10. März 2008
Spannung
Der erste Auftritt von Parteichef Kurt Beck nach einer zweiwöchigen Grippeerkrankung wird mit Spannung erwartet.
schreibt jemand in der FAZ (wahrscheinlich von ddp oder dpa ab).
Ich frag mich: Wer ist denn eigentlich gespannt?
SPD-Mitglieder?
Vielleicht. Wenn der Chef öffentlich spricht, erwartet man sicher zu 90% Geschwafel, rechnet aber zu 10% mit Hinweisen auf das, was tatsächlich im eigenen Laden Sache ist.
Die Presse?
Bestimmt. Das unpolitische Spielchen des Posten- und Wahlkampfgeschachers ist die leichte Kost, die auch ein minderbefähigter Journalist durchsteigen und verwursten kann. Er denkt dabei nur Fußball, stellt sich die Parteien als Mannschaften vor und die Wähler als Fans, vergisst, dass es auch inhaltliche Debatten geben könnte bzw. geben sollte - und der Rest ergibt sich von allein.
Ich?
Nein.
UPDATE:
Besonders albern treibt es die WELT. Bietet sie ihren Lesern doch tatsächlich einen “Beck-Ticker” an. Mit Zitaten aus der Rede des Großen Vorsitzenden, alle paar Minuten aktualisiert bzw. ergänzt. Da findet man dann wichtige, unbedingt minütlich der Welt kundzugebende Aussagen wie “Wenn ein Weg nicht geht, dann hat man das eben zu akzeptieren.” Oder: “Es ist nicht nur wichtig, dass man fest im Sattel sitzt, sondern das man das Pferd auch in die richtige Richtung lenkt. Sie können davon ausgehen, dass ich lenke.”
Toll. Neu. Spannend. Interessant.
Verfasst von Boche um 13:40 Uhr in der Kategorie Politik (Trackback)