein Grund, ihn abzulehnen, denn ich glaube auch an Wunder. Problematisch für einen Präsidentschaftskandidaten wäre es allerdings, mit Wundern zu rechnen oder gar auf sie zu setzen. Obwohl: Die Politik, und zwar die amerikanische wie die deutsche, kommt mir manchmal so vor, als täte sie das sowieso….

  34. 10.02.2008 | 18:10

    Rayson,

    mein Leib-und-Magen-Blatt hat es schön auf den Punkt gebracht:

    Likeable though he is, Mr Huckabee is tainted by an anti-business strain of populism and a literalist faith that sometimes blinds him to basic science. The possibility of a Huckabee presidency would give many independent voters (and this newspaper) pause.

  35. 10.02.2008 | 18:16

    @Marian

    Ja. Ich wollte nur die Ehre des Glaubens an Wunder wiederherstellen, und nicht etwa Huckabee empfehlen.

  36. 10.02.2008 | 18:24

    Rayson,

    und ich wollte nur wieder mal die Lektüre meines Leib-und-Magen-Blattes empfehlen ;-).

    Obwohl ich die Entscheidung des Economist, “noch” keine Wahlempfehlung für McCain auszusprechen, nicht nachvollziehen kann. In dem Artikel werden drei Gründe gegen McCain genannt:

    1.) sein Alter (daran wird sich bis zum Wahltag nichts ändern - im Gegenteil: McCain wird immer älter!)

    2.) sein “Temperament” bzw. seine undiplomatische Haltung (wird sich beides auch nicht mehr ändern)

    3.) die Gefahr, dass er Huckabee zum running mate macht (diese Gefahr ist gleich Null, da McCain dann endgültig die Stimmen der Konservativen verliert)

  37. 10.02.2008 | 18:30

    Die Stimmen der Konservativen? Doch wohl eher die der Mitte - und die Wählbarkeit für diese ist McCains republikanisches Alleinstellungsmerkmal, dem er seine wahrscheinliche Nominierung verdankt. Es sieht ja momentan wohl so aus, dass sich die republikanische Partei nicht hinter McCain versammelt, sondern dass die Stimmen der Ausgeschiedenen eher seinen Rivalen zugute kommen. Wenn er sich nach da absichern will, muss er eigentlich Huckabee nehmen (”Ich komme nicht zu, sondern von euch!”).

  38. 10.02.2008 | 19:07

    Rayson,

    die Bezeichnungen der politischen Richtungen in den USA sind schon sehr knifflig. Ich bin mir aber relativ sicher, dass die Bezeichnung “Konservative” hier richtig ist:

    Just hours after former Massachusetts Gov. Mitt Romney’s exit from the GOP race on Thursday effectively handed the nomination to McCain, Huckabee’s critics intensified efforts to deny him a spot on the ticket. The opposition stems largely from his record as governor of Arkansas from mid-1996 through 2006.

    “Clearly, an economic liberal like Mike Huckabee will be unacceptable to a majority of Republicans,” Pat Toomey, president of the Club for Growth, a conservative advocacy group, said in a statement. On Friday, Toomey released his roster of preferred vice presidential picks, which was led by South Carolina Gov. Mark Sanford.

    David A. Keene, chairman of the American Conservative Union, said Huckabee’s record on taxes and immigration would only worsen McCain’s friction with conservatives if he were on the ticket.

    (Why isn’t Huckabee throwing in the towel? By Michael Finnegan, Los Angeles Times)

  39. 10.02.2008 | 19:25

    @ Marian
    (Hervorhebungen von mir)

    “Governor Huckabee says he is a fiscal conservative,” Club for Growth President Pat Toomey said, “but his ten-year economic-policy record as the governor of Arkansas is mixed, at best. His history includes numerous tax hikes, ballooning government spending, and increased regulation. To be sure, Governor Huckabee’s record displays an occasional deference to a pro-growth philosophy, but that is only a small slice of a much bigger picture. The Club for Growth feels citizens deserve a full picture of where Governor Huckabee stands on the critical economic issues of the day.”

    “conservative” heißt, soviel ich das bislang verstanden habe im wirtschaftlichen Zusammenhang das, was wir im deutschen unter ‘liberal’ verstehen (wirtschaftsliberal: niedrige Steuern, freie Märkte, wenig Regulierungen etc), während amerikanisch “liberal” eher linkslastig in unserem Sinn ist (Staat wirds richten, Geld umverteilen etc.)

    hier noch die Zitatquelle: http://www.clubforgrowth.org/2007/01/a_report_on_mike_huckabees_fis.php

  40. 10.02.2008 | 19:34

    @Marian, ex-blond

    Zunächst mal muss man ja auch erstmal wissen, welche Bedeutung der andere gerade verficht. Wenn Marian also von Konservativen redet, meint er dann solche unserer Definition oder solche amerikaischer Definition, die tatsächlich viele Gemeinsamkeiten mit denen haben, die man hierzulande Liberale nennt oder bei den Ungebildeten Neoliberale.

    Und dann wusste ich auch nicht, dass Huckabee so einen Big-Government-Background hat.

  41. 10.02.2008 | 20:48

    ex-blond,

    Deinen Kommentar verstehe ich nicht.

    Rayson,

    ich habe die amerikanische Bezeichnung übernommen, weil das für mich hier eindeutig war, was mit “konservativ” gemeint ist. Mit drei Buchstaben: WSJ.

    Huckabee ist aber eben nicht “conservative”, sondern “social conservative”. Und wenn ein “conservative” einen “social conservative” als “liberal” bezeichnet, dann ist das eindeutig eine negative Wertung. Für die WSJ-Konservativen ist Huckabee ein Herz-Jesu-Marxist.

  42. 11.02.2008 | 8:43

    Irgendwie wäre es praktisch, wenn die Amis und wir gemeinsame Bezeichnungen hätten :-D

  43. Max
    11.02.2008 | 13:46

    Hmm, wenn ich mir das so durchlese, bin ich froh, dass ich mir Präsidentschaftskandidaten nie anhören oder ansehe, sondern immer nur die Texte lese… Denn im Fernsehn blenden kann auch ein religöser big government Spinner wie Huckabee…

    Was ich jedoch nicht verstehe, ist das Endorsement von Barack Obama als guten Präsidentschaftskandidaten in diesem Blog? Heißt das, ihr seid nicht mehr liberal, oder habt ihr einfach seine Reden nicht gehört oder seine Punkteprogramme nicht verstanden?

    Allein aus ökonomischer Sicht ist doch die Hälfte seiner Sachen auf schwammigem Boden gebaut (dazu gibt es ein paar Einträge bei Cafe Hayek) und da er noch weiter links steht als Hillary ist er auch im Hinblick auf foreign policy keine Alternative…

    Welche Programmpunkte Obamas finden sie denn so gut, Herr Wirth, dass sie ihn für einen wählbaren Kandidaten halten?!

  44. 11.02.2008 | 14:09

    @Max

    Dieses Blog “endorst” gar nichts, weil es selbst als Sache auch gar nichts “endorsen” kann. Von den Autoren hat sich bisher einer für McCain ausgesprochen und ein anderer zunächst getrennt für Obama bei den Demokraten und McCain bei den Republikanern. Beides jeweils wohl nicht aus des Herzens innerster Überzeugung, sondern nur unter der reinen Fiktion, man wäre Ami und solle sich unter den gegebenen Kandidaten einen aussuchen.

  45. 11.02.2008 | 17:39

    Diese fahrenden Inquisitioren sind immer so angenehm wie ein verbrannter Fuß und so nützlich wie ein abgehacktes Bein.

  46. 11.02.2008 | 17:46

    Anders ausgedrückt: Das geht gar nicht.

  47. DDH
    11.02.2008 | 18:43
  48. R.A.
    12.02.2008 | 11:56

    @Marian:
    Gerade hat Zettel sehr ausführlich die Bedenken gegen Obama zusammengestellt - ich finde das überzeugend.

    Jetzt würde mich noch mehr interessieren, warum Du umgekehrt Obama gut findest und für welche Ziele er Deiner Meinung nach steht?

  49. 12.02.2008 | 19:18

    Die Obama Sympathie hat mich auch ziemlich verwundert, aber ich habe den Fehler zunächst eher bei mir selbst gesucht - wenn im B.L.O.G. für Obama Partei ergriffen wird, muss ich da etwas falsch verstanden haben, dachte ich zunächst *gg* (= Kompliment an Euch)

    Ich habe mich nicht sehr gründlich mit Obama auseinandergesetzt, aber aus (im amerikanischen Sinn) konservativen Quellen habe ich den Eindruck gewonnen, Obama steht in seinen Ansichten (auch wirtschaftspolitisch) weit links und ist diesbzgl. keineswegs liberal (in unserem Sinn) eingestellt. Außerdem macht mir sein Anspruch, so früh wie möglich aus dem Irak abzuziehen Angst vor einem danach folgenden Völkermord oder einem blutigen, eskalierendem Bürgerkrieg im Irak (vorausgesetzt, Obama macht den sofortigen oder baldigen Abzug wahr und stellt sich nicht der Realität). Obendrein ist mir Obamas sehr schwammiges Gerede von “change” und “hope” und “unity” usw. etwas unheimlich, weil es so pseudoreligiös ist.
    Seine Reden scheinen insgesamt ziemlich inhaltsleer zu sein. “Change” “We can do it” u.ä. sind Phrasen, in die jederman etwas hineinphantasieren kann. “Unity” soll was genau heißen? Kann nur heißen: alle folgen Obamas Vorstellung. Dann ist Einheit. Oder will er all seine Vorstellungen weitgehenden Kompromissen mit der politischen Opposition opfern? Sicher nicht. Also: leeres Gerede. Aber: hört sich gut an.

    Ansonsten ist Obama ein attraktiver Mann, der zudem sehr viel Charisma besitzen muss (auf mich wirkt sein Charisma nicht so, aber ich bin da wohl ein Einzelfall. Habe auch keine Fernseher, bucke nur ab und zu auf youtube, vielleicht daher)

  50. Liberty Friend
    12.02.2008 | 20:17

    Die O-Frage spaltet das liberal-libertäre Spektrum!

  51. 12.02.2008 | 22:00

    R.A.,

    Dein Kommentar ist - aus welchen Gründen auch immer - meiner Aufmerksamkeit bis gerade eben entgangen. Ich werde mich wirklich bemühen, bis zum Wochenende den großen, einzigartigen, alle Fragen beantwortenden Barack-Obama-Eintrag zu verfassen. Aber das vor dem Wochenende zu schaffen, ist unrealistisch.

    Und im übrigen ist es ja so: Falls Barack Obama der demokratische Kandidat wird (die Chancen dafür stehen m.E. allenfalls 50:50), dann bleibt bis zur Präsidentenwahl noch genug Zeit - und wenn er es nicht wird, erst recht.

  52. 12.02.2008 | 22:03

    ex-blond,

    um es hier auch noch einmal zu betonen: Ich bin bisher der Einzige hier, der Barack Obama offen gegenüber Hillary Clinton bevorzugt. Und ich bin nicht liberal. Ich wurde seinerzeit als Quoten-Soze zum Mitmachen eingeladen - und nachdem ich inhaltlich dieser Rolle in den letzten Monaten in keiner Weise gerecht geworden bin, wäre es eigentlich reizvoll, wenn ich sie jetzt wieder ausfüllen könnte. Aber gerade jetzt habe ich eigentlich absolut keine Zeit dafür.

  53. 13.02.2008 | 12:48

    Ach so, das macht die Sache ja noch interessanter! Wie gesagt: mit Obama habe ich mich nicht intensiv auseinandergesetzt, und ich freue mich auf einen zukünftigen Artikel über Obama von Dir hier in diesem Blog und auf die daran anschließenden Diskussionen im Kommentarbereich. Vielleicht entdecke ich ja, dass ich da einige Vorurteile Obama gegenüber habe.
    Ich persönlich würde Hillary Clinton gegenüber Obama bevorzugen, wenn schon die Demokraten die Wahlen gewinnen würden, was ich mir aber nicht wünsche.

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