19. Februar 2008
B.L.O.G. investigativ: Die INSM und die “Liechtenstein-Affäre”
Lange habe ich gerätselt. aber jetzt endlich passt alles zusammen:
Der “Liechtensteiner Steuerskandal” ist in Wirklichkeit eine Verschwörung der INSM mit dem Ziel, die allgemeine Durchsetzung der Steuergesetze zu diskreditieren.
Dass wohlhabende Menschen im Ausland umfangreiches Vermögen horten, dessen Erträge sie trotz des Welteinkommensprinzips nicht beim deutschen Fiskus deklarieren, war ja schon immer bekannt und hat zu Recht jene geärgert, die ähnliche Hinterziehungsstrategien mangels Kapitaleinkünften oder wegen störender Gesetzestreue nicht umsetzen konnten oder wollten. Wie aber soll man als Organisation, die es sich auf die Fahnen geschrieben hat, den Nutzen der Reichen zu mehren und die Armen zu knechten, verhindern, dass, durch welchen Zufall auch immer, Teile dieses Vermögens den deutschen Steuerbehörden zur Kenntnis gelangen?
Doch wohl am besten so: Man inszeniert die Überführung eines bekannten, aber sich bereits in Richtung Abstellgleis auf dem Weg befindlichen Topmanagers als Steuerhinterzieher mit einem gigantischen Medienspektakel und sorgt für ein umfangreiches Moral- und Anstandsgeklingel der üblichen Verdächtigen. Vorher hat man aber dafür gesorgt, dass die Methoden der Informationsbeschaffung, die zu diesem Fahnungserfolg führten, sich als maximal fragwürdig erweisen: Verwendung gestohlener Daten, Millionenzahlung an einen Informanten, Beteiligung des Auslandsgeheimdienstes.
Das lässt man nach und nach durchsickern, bis sich der gewünschte Erfolg einstellt: Da kein Steuerbürger sicher sein kann, nicht doch irgendwo Dreck am Stecken zu haben, besteht im Zeitalter des Data Mining ein großes Unbehagen gegenüber einem Fiskus, der kaum noch Grenzen in seiner Jagd auf nicht gezahlte Abgaben kennt. Die anfangs entfachte Empörung ist von den sowieso schon als Buhmänner entlarvten Topmanagern leicht gegen ein geringes Schmerzensgeld, zu dessen Zahlung die Aufsichtsräte sofort schreiten werden, zu verkraften, wird sich aber im Laufe der weiteren Entwicklung unweigerlich gegen das Vorgehen der staatlichen Behörden wenden, bis der bekanntermaßen zu Überreaktionen neigende deutscher Wähler all solchen Bemühungen einen so gewaltigen Riegel vorschieben wird, dass die ins Ausland geschafften Vermögen vor dem Zugriff der deutschen Finanzämter bis ans Ende aller Tage sicher sind.
Verfasst von Rayson um 14:22 Uhr in der Kategorie Humor und Satire (Trackback)