Korruptes Klima

Je korrupter eine Regierung, umso größer ist auch der Einfluss von Klimalobbyisten. Das jedenfalls ist das Ergebnis eines Aufsatzes von Fredriksson, Neumayer und Ujhelyi in der Zeitschrift Public Choice:

Does environmental lobbying affect the probability of environmental treaty ratification? Does the level of government corruption play a role for the success of such lobbying? In this paper, we propose that a more corruptible government may be more responsive to the demands of the environmental lobby.We use several stratified hazard models and panel data from 170 countries on the timing of Kyoto Protocol ratification to test this hypothesis. We find that increased environmental lobby group activity raises the probability of ratification, and the effect rises with the degree of corruption.

Eigentlich nicht weiter verwunderlich, denn was würden Lobbyisten erreichen, wäre eine Regierung nicht käuflich?

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14 Kommentare zu “Korruptes Klima”

  1. R.A.
    13.03.2008 | 16:29

    Das macht natürlich Spaß.

    Aber ich befürchte, daß das letztlich nur eine Schein-Korrelation ist.

    Wahrscheinlich ist die große Zahl von “korrupten” Staaten mit schneller Kyoto-Ratifizierung schlicht mit den vielen Entwicklungsländern zu erklären, die das locker und schnell machen konnten, weil es sie letztlich zu nichts verpflichtete.

  2. 13.03.2008 | 16:33

    @R.A.:

    Ich bin leider noch nicht zum Lesen gekommen, aber ich bin mir da nicht so sicher. Schließlich ist Korruption nur eine sehr ausgeprägte Form der Empfänglichkeit von Politikern und Bürokraten gegenüber der Einflussnahme von Interessengruppen.

  3. 13.03.2008 | 16:42

    Schließlich ist Korruption nur eine sehr ausgeprägte Form der Empfänglichkeit von Politikern und Bürokraten gegenüber der Einflussnahme von Interessengruppen.

    Zumindest das:

    “the effect rises with the degree of corruption.”

    Sollte dann eigentlich schon aufgrund der Definition von Korruption der Fall sein.

  4. DDH
    13.03.2008 | 18:41

    Was würden Lobbyisten nützen, gäbe es gar keine Regierung?

    http://www.anarcho-kapitalismus.de

    http://www.anarchist.tv

  5. Florian
    13.03.2008 | 19:04

    Also bitte, der erste Satz ist schon mehr als irreführend. Es müsste heissen:

    “Je korrupter eine Regierung, umso größer ist auch der Einfluss von Lobbyisten” - ob das jetzt Klima-, Öl-, Waffen-, Auto oder Gartenzwerglobbyisten sind ist ja wohl gleichgültig.

    Das sagt absolut gar nichts über die die Wahrheit, Richtigkeit, Durchsetzbarkeit, Zweckmäßigkeit etc… der diversen Klimaschutzanstrengungen aus.

  6. 13.03.2008 | 19:10

    Und, wie gesagt: Wenn Korruption nur die besondere Empfänglichkeit für Lobbyarbeit ist, dann folgt das Ergebnis doch schon direkt aus der Definition.

  7. 13.03.2008 | 19:11

    Wahrscheinlich ist die große Zahl von “korrupten” Staaten mit schneller Kyoto-Ratifizierung schlicht mit den vielen Entwicklungsländern zu erklären, die das locker und schnell machen konnten, weil es sie letztlich zu nichts verpflichtete.

    …und machen mussten, damit sie weiterhin Entwicklungshilfe erhalten. Auch eine Form der Korruption.

  8. 14.03.2008 | 10:00

    denn was würden Lobbyisten erreichen, wäre eine Regierung nicht käuflich?

    Es existieren diese raren Momente, in denen der Lobbist einzig aufgrund seiner Argumente zu überzeugen vermag. Es soll ein paar Politiker geben, die nicht völlig beratungsresistent sind. Mitunter revidieren sie sogar ihre zuvor gefassten Meinungen.

  9. 14.03.2008 | 10:14

    Je korrupter eine Regierung, umso größer ist auch der Einfluss von Klimalobbyisten.

    Das ist doch eine effektive Nullaussage. Ohne es statistisch belegen zu können, postuliere ich folgende These: “Je korrupter eine Regierung, umso größer ist auch der Einfluss von Steinkohlelobbyisten, wenn sie mehr Geld auf den Tisch legen als die Klimalobbyisten.”

    Und ich postuliere gleich noch eine These: “”Je korrupter eine Regierung, umso größer ist auch der Einfluss von Klimalobbyisten, wenn sie mehr Geld auf den Tisch legen als die Steinkohlelobbyisten, die die Klimalobbyisten im ersten Anlauf ausgestochen haben.”

    Ich schließe mich da der Meinung von Florian an.

  10. 14.03.2008 | 10:42

    @Holger, Björn:

    Vielleicht macht ihr euch erst einmal an die Lektüre des Aufsatzes, bevor ihr hier zum Generalangriff blast.

  11. R.A.
    14.03.2008 | 10:50

    Natürlich ist es eine Trivialität, daß Korruption gleich Lobbyisten-Anfälligkeit ist und es daher bei korrupten Regimes auch die Klima-Lobbyisten leichter haben.

    Das ist doch gar nicht der Punkt.

    Sondern relevant sind zwei Aspekte:
    Wenn es auf Argumente ankommt (d.h. bei nicht-korrupten Regierungen), sind die Klimahysteriker eher erfolglos.

    Und zweitens sind die Klimalobbys offenbar deutlich besser finanziert und vernetzt als die Konkurrenzlobbys z. B. von der Steinkohle.

    Was nun deutlich gegen die verbreitete These spricht, hier würde die reine Wissenschaft gegen pöse Skeptiker-Lobby stehen.

  12. 14.03.2008 | 15:21

    … ich meinte natürlich @florian und björn

  13. 15.03.2008 | 1:47

    Vielleicht macht ihr euch erst einmal an die Lektüre des Aufsatzes, bevor ihr hier zum Generalangriff blast.

    Vielleicht sollte man das Abstract eines Artikels auch so formulieren, daß es einen Erkenntnisgewinn verspricht, wenn man will, daß der Artikel gelesen wird?
    Warum die versprochene Erkenntnis nicht banal sein sollte, ist mir bisher jedenfalls nicht klar.

  14. 15.03.2008 | 14:37

    @david:

    Es mag sein, dass die Erkenntnis banal ist, es macht sie aber noch lange nicht zu einer “Nullaussage”. Schlag mich, aber ich halte das für eine zugegebenermaßen sehr kurze Form des letzten Satzes der Zusammenfassung.

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