10. Februar 2008
Bundesliga-Notizen, 19. Spieltag - und ein Thema
Mal zu allen, außer den Bayern-Fans (sorry, Björn), gesprochen: So schlecht lief der Spieltag nicht. Werder bleibt in Schlagweite, und Schalke ist näher dran. Für die Herthaner: Natürlich will ich nicht, dass Schlacke Meister wird. Aber es ist doch viel perfider, die bis zum Schluss hoffen zu lassen…
Ich weiß nicht - darf man von den Bayern ein wenig enttäuscht sein? Was ich in der 2. Halbzeit bei 96 vom KSC gesehen habe, hat mich mehr überzeugt. Wenn der KSC nur einen “Luca Toni light” vorne drin stehen hätte und nicht einen Aussie, der aus drei Chancen ein Tor macht (was immer noch um Lichtjahre besser ist als alles andere, was die sogenannten “Stürmer” der Badener bisher geboten haben), würden sich alle anderen nur noch um die Champions League streiten.
Einen Pantelic braucht der KSC nicht. Den braucht nur ein Verein, bei dem es mit der Torvorbereitung hapert, und der deswegen im Sturm einen Alleinunterhalter braucht, also jemanden, der keine Vorlagen nötig hat, um Tore zu erzielen, der sich stattdessen die Bälle selbst holt, alle Verteidiger selbst ausspielt und dann mit perfekter Schusstechnik auch noch den Torwart überwindet. So einen hat nur die Hertha nötig. Aber da scheinen jetzt immerhin zweieinhalb der Neueinkäufe meinem Wunsch recht zu geben, diesen neuen Trainer einfach mal machen zu lassen. Für die geerbte Gurkentruppe kann er nichts (”Hoeneß raus!”), aber die unter ihm geholten Neuen scheinen mittlerweile unverzichtbar zu sein.
Heute habe ich auch ein Thema: Abseits.
Warum eigentlich reden alle davon, in strittigen Situationen müsse “im Zweifel für den Angreifer” entschieden werden, obwohl es in der Praxis genau anders herum läuft? Aus demselben Grund: Um die Zahl der Tore zu erhöhen. Fußball ist ein Spiel, in dem normalerweise nur wenig Tore fallen. Deswegen ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Pass in die Spitze zu einem Treffer führt, sehr gering. Eine Fehlentscheidung, die diesen Pass wegen Abseits unterbindet, ändert also statistisch gesehen nichts am Ausgang des Spiels. Für risikoscheue Schiris ist das also die sinnvollste Vorgehensweise. Entschieden sie andersherum, ließen sie also einen solchen Pass in die Spitze zu, obwohl sich hinterher herausstellt, dass der Empfänger im Abseits stand, und führte dieser Angriff dann zu einem Tor, würde jeder behaupten, dass die Entscheidung mindestens spielmitentscheidend gewesen sei. Bei Toren, die aus einer abseitsverdächtigen Position heraus erzielt werden, sieht die Sache etwas anders aus. Da weiß bereits jeder, dass dieser Angriff sicher zu einem Treffer geführt hätte - m.E. werden hier die Entscheidungen weniger einseitig gefällt. Zwar auch nicht dem Wunsch “im Zweifel für den Angreifer” entsprechend, aber immerhin gleich verteilt. Schließlich ist ein Tor in einem Spiel ein besonderes Ereignis, das auch immer besonders gewürdigt wird.
Verfasst von Rayson um 19:20 Uhr in der Kategorie Politik (Trackback)