Déjà vu

Kann mir mal einer auf die Sprünge helfen?

Da verfolgt ein Staat Terrorgruppen, die Bürger von ihm als Geiseln genommen haben, erfolgreich bis in grenznahe Gebiete des Nachbarstaats hinein. Aber statt dass der Nachbarstaat sich Gedanken darüber macht, warum sich Terrorgruppen auf seinem Terrain so wohl fühlen, attackiert er den Staat wegen der Grenzverletzung. Und ein dritter Staat springt ihm bei. Grenzen dominieren über Menschenleben.

Mir kommt das bekannt vor.

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16 Kommentare zu “Déjà vu”

  1. 6.03.2008 | 23:09

    Es sieht ein wenig so aus, als wäre dies der willkommene Anlass für Chavez, das übliche Spiel in der Innenpolitik vor dem Scheitern stehender Diktatoren und Diktatörchen zu spielen:
    Man sucht sich einen äußeren Feind oder einen netten Krieg.

  2. 6.03.2008 | 23:18

    Also das Überschreiten einer Staatsgrenze mit Truppen ist schon ein kriegerischer Akt. Und was dem einen ein Terrorist, ist dem anderen ein Freiheitskämpfer. Bei nüchterner Betrachtung kommt nur ein Land in Frage, dass dort gerne Krieg haben würde, und das ist die USA. Egal ob man die Kolumbianer offen oder verdeckt bei einem Krieg unterstützt, es wäre nur der altbekannte Modus Operandi.

  3. 6.03.2008 | 23:22

    Ohne jetzt allzu viel Kenntnisse über die Lage dort zu haben: Die offensichtlich auf Entführungen und Drogenhandel spezialisierte FARC als Freiheitskämpfer zu sehen, dürfte ein eher exotischer Standpunkt sein, oder?

    Man kann ihn natürlich einnehmen, wenn es darum geht, die US-amerikanische böse Hand im Spiel zu erkennen. Koste es, was es wolle.

  4. 6.03.2008 | 23:34

    Kompromissvorschlag: Nennen wir sie Rebellen.

    Die Kolumbianer wären gut beraten sich die Beispiele Irak und Afghanistan anzusehen. Dann wissen sie, dass sie nicht automatisch auf der Gewinnerseite sind.

  5. 6.03.2008 | 23:37

    Zivilisten entführende und folternde Rebellen. Meinetwegen.

    Den Bezug zum Irak und Afghanistan habe ich allerdings nicht verstanden.

  6. 7.03.2008 | 0:02

    Am deutlichsten ist die Parallele zum Irak, da war der Iran das Hassobjekt der USA und die ermunterte und unterstützte den Irak für einen Krieg. Die Frage ist einfach: wem nutzt ein Krieg?

  7. 7.03.2008 | 0:03

    Ach ja, Kompromissformel angenommen: intensive Befragungen durchführende Rebellen ;-)

  8. tigger
    7.03.2008 | 9:10

    “Bei nüchterner Betrachtung kommt nur ein Land in Frage, dass dort gerne Krieg haben würde, und das ist die USA.”

    Das ist gut, denn wenn nur EIN Land Krieg haben möchte, kommt es nicht zum Krieg. Dazu gehören mindestens zwei. Wer unterstützt eigentlich die FARC ?

  9. 7.03.2008 | 11:17

    Nur eine Frage am Rande: Wie würdest Du reagieren wenn Kuba und Venezuela ein bestimmtes Viertel in Miami bombardieren, mit Truppen landen und Luis Posadas Carilles einschließlich einiger Kumpane liquidieren würden?

    Dieses ist nicht die erste Grenzverletzung durch Kolumbien (und anderen), nur interessiert es kaum jemanden da es sich um chemische Angriffe mit Roundup handelt. Natürlich zu einem guten Zweck: den Kokainpreis in den Staaten hochzuhalten.

    Die von Boche angesprochene Innenpolitische Komponente ist für Chavez wohl ausschlaggebend allerdings aus völlig anderen Gründen, schließlich verschwinden eine ganze Menge Lebensmittel (vor allem Vieh) illegal über die Grenze nach Kolumbien.

    Daneben gibt es noch ein paar Marginalien wie Souveränität von Staaten und Völkerrecht.

    Das ist halt so ein Problem mit den Meßlatten, die eine passt locker in die Hosentasche, die andere nur auf nen LKW mit Überlänge.

  10. 7.03.2008 | 15:57

    @balou

    Daneben gibt es noch ein paar Marginalien wie Souveränität von Staaten und Völkerrecht.

    Ja, die Grenzverletzungen. Muss so ner Grenze immer verdammt weh tun. Aber wenn du keinen Unterschied machst zwischen mitten in Miami lebenden Exil-Kubanern und Terrorgruppen, kannst du meine Frage natürlich nur absurd finden.

  11. 7.03.2008 | 16:17

    Wieso kommen hier die Leute auf den irak, ich dachte dabei an Israel und die Palästinensischen Autonomiegebiete.

  12. 7.03.2008 | 20:58

    Ich mache durchaus einen Unterschied zwischen Exil Kubanern und Terroristen. Keinen Unterschied mache ich zwischen Exil Kubanischen Terroristen nach dem Geschmack der USA, wie Luis Posadas Carillles, und anderen Terrorgruppen. Für Dich mag es ja ein Unterschied sein ob Passagiere und Besatzung einer Kubanischen Verkehrsmaschine (u.a. die Kubanische Fecht Olympiamannschaft) oder Menschen aus dem Westen einem Terroranschlag zum Opfer fallen - für mich nicht. Naja und wenn Irgendjemand in Kuba am Strand oder auf der Hotelterrasse, auch noch ein Ausländer, von See aus zusammen geschossen wird - Pech gehabt, warum ist der überhaupt in Kuba?

    Danke für Deine Einschätzung der Bedeutung des Völkerrechts.

  13. tigger
    8.03.2008 | 9:03

    Na also, sie haben sich wieder lieb.
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,540233,00.html

    Ist es nach dem Völkerrecht keine “Grenzverletzung”, wenn Terroristen von einem Staat unterstützt, die Grenze übertreten, um Menschen zu ermorden ? Dann wären Terroristen die Soldaten um das Völkerrecht auszuhebeln.

  14. 8.03.2008 | 9:30

    Bin kein Völkerrechts Jurist, da ist mit Sicherheit was dran, bliebe, wie in zivilisierten Gesellschaften üblich, eine Klage. Auf der anderen Seite ist es natürlich auch schwierig zu entscheiden wer ist ein Terrorist und wer nicht. Tausende von Kolumbianern sind in den letzten Jahren vor dem “Fumigation” Krieg der Chemical Brothers George & Uribe nach Ecuador geflohen, in diesem Meer bewegen sich auch Terroristen von der FARC wie Fische im Wasser.

    Haste ne passende Reuse?

  15. 8.03.2008 | 12:31

    Na also, sie haben sich wieder lieb.

    Hörte ich da ein “bullshit” aus Richtung Washington, DC? Ich glaub jetzt wird gerade der CIA-Direktor im Weißen Haus zur Schnecke gemacht… :-)

  16. tigger
    8.03.2008 | 13:25

    Hörte ich da ein “bullshit” aus Richtung Washington, DC? Ich glaub jetzt wird gerade der CIA-Direktor im Weißen Haus zur Schnecke gemacht…

    Das kann schon sein, dass Du Stimmen hörst. Die haben Dir ja auch eingeflüstert, dass die USA so unheimlich an einem Krieg interessiert wären.

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