8. März 2008
Das Übliche
Yps gibt auf; Wiederkehr steht in den Sternen.
Sich durch Versprechen gebunden zu fühlen und das albernerweise zur Gewissensfrage zu erklären, ist parteischädigend:
Auf die Frage, ob sie [Dagmar Metzger] ihr Abgeordnetenmandat zurückgeben werden [sic!], antwortete die 49-Jährige mit “Nein”.
[...]
Genau dies fordern aber mehrere SPD-Politiker - allen voran das hessische Vorstandsmitglied Hermann Scheer, der im Kabinett Ypsilanti für einen wichtigen Ministerposten vorgesehen war. Er habe “null Verständnis” für Metzger. “Es zur Gewissensfrage zu erklären, ob man die eigene Spitzenkandidatin wählt, geht zu weit. Das ist parteischädigend.” Das Direktmandat habe Metzger vor allem dem erfolgreichen Wahlkampf von Ypsilanti zu verdanken, betonte er. Auch die Frankfurter SPD hatte Scheer [gemeint ist wohl Metzger] aufgerufen, ihr Mandat niederzulegen.
Scheer hält auch ihren Parteiausschluss für denkbar.
[FAZ.NET]
Was ich hab’ und was ich bin, verdank ich der Frau Parteiführerin. Schön. Maul halten und parieren. Ob man Scheer oder Metzger (”Ich habe nein gesagt, und dazu will ich stehen. Für mich ist in erster Linie meine Glaubwürdigkeit entscheidend”, Gedöns) eher beipflichtet, möge man selbst entscheiden.
Laut ZEITUNG (nachzulesen im verlinkten Artikel) schließt übrigens Münte nicht aus, nach einer eventuellen Entbeckungskur der SPD das Amt des Parteivorsitzenden zeitweise wieder zu übernehmen. Ob die Fußstapfen mal nicht zu groß für ihn sind?
Die FAZ vergleicht unterdessen die hessische SPD mit, nein, nicht Stalin, sondern Ed Wood:
Diese strategische Katastrophe ist mit normalen politischen Maßstäben gar nicht mehr zu fassen, das ist die Dämlichkeitsliga, für die sich ja schon der Wiesbadener SPD-Unterbezirk qualifizierte, als er vergaß, den Kandidaten zur OB-Wahl fristgerecht anzumelden. Man hat es geahnt, aber nicht wirklich glauben wollen, so ging es ja auch Reinhold Beckmann: Immer wenn es im Interview ernst wurde, schloss Frau Ypsilanti, bevor sie ihre Formeln wiederholte, kurz und kokett die Augen, so, als wolle sie demonstrieren, dass es eine tiefe Wahrheit in ihr drin gebe, auf die wir Zuschauer, Wähler, Beckmänner halt vertrauen sollten.
[...]
Nun, da der tiefe Plan an einer Frau zerschellte, die - verrückte Welt! - so zu handeln gedenkt, wie sie es zuvor angekündigt hat, stehen Beck und Ypsilanti mit ihrer angestrengten guten Laune da wie das politische Äquivalent zu Ed Wood, dem schlechtesten Regisseur der Filmgeschichte: Sie wollten zwar keine transsexuellen Vampire vom Mars ins Kabinett aufnehmen, aber ihr Versuch, zuvor umständlich exorzierte Kommunisten herbeizubeschwören, um die Zukunftspolitik von 1987 zu gestalten, und zwar ohne zuvor mal in der eigenen Fraktion durchzuzählen, kann nur noch als Kult durchgehen.
Da gibt es nicht mehr viel zu sagen oder? Politik als Kult und endlich mal wieder amüsant, das gab es schon länger nicht mehr. Weiter so!
Verfasst von David um 13:57 Uhr in der Kategorie Politik (Trackback)