Und denen soll man glauben…

ineos1.jpgSchlechte Krisen-PR scheint mehr die Regel als die Ausnahme zu sein. Als gestern bei der Ineos in Dormagen ein Feuer ausbrach, saß man in unserem Wohnzimmer sozusagen auf einem Logenplatz - weit genug weg, um angesichts der Windrichtung keine Sorgen haben zu müssen, aber nahe genug dran, um ständig die Entwicklung des Feuers beobachten zu können. Da kleinere Feuer und Explosionen bei den Betrieben des Chemieparks häufiger auftreten, waren wir zunächst nicht sehr besorgt, sondern hielten den Brand für einen der typischen “Abfackelvorgänge”, bei denen Chemikalien unter Überdruck durch kontrollierte Verbrennung unschädlich gemacht werden.

Als aber nach einer guten Stunde die Intensität der Flammen nicht zurückgehen wollte, wunderte ich mich schon und schaltete um 15 Uhr den lokalen Radiosender ein, um herauszufinden, ob man dort etwas über den Vorfall berichten würde. Und tatsächlich: Ein Unternehmenssprecher der Ineos war zu hören, der berichtete, es habe ein kleines Problem mit einer Rohrleitung gegeben, die in Brand geraten sei. Der Brand sei allerdings mittlerweile unter Kontrolle, eine Gefährdung für die Bevölkerung habe es nie gegeben.

Die sich mittlerweile schwarz verfärbende Rauchwolke, die ich bei einem Blick aus dem Fenster erkennen konnte, ließ mich an dieser Darstellung allerdings zweifeln. Wie konnte der Brand denn unter Kontrolle sein, wenn er deutlich sichtbar immer intensiver wurde? Gut, dass das brennende Ethylen keine Bedrohung darstellte, konnte ich ja einsehen, aber warum gab es dann falsche Informationen über den Stand der Brandbekämpfung?

Um sechs Uhr brannte das Feuer immer noch fröhlich weiter, der dichte schwarze Rauch hatte mittlerweile eine große Wolke über Dormagen gebildet (glücklicherweise immer noch vom Wind in die andere Richtung getrieben). Nun war auch ein Bekannter bei uns, der früher im Chemiepark Dormagen gearbeitet hat und sich Sorgen um seinen Bruder machte, der immer noch dort beschäftigt ist. Schließlich sahen wir im Fernsehen, dass der Brand nun auch die nationalen Nachrichtensender erreicht hatte: RTL gab eine kurze Meldung ab.

“In einem Chemiebetrieb in der Nähe von Köln hat es heute Nachmittag einen Brand an einer Ethylen-Rohrleitung gegeben. Einige Hundert Feuerwehrleute waren im Einsatz, der Brand ist mittlerweile unter Kontrolle. Eine Gefährdung für die Bevölkerung hat es nie gegeben”. Unter Kontrolle war erkennbar nichts - noch einmal waren die Flammen und der Rauch intensiver geworden, die A57 war gesperrt und wir konnten dichte Fahrzeugkolonnen sehen, die über Feld- und Waldwege den Heinweg suchten.
Gleichzeitig erfuhren wir von einem Mitarbeiter der Ford-Werke auf der gegenüberliegenden Rheinseite, dass man dort sicherheitshalber die Lüftung abgeschaltet hatte; offenbar wurde auch überlegt, die Mitarbeiter der Nachtschicht vorsorglich aufzufordern, das Werk nach Schichtende nicht zu verlassen. In Köln-Worringen wurden die Bewohner (jetzt endlich!) aufgerufen, Fenster und Türen geschlossen zu halten und ihre Häuser nicht zu verlassen.

Die nächsten Nachrichten, die nächste Überraschung: Der WDR wusste zu berichten, dass der Brand noch in vollem Gange war (endlich mal die Wahrheit), und auch, dass nach der Rohrleitung nun auch ein Tank in Brand geraten war. Aber: “Eine Gefährdung der Bevölkerung besteht nicht”, wurde auch hier wieder ein Unternehmenssprecher zitiert. Nicht nur die Reporterin vor Ort war skeptisch, sondern auch unser Bekannter. Als er hörte, welche Chemikalie im entsprechenden Silo gelagert wurde, wusste er direkt zu berichten, dass Acrylnitril nicht etwa eine harmlose, sondern vielmehr eine durchaus giftige Substanz ist - und dass die umliegenden Tanks auch explosive Gefahrenstoffe enthalten.

Gegen Mitternacht gelang es dann zwar in einem nicht ganz risikolosen Manöver, den Brand mit einem Schaumteppich zu ersticken, doch noch Stunden später mussten die explosiven Tanks gekühlt werden, und am heutigen Vormittag war die Warnung an die Bürger von Worringen, ihre Fenster und Türen geschlossen zu halten, noch akut: Denn tatsächlich wurden Konzentrationen von Acrylnitril in der Luft gemessen, die gesundheitsgefährdend sein konnten. Zwei Supermarktmitarbeiterinnen sind mit Haut- und Augenreizungen im Krankenhaus gelandet - ernsthafte Schädigungen scheint es aber nicht gegeben zu haben.

Fazit: Zwar kann man festhalten, dass der Vorfall tatsächlich sehr glimpflich abgegangen ist. Doch der größte Schaden ist - jedenfalls aus meiner Sicht und der der meisten Menschen, mit denen ich heute gesprochen habe - bei der Glaubwürdigkeit der Ineos entstanden. Schon kurz nach dem Vorfall zu behaupten, der Brand sei unter Kontrolle, während das erkennbar nicht so war (und auch die Feuerwehr im Nachhinein von einer “gefährlichen Situation” spricht), war mehr als dämlich. Auch die gebetsmühlenartig vorgetragene Behauptung, die Bevölkerung sein keinesfalls gefährdet, war ein echtes Kommunikationsdesaster. Wenn ein Tank mit einer giftigen Flüssigkeit direkt neben hochexplosiven Tanks fröhlich vor sich hin fackelt und niemand genau weiß, wie man das Feuer nun eigentlich löschen kann, dann besteht eben doch eine ernsthafte Gefährdung für die Bevölkerung. Da hätte man wesentlich früher eine Warnung an die Anwohner ausgeben und ehrlich informieren müssen. So, wie die Angelegenheit gelaufen ist, werde ich jedenfalls ähnlichen Beteuerungen in Zukunft nicht mehr glauben können.

Und auf solchem Dung gedeihen die Pflänzchen des Misstrauens, die immer wieder zu (oft auch unberechtigten) Klagen gegen Industriekonzerne führen, die für allerlei Erkrankungen bei Kindern und Erwachsenen verantwortlich gemacht werden. Wo so kommuniziert wird, da wundert es auch nicht, wenn breite Bevölkerungsteile sich sicher sind, dass Atomkraftwerke, Chemiebetriebe und allgemein alle Industrieanlagen Krebs auslösen - auch, wenn die Wissenschaft keine Belege dafür liefert. Denn: “Die lügen ja eh’ alle und kaufen sich die Gutachten”.

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17 Kommentare zu “Und denen soll man glauben…”

  1. 18.03.2008 | 17:37

    Ja, da kann ich nur zustimmen.

    Eine Anmerkung allerdings, die diesen konkreten Fall nicht betrifft, mir aber im Verlauf der ersten Absätze, als mir noch nicht alles bekannt war (insbesondere nicht die Nähe des Brandes zu explosivem Material), in den Sinn kam: Ein Feuer “unter Kontrolle” zu haben muß meinem Verständnis nach nicht zwangsläufig bedeuten, daß es auch schon kleiner wird. Es ist auch denkbar, daß der mögliche Ausbreitungsbereich auf nicht mehr zu rettende Objekte eingegrenzt wurde und der Brand vor dem Verlöschen diese noch verzehrt und dabei vorläufig zunimmt. Könnte ich mir jedenfalls durchaus vorstellen - ich würde das jedenfalls als “unter Kontrolle” durchgehen lassen.

  2. 18.03.2008 | 18:01

    Die Feuerwehr kann übrigens noch immer keine Entwarnung geben, sondern fordert die Worringer Bevölkerung weiterhin auf, zuhause zu bleiben und alle Klappen dicht zu halten.

  3. 18.03.2008 | 18:32

    Was mich etwas wundert ist, warum bei einem Ethylen-Brand höhere Acrylnitrit-Werte gemessen wurden, obwohl doch der Tank nach offiziellen Meldungen zunächst nicht beschädigt wurde. Könnte es sein, dass aufgrund des hohen temperaturbedingten Tankinnendruck die Sicherheitsventile geöffnet werden mussten und der bei 77 verdampfende Stoff aus dem Tank austrat? Oder hat das Feuer auch auf den Acrylnitrittank übergegriffen und dort einen Brand ausgelöst?

    Auf jeden Fall ein Kommunikationsdilemma, weil zu Beginn der Aktion evtl. der Unternehmenssprecher lediglich vom Ethylenbrand ausging, dessen Verbrennungsgase Wasser und CO2 ungefährlich sind. Eine sehr zeitige Warnung vor Gefahren hätte vielleicht eine Panik ausgelöst oder zumindest für manche Gefahren heraufbeschworen, von den man hoffte, dass sie nicht eintreten. In der heutigen Atmosphäre der Gefahrenkommunikation von allen Seiten ist es extrem schwierig die richtige Entscheidung zu treffen ohne später ein Reputationsproblem zu haben. Aber generell sehe ich das auch so, dass Offenheit besser ist.

  4. 18.03.2008 | 21:01

    @SteffenH:
    Auf den Bildern vom WDR war recht gut zu erkennen, dass der Acrylnitrit-Tank in der Tat selbst in Flammen stand. Das ging sogar verhältnismäßig schnell und dürfte bei der ersten Pressemeldung schon bekannt gewesen sein, wurde also mehr oder weniger verschwiegen.

    Ich sehe das so wie bei den Übergriffen gegen Ausländer, wo auch schon vor einer Untersuchung “klar ist”, dass es keinen ausländerfeindlichen oder rechtsradikalen Hintergrund gibt. Auch in diesem Fall wurde schon bei der ersten Anfrage in einer noch unklaren Situation direkt mitgeteilt, dass alles unter Kontrolle ist und nie eine Bedrohung der Bevölkerung vorlag. Was sich im Nachhinein eben als nicht so ganz richtig herausstellt…

  5. 19.03.2008 | 0:02

    Von der Öffentlichkeitsarbeit her wirklich eine Katastrophe. Selbst die Massenmedien bekamen es ja nicht vernünftig hin, den richtigen Ort zu benennen. Zwischenzeitlich ging selbst ich von zwei unterschiedlichen Bränden aus. Einmal Gasleitungsbrand im BAYER-Werk Dormagen laut einigen Meldungen, einmal Industrieanlagenbrand in Köln-Worringen bei INEOS. Völlig konfus. Dabei ist die Ortsangabe stets das Wichtigste.

    Klein war das keinesfalls.
    Lage: Flamme aus Leck in Ethylenrohrleitung, dadurch ausgelöster Brand von 3.000 Kubikmeter-Tank mit Acrylnitril. Alarmierung BF Köln um 14:45 Uhr am Montagnachmittag. Brand unter Kontrolle (nicht: Brand gelöscht) um 1:45 Uhr nachts. Zunächst Löschversuch mit Sand, dann 55.000 Liter Wasser pro Minute und massiver Schaumangriff sowie Absperrung der Pipeline von Antwerpen aus und kontrolliertes Abbrennen der Reste in Rohrleitung. Über 1200 Einsatzkräfte (Feuerwehr, THW, Rettungsdienste, Polizei, etc.) aus ganz NRW im Einsatz (z.T. Wachbesetzungen, Materialbereitstellung, etc.). Autobahn- und Verkehrswegesperrung. Fortgeführte Schadstoffmesungen sowie bis zu 6m Schaumteppich aufrechterhalten bis Dienstagabend. Offizielle Entwarnung für Bewohner in Worringen am 18.3.2007 um 20:07 Uhr.

    Zwar glücklicherweise glimpflich ausgegangen durch günstige Wetterlage und erfolgreiche Einsatztaktik, aber gutes Notfallmanagement, Bürgerinformation und Öffentlichkeitsarbeit sieht anders aus.

    Einen Brand leugnen, den jeder im Hintergrund noch sehen kann ist nicht sonderlich clever. War da “Comical Ali” angestellt in der PR-Abteilung?

  6. Kalle
    19.03.2008 | 6:35

    “Ich sehe das so wie bei den Übergriffen gegen Ausländer, wo auch schon vor einer Untersuchung “klar ist”, dass es keinen ausländerfeindlichen oder rechtsradikalen Hintergrund gibt.”

    Wann soll sowas denn jemals passiert sein? Höchstens wird gesagt, daß es zum gegebenen Zeitpunkt keinen Anhaltspunkt dafür gibt.

    Der Zusammenhang ist ein ganz anderer: Menschen, die solch offensichtlich falsche und immer beschwichtigende Aüßerungen machen lassen sich vom Bild des unmündigen Bürgers leiten, den man beruhigen muß und der nicht mit verwirrenden, aufwühlenden, schwierigen Themen konfrontiert werden darf. Aus demselben Grund dürfen dann z.B. Innenminister natürlich nicht über Terrorismus oder Ausländerkriminalität sprechen.

  7. 19.03.2008 | 8:39

    @Julius:

    Bayer Dormagen und Ineos in Worringen liegen schon direkt nebeneinander, insofern ist die Ortsangabe nicht ganz so chaotisch. Für uns Anwohner ist auch Ineos in Dormagen - nur der Eingang ist in Worringen.

    Der Vergleich mit Comical Ali gefällt mir. “Dere is no fire in all of Dormagen”. :)

  8. 19.03.2008 | 8:41

    @Kalle:
    Was die Rechtsradikalen angeht: Das mit dem Anhaltspunkt sagen die Ermittlungskräfte, das “klar sein” kommt dann von den Politikern, vor allem von den lokalen.
    Den Zusammenhang sehe ich aber ebenso wie Du und kann da auch keinen Widerspruch zwischen unseren Aussagen entdecken.

  9. Herbert
    19.03.2008 | 8:57

    Wieso soll man denen nicht glauben, wenn man dem glaubt:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,542074,00.html
    ?????

  10. 19.03.2008 | 9:02

    Mal davon abgesehen, dass ich persönlich Ackermann für eine der unglaubwürdigsten Figuren der deutschen Wirtschaft halte - besonders, nachdem er jetzt plötzlich nach dem Staat schreit, um seiner Branche zu helfen - was hat das mit diesem Thema zu tun?

  11. F.Alfonzo
    19.03.2008 | 20:13

    “Da kleinere Feuer und Explosionen bei den Betrieben des Chemieparks häufiger auftreten,…”

    Zugegeben, ich habe den 2. Halbsatz unterschlagen… trotzdem: Selten so gelacht. Hatte das Bild eines Industriegeländes vor Augen, auf dem ständig irgendwas brennt und explodiert und niemand interessiert sich dafür :-)

  12. 20.03.2008 | 0:00

    @F. Alfonzo:
    Hehe… abgesehen von der Betriebsfeuerwehr, trifft Deine Vorstellung ja auch fast zu. Da macht es plötzlich “RUMMS”, eine fast zehn Meter hohe Flamme schlägt aus einem kleinen Schornstein, und die Mitarbeiter zucken mit den Achseln. Dann die Anwohner, dann die Leute, die etwas weiter weg wohnen. Ist halt nur das übliche.

    Und zugegebenermaßen tatsächlich völlig ungefährlich. Dramatisch, aber gehört zum Betriebsablauf. Man gewöhnt sich eben dran. :)

  13. 20.03.2008 | 8:11

    Und anschließend ging dieser Unternehmenssprecher kräftig einen saufen und zu Hause im Badezimmer haute er bei seinem eigenen Anblick den Spiegel in’n Dutt. Nehme ich mal an …

  14. Ein Feuerwehrmann
    13.04.2008 | 15:42

    Hallo zusammen,

    ich stand bei dem Brand 100 m neben dem Tank und hatte damit kein Problem, da ich damit mein Geld verdiene.
    Als die ersten Autos oder Flugzeuge auf die Menschheit losgelassen wurden, hatte man sie auch als Satanswerk bezeichnet.
    Jeder will den Fortschritt und für kleines Geld aber der Dreck soll nach China wo man ihn nicht sieht.
    Typisch DEUTSCH, armes Deutschland.
    Verrate mir deine Hobbies und deinen Beruf und ich schreibe einen Haufen verleugnerischen Müll über dich.

    Ingo Baumann

  15. 13.04.2008 | 16:48

    Die Forderung war doch eigentlich bloß, daß die Fortschreiter bereit sein sollten, es etwas offener und schneller zuzgeben, wenn in bestimmten Fällen der Fortschritt mal nach hinten losgeht. Auch als die ersten Flugzeuge abstürzten war es ja nicht unbedingt klug von den Eigentümern und Betreibern, zu sagen: Erstens ist es nicht abgestürzt und zweitens war’s nicht unseres. Das hätte den Fortschritt wohl auch eher gebremst.

  16. 13.04.2008 | 20:04

    Typisch DEUTSCH, armes Deutschland.

    Es gibt nur eine Sache, die - mbMn - wirklich deutsch ist. Und das ist diese Floskel.

  17. 14.04.2008 | 9:02

    Lieber Ingo Baumann,

    wir freuen uns ja über jeden neuen Leser, dass dieser Beitrag aber einem der Feuerwehrleute auffällt, denen wir hier in der Region für ihren Einsatz sehr dankbar sein können, erfreut mich ganz besonders. Ich möchte darum auch gerne auf Ihre Anmerkungen eingehen.

    ich stand bei dem Brand 100 m neben dem Tank und hatte damit kein Problem, da ich damit mein Geld verdiene.

    Wie zahlreiche andere Leute hier in der Gegend auch. Einige gute Bekannte und sogar Freunde von mir arbeiten bei Bayer, Infineon oder Ineos. Sie verdienen recht gut, sind meist stolz auf ihren Betrieb und die Arbeit, die sie leisten. Nichts davon wollte ich kritisieren. Im Gegenteil: Ich denke, wir hier im Kölner Nordwesten können froh sein, dass es den Chemiepark zwischen Köln und Dormagen gibt. Er schafft zahlreiche Arbeitsplätze, sorgt für Innovationen, die dann weiter den Wohlstand der Region sichern, und stellt wichtige Produkte für unsere Wirtschaft her. Ich bitte darum, mich hier nicht misszuverstehen: Dass es die Betriebe hier gibt, wollte ich keinesfalls kritisieren. Und dass sie immer ein gewisses Risiko darstellen, ist mir (wie allen Leuten hier) ebenso bekannt wie die Tatsache, dass es bei den hiesigen Sicherheitsstandards so klein ist wie wohl nirgends sonst.

    Als die ersten Autos oder Flugzeuge auf die Menschheit losgelassen wurden, hatte man sie auch als Satanswerk bezeichnet.
    Jeder will den Fortschritt und für kleines Geld aber der Dreck soll nach China wo man ihn nicht sieht.

    Ja, das gute alte NIMBY-Phänomen (Not in My Backyard!). Jeder will Strom - aber keiner die Kraftwerke. Jeder will Gefängnisse und Psychiatrien - aber nicht in der Nähe. Schulen sollen sehr nah, aber gerade außer Hörweite sein. Die eigene Straße soll eine Spielstraße sein, aber in drei Kilometern muss man auf der Autobahn sein. Ein Phänomen, das auch ich kritisiere, auch im Bekanntenkreis. Also noch einmal: Dass die chemischen Werke da sind, halte ich bei Betrachtung des Für und Wider für sehr gut.

    Typisch DEUTSCH, armes Deutschland.

    Hier muss ich aber Björn zustimmen: Typisch deutsch ist vor allem dieser Spruch. Wer einmal Italienern oder Spaniern beim herzhaften Meckern über die Regierung, Gott und die Welt zugehört hat, kann das Meckern eigentlich nicht mehr für “typisch deutsch” halten.

    Verrate mir deine Hobbies und deinen Beruf und ich schreibe einen Haufen verleugnerischen Müll über dich.

    Ich nehme einmal an, dieser Satz bezieht sich mehr auf die Diskussion insgesamt als auf meinen Beitrag - denn eine Verleumdung oder ähnliches kann ich dort eigentlich nicht erkennen, sondern lediglich eine Kritik an einer bestimmten Vorgehensweise der INEOS-Unternehmenskommunikation (nicht der Rettungskräfte, die ja offenbar hervorragend reagiert haben!). Sollte dieser Zorn durch den Kommentar von Chat Atkins entstanden sein, so weise ich darauf hin, dass man diesen (und andere unserer Kommentatoren) wie einen Kabarettisten lesen muss. Also nicht alles allzu ernst oder gar persönlich nehmen!

    Sollte ich bei meinem Beitrag übrigens sachliche Fehler gemacht haben (bin ja kein Experte), freue ich mich auch über Detailkritik - besonders von einem Experten, der ja viel näher am Geschehen war.

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