Das Kindergeld ist als Wahlkampfthema freigegeben

Wenn ein Beitrag mit dem Satz »Es wäre spannend, das einmal ganz wertfrei und ohne Wahlkampfgetöse zu diskutieren.« endet, könnte er aus einem Blog oder aus dem Wort zum Sonntag stammen. Dieser Satz stammt allerdings aus einem gestrigen Kommentar der Tagesschau. Warum lese ich die Tagesschau? Seitdem ich mit dem Fasten begonnen habe (kein Wein: ist sonntags nicht ganz leicht && keine Süßigkeiten: warum nicht? && kein SPON: das ist kein Fasten, sondern eine Erleichterung für’s Gehirn), musste ich mir ja andere Nachrichtenseiten suchen.

Jedenfalls wird in diesem Kommentar erstaunlich offen beschrieben, auf welche Weise sich die Große Koalition in Wahlkampfzeiten mit dem Thema Kindergeld befasst. Ich will mit meiner Meinung nicht vorpreschen: Es wäre spannend, das einmal ganz wertfrei und ohne Wahlkampfgetöse zu diskutieren;-)

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5 Kommentare zu “Das Kindergeld ist als Wahlkampfthema freigegeben”

  1. Lina
    12.02.2008 | 15:59

    “Es wäre spannend…”

    Findest Du, stefanolix? Also, die Tagesschau selbst finde ich schon mal ganz unspannend, eine Qual für’s Gehirn noch dazu - und in der Fastenzeit wie sonst auch durchaus den Verzicht wert.

    Und was die Kinder betrifft, die zu Hause nicht ordentlich versorgt werden: die sollten ihren Eltern den Zehner nicht gönnen, den ihnen die Regierung da unter Umständen noch obendrauf legen will. Dafür sollten sie sich besser selbst 2 - 3 Mittagessen in der Schule spendieren lassen; da hätten sie mehr davon.

    Im Klartext: ich bin entschieden für die Sachleistung - wenn es denn Wahlgeschenke braucht und noch was zum Verteilen da ist;-)?

  2. R.A.
    12.02.2008 | 16:14

    Wenn schon eine drittklassige Wahl wie die Bürgerschaftswahl in Hamburg reicht, um die hohe Bundespolitik in den Ausnahmezustand “Wahlkampf” zu versetzen …

    Ich habe auch nie eingesehen, warum man ausgerechnet in Wahlkampfzeiten nicht über Politik reden sollte.

  3. stefanolix
    12.02.2008 | 17:59

    Zuerst zur Tagesschau: Im Fernsehen würde sie mich auch nerven. Aber ich lese ja hier zu Hause — mangels Fernseher — nur auf der Webseite mit. Ich kann mich also gezielter auf bestimmte Themen einlassen, andere Themen aber einfach ignorieren oder sehr schnell »querlesen«.

    Wer hat denn Alternativen zu bieten, wenn man SPON nicht mehr lesen will und mit der Netzzeitung nicht so recht warm wird? Die F.A.Z. und eine Lokalzeitung lese ich auf Papier.

    @Lina: Zwei bis drei Mittagessen am Tag finde ich etwas reichlich;-) Oder meintest Du, dass man mit den zehn Euro Kindergelderhöhung zwei bis drei Mittagessen im Monat kaufen könnte? Das Schulessen ist (zumindest hier) in der Regel so gestützt, dass der Eigenanteil zehn bis dreißig Prozent beträgt. Eltern aus sozial schwachen Verhältnissen bekommen oft sogar einen »Erlass«.

    Ich bin gegen die Sachleistungen, denn damit wird ganz sicher weniger bei den Familien ankommen. Dagegen bin ich ziemlich sicher, dass alle Verwaltungskosten auf diese »Wohltat« angerechnet werden oder/und dass der Staat dafür andere Haushaltsmittel kürzen wird.

    @R.A.: Natürlich soll man in Wahlkampfzeiten über Sozial- und Steuerpolitik reden. Aber hier ist es ein solche primitives Manöver — das erinnert mich in seinen Auswirkungen an Vogonenlyrik …

  4. googlehupf
    12.02.2008 | 18:51

    @stefanolix
    “Wer hat denn Alternativen zu bieten, wenn man SPON nicht mehr lesen will und mit der Netzzeitung nicht so recht warm wird? Die F.A.Z. und eine Lokalzeitung lese ich auf Papier.”

    Google News und bei einer Meldung die Quellen durchklicken bis die gewünschte Informationsdichte erreicht ist. Funktioniert ausgezeichnet. Da kann man dann ja auch SpOn und NZ weglassen (z.B. über die erweitere Suche). Man lernt auch schön dabei welche Quellen nur drei Worte bei der dpa-Meldung ändern.

  5. Lina
    12.02.2008 | 19:15

    @ stefanolix

    2 - 3 warme Mahlzeiten am Tag? Nein, das nicht, stefanolix. Der Staat hält seine Bürger doch sowieso schon für zu dick, da sollte er seine “Schutzbefohlenen” nicht noch anfüttern wollen ;-)…

    Nein, natürlich meinte ich 2 - 3 Essen “im Monat” - lächerlich genug, um den monatlichen Zehner Plus sinnvoll auf den Kopf zu hauen. Diese Sachleistung käme eben nicht “in den Familien”, dafür aber direkt im möglicherweise unruhigen, leeren Magen vieler unversorgter “Schutzbefohlener” an; das fände ich gut.

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