B.L.O.G. investigativ: Die INSM und die “Liechtenstein-Affäre”

Lange habe ich gerätselt. aber jetzt endlich passt alles zusammen:

Der “Liechtensteiner Steuerskandal” ist in Wirklichkeit eine Verschwörung der INSM mit dem Ziel, die allgemeine Durchsetzung der Steuergesetze zu diskreditieren.

Dass wohlhabende Menschen im Ausland umfangreiches Vermögen horten, dessen Erträge sie trotz des Welteinkommensprinzips nicht beim deutschen Fiskus deklarieren, war ja schon immer bekannt und hat zu Recht jene geärgert, die ähnliche Hinterziehungsstrategien mangels Kapitaleinkünften oder wegen störender Gesetzestreue nicht umsetzen konnten oder wollten. Wie aber soll man als Organisation, die es sich auf die Fahnen geschrieben hat, den Nutzen der Reichen zu mehren und die Armen zu knechten, verhindern, dass, durch welchen Zufall auch immer, Teile dieses Vermögens den deutschen Steuerbehörden zur Kenntnis gelangen?

Doch wohl am besten so: Man inszeniert die Überführung eines bekannten, aber sich bereits in Richtung Abstellgleis auf dem Weg befindlichen Topmanagers als Steuerhinterzieher mit einem gigantischen Medienspektakel und sorgt für ein umfangreiches Moral- und Anstandsgeklingel der üblichen Verdächtigen. Vorher hat man aber dafür gesorgt, dass die Methoden der Informationsbeschaffung, die zu diesem Fahnungserfolg führten, sich als maximal fragwürdig erweisen: Verwendung gestohlener Daten, Millionenzahlung an einen Informanten, Beteiligung des Auslandsgeheimdienstes.

Das lässt man nach und nach durchsickern, bis sich der gewünschte Erfolg einstellt: Da kein Steuerbürger sicher sein kann, nicht doch irgendwo Dreck am Stecken zu haben, besteht im Zeitalter des Data Mining ein großes Unbehagen gegenüber einem Fiskus, der kaum noch Grenzen in seiner Jagd auf nicht gezahlte Abgaben kennt. Die anfangs entfachte Empörung ist von den sowieso schon als Buhmänner entlarvten Topmanagern leicht gegen ein geringes Schmerzensgeld, zu dessen Zahlung die Aufsichtsräte sofort schreiten werden, zu verkraften, wird sich aber im Laufe der weiteren Entwicklung unweigerlich gegen das Vorgehen der staatlichen Behörden wenden, bis der bekanntermaßen zu Überreaktionen neigende deutscher Wähler all solchen Bemühungen einen so gewaltigen Riegel vorschieben wird, dass die ins Ausland geschafften Vermögen vor dem Zugriff der deutschen Finanzämter bis ans Ende aller Tage sicher sind.

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14 Kommentare zu “B.L.O.G. investigativ: Die INSM und die “Liechtenstein-Affäre””

  1. boris baran
    19.02.2008 | 14:42

    soll das ein scherz sein?!

  2. 19.02.2008 | 14:53

    Zur Klärung dieser und ähnlicher Fragen hat Gott die Kategorien geschaffen…

  3. Lina
    19.02.2008 | 15:03

    Auch ohne den Kategorieverweis durchaus denkbar, oder sagen wir zusammenphantasierbar…

    Investigativ auf jeden Fall ;-)!

  4. 19.02.2008 | 15:23

    Gott, Rayson, musste das sein? Jetzt wird sicher sehr bald einer von uns die Anweisung bekommen, Dich zu liquidieren. Die Bezahlung wird zwar ordentlich sein, aber bisher habe ich Dich immer gemocht… ;)

  5. 19.02.2008 | 15:28

    Der BND hat dem Rayson doch längst eine neue Identität verschafft. Den kriegen wir nicht mehr, den Verräter.

  6. 19.02.2008 | 15:31

    Mein Beitrag ist natürlich selbst auch Teil einer INSM-Verschwörung…

  7. 19.02.2008 | 15:33

    Verschwörung! Liechensteinisches Stiftungskonzept erfunden von Herbert Batliner, der mit seinen Einkünften unter anderem den Vatikan finanziert. Was wußte Merkel über die schwarzen Konten der CDU in Liechtenstein damals und wieso wird der BND als Behörde unter dem Kanzleramt nun aktiv? Wieso sind Schäuble und Koch eigentlich gerade so still? Ist die Post AG nur eine Briefkastenfirma? Wann ist eigentlich wieder der 23. des Monats? Wo bleibt mein Gehaltsscheck vom INSM?

    Und warum üben Verschwörungstheorien einen solchen Reiz aus? Hatte ja eigentlich erwartet, auf anderen Internetseiten zuerst von diesen “Entdeckungen” zu lesen. ;)

  8. 19.02.2008 | 15:46

    Ob Castros heutiger Rücktritt eigentlich auch etwas damit zu tun hat?
    Es ist doch auffallend, dass der maximo líder gerade dann zurücktritt, wenn die deutschen Steuerfahnder ausschwärmen…

  9. 19.02.2008 | 15:56

    Seinen Spruch “die Geschichte wird mich freisprechen” werden sich jedenfalls gerade ein paar notieren für ihren Gerichtstermin in nächster Zeit. :)

    Wenn Kennedy nur gewußt hätte, das Castro Angst vor der deutschen Steuerfahndung hat…

  10. boris baran
    19.02.2008 | 15:58

    @Rayson
    oooooooooooooooooooooooops.

  11. Roman Lehnert
    19.02.2008 | 18:13

    Ich denke, wir sollten uns darum kümmern, dass der Kerl seine Gage avon 5 Millionen auch ordentlich versteuern muss ;-)

  12. 19.02.2008 | 19:07

    Das wird ohne weiteres gehen. Auf einem Lichtensteiner Konto wird er die 5 Millionen ja nicht haben.

  13. Igor
    20.02.2008 | 11:28

    Also das was jetzt so passiert hätte ich mir schon vor 20 Jahren gewünscht. Das es Steueroasen in Liechtenstein, Schweiz und Österreich gibt ist ja nichts Neues.
    Die Banken leben davon und das muß sich ändern, unsere Steuerpolitik auch und das schnell.

    Igor

  14. 24.02.2008 | 17:03

    [...] Während die Liechtenstein Affäre schon seit Tagen auf allen Nachrichtenkanälen ihre Kreise zieht, kamen wir hier in der Seo-Klitsche erst gestern abend ins Rotieren. Ausschlaggebend war ein Blogbeitrag des Inhouse Seo vom 19. Februar mit dem Titel “Liechtenstein oder Lichtenstein” - durch den unserer ältester Mitarbeiter Ralf G. überhaupt erst auf seinen fatalen Fehler (und seine Verantwortlichkeit in dieser Affäre) aufmerksam gemacht wurde. [...]

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