Bundesliga-Notizen, 21. Spieltag

Haben die Schwaben das zweite Derby also gewonnen. Es war nicht unverdient, obwohl das zweite Tor mehr Abseits hätte kaum sein können. Aber diese Deppen, die sich im Stadion als Pyrotechniker betätigen zu müssen meinen, für die müsste man sich als Badener schämen.

Torwart hin, Torwart her: Wer so viele glasklare Chancen versiebt wie die Hertha zum Schluss in Wolfsburg, der sollte nicht allzu zuversichtlich ins Spiel gegen Duisburg gehen.

Bekommen die Schalker nach dem Pannen-Olli jetzt den Malheur-Manuel? Die Fehlgriffe des Gelsenkirchener Keepers, die deutlich an Konstanz zugelegt haben, drohen die Hoffnungen des Niemehrmeisters schon früh zu zerstören.

Die Geschichte von David gegen Goliath wird jeden Spieltag wieder neu aufgelegt. Nein, gemeint ist nicht der Widerstand kleiner und finanzschwacher Klubs gegen die Platzhirsche der Liga, sondern der ehrliche und dramatische Zweikampf zweier ungleicher Krieger. Diesmal schaffte es der nicht besonders groß gewachsene Diego (1,74 m, 76 kg - Supermittelgewicht), den ungeschlachten Riesen Kyrgiakos (1,93 m, 88 kg - Cruisergewicht) mit einem kleinen Schulterrempler so zu fällen, dass dieser sich noch Minuten voller Schmerzen auf dem Boden wälzte. Eine Steinschleuder war diesmal nicht erforderlich.

Dass die Bayern gegen “Die-Null-muss-stehen”-Stevens nur Unentschieden spielen würden, war so unwahrscheinlich nicht. Erschreckend aber war die Fantasielosigkeit der Angriffsbemühungen, die beide Mannschaften über lange Zeit auszeichnete. Die erste Halbzeit erinnerte fatal an den Boxkampf Klitschko-Ibragimow, nur dass es im Fußball für Jabs keine Punkte gibt. Erst durch das Geschenk Lucios und die Hereinnahme Ribérys gewann das Spiel an Farbe, vor allem durch eine plötzlich den Kombinationsfußball entdeckende Münchner Mannschaft. Immer nur lang auf Toni, das ist des Kaisers Club unwürdig.

Bielefeld und Nürnberg zeigen gerade überdeutlich, warum das üblichste Mittel zur Krisenbekämpfung auch gleichzeitig das schwächste ist. Selbst wenn der alte Trainer sich als völlige Flasche entpuppt hätte (der Nürnberger eher nicht, der Bielefelder eher als volle), zeigt das auch nur das Versagen des sportlichen Managements, das den Kerl schließlich eingestellt hatte. Ansonsten liegen die Gründe für die sportliche Misere meist tiefer und sind z.T. auch nicht wirklich zu beseitigen. Denn es ist jede Saison wieder neu zu bestaunen, dass doch tatsächlich drei Mannschaften absteigen.

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3 Kommentare zu “Bundesliga-Notizen, 21. Spieltag”

  1. 26.02.2008 | 10:08

    Kyrgiakos hat sich überhaupt nicht minutenlang auf dem Boden gewälzt.

  2. FTT
    26.02.2008 | 10:47

    Als Clubberer muss ich sagen, dass seit Sonntag die Hoffnung so gut wie tot ist. Nach normalen Ermessen steigt eine Mannschaft, die gegen Cottbus und Rostock daheim zwei Pünktchen holt, ab. Und dazu noch das - live im Stadion miterlebte - Drama am Donnerstag.

  3. 26.02.2008 | 12:28

    @Andreas Spengler

    Oh, ein Eintracht-Fan. Dann waren es eben gefühlte Minuten ;-)

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