12. März 2008
Die eigene Nase
Vielleicht sollten wir hier in der Blogosphäre doch alle mal aufhören, andere wegen ihrer Kommentatoren zu kritisieren. Sehr unterhaltsames und aktuelles Beispiel:
momorulez kritisiert hier die Kommentare zu einem Artikel des A’Teams, und führt als Beispiel die Bezeichnung von Frau Ypsilanti als “machtgeile Schlampe” an. Sicher keine freundliche Bezeichnung, durchaus auch justiziabel, wie man so schön sagt, und tatsächlich ein treffendes Beispiel für die Art und Weise, wie die Dame in letzter Zeit so charakterisiert wird. Nicht ganz zu Unrecht merkt er an, dass Attacken dieser Art auch eine Bedrohung für die politische Kultur der Bundesrepublik darstellen.
Interessanterweise empfiehlt er im vorhergehenden Satz einen Artikel von “netbitch”, in dem diese selbst erst mal andere Blogger als “vorzeitlich” und “Machos” bezeichnet und mit Dinosauriern vergleicht. Und in den Kommentaren findet man dann herrliche Beispiele dafür, wie diese bedrohte politische Kultur aus Sicht mancher Gesinnungsgenossen von MR & Netbitch aussieht:
“Für mich ist Ypsilanti eher das Opfer von Kerlen, die keinen Arsch in der Hose haben.”
“Das Kohl in weiblich.” (Angela Merkel, der von Links oft kein Geschlecht mehr zugestanden wird)
“Und was Hochstirn Steinbrück (”der Hamburger Dummbabbeler”) von sich gibt, ist ja ohnehin nur noch für die verbale Mülltonne.”
Ich halte fest: Wenn Blogger über “politische Kultur” reden, ist das bei den meisten eher ein schlechter Witz. Immer auch an die eigene Nase fassen, kann man da nur empfehlen.
Verfasst von Karsten um 13:17 Uhr in der Kategorie Blogosphäre (Trackback)