Much of macroeconomics is anti-economics

Sagt Arnold Kling.

Ich würde dem nicht so ganz folgen, aber es ist instruktiv, wie sehr die Gegensätze, die er beschreibt, gegensätzliche Positionen im bloggerischen und politischen Meinungsstreit unterfüttern. Die sozialdemokratische bis sozialistische Linke steckt in der Regel ganz im Makrodenken, während Liberale sich konsequent auf das beziehen, was Kling nicht so richtig unparteiisch “real economics” nennt.

Damit nichts direkt zu tun hat der folgende Seitenhieb, aber so ein bisschen gegen Richtungen der modernen Ökonomie zu sticheln kann ganz amüsant sein:

It is a graduate textbook in New Keynesian economics. What that means in practice is a bunch of mathematical modeling utterly divorced from reality.

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11 Kommentare zu “Much of macroeconomics is anti-economics”

  1. N. Neumann
    26.03.2008 | 16:00

    Die sozialdemokratische bis sozialistische Linke steckt in der Regel ganz im Makrodenken

    Zählt George Bushs ehemaliger ökonomischer Chefberater zur sozialdemokratischen bis sozialistischen Linken?

    http://www.amazon.de/New-Keynesian-Economics-Imperfect-Competition/dp/0262631334/ref=sr_1_14?ie=UTF8&s=books-intl-de&qid=1206543348&sr=1-14

  2. Dirk
    26.03.2008 | 16:02

    Die sozialdemokratische bis sozialistische Linke steckt in der Regel ganz im Makrodenken, Ist das so? Wenn Linke argumetieren, dann klollektivistisch, also auf der Makroebene. Soweit so gut, aber argumetieren sie makroÖKONOMISCH? Für deren Positionen dürfte sich kaum eine ökonomische Rechtfertigung finden.

    Eher auf der Detaillebene, wenn man etwas linkere Ökonomen mit etwas liberaleren Ökonomen vergleicht. Dann glaube ich sofort, dass diejenigen, deren Bereitschaft zu staatlichen Interventionen höher ist, in der Regel ein makroökonimsches Betätigungsfeld haben.

  3. 26.03.2008 | 16:18

    @N.Neumann

    Umkehrschlüsse sind selten zulässig, so auch hier.

    @Dirk

    Doch, gerade bei den Gewerkschaften ist makroökonomisches Argumentieren sehr häufig anzutreffen. Das wird dann von Linken, die dem (natürlich in allen Lagern vertretenen) Fanboy-Ansatz der Politik frönen, gerne ergriffen nachgebetet.

  4. Dirk
    26.03.2008 | 16:22

    Sie bedienen sich makroönomischen Vokabulars (”Binnenkaufkraft stärken”), aber Argumente stecken meist nicht dahinter. Jedenfalls kein Grund die Makroökonomie in die Tonne zu kloppen, wie Kling vorschlägt.

  5. 26.03.2008 | 16:31

    Sie bedienen sich makroönomischen Vokabulars (”Binnenkaufkraft stärken”), aber Argumente stecken meist nicht dahinter.

    Och, da gibt es schon noch solche und solche.

    Jedenfalls kein Grund die Makroökonomie in die Tonne zu kloppen, wie Kling vorschlägt.

    Nö. Hat ja auch keiner behauptet. Noch nicht einmal Kling.

  6. 26.03.2008 | 19:20

    Nö. Hat ja auch keiner behauptet. Noch nicht einmal Kling.

    Mir war so. Aber gut, dann nehme ich es zurück und versuche Deinen Beitrag zu verstehen (Ist es eigentlich Absicht, dass Du irgendwann gedeutet werden möchtest?).

    Liberale haben das individuelle Wohlergehen als Wohlstandsmaß. Individuuen optimieren ihre Nutzensfunktion und was wir beobachten (BIP, Arbeitslosigkeit, Wechselkurs,…) sind bereits die Ergebnisse optimalen Verhaltens.

    Dagegen beurteilen Sozialdemokraten und “Liberals” nach kollektiven Messgrößen (z.B. BIP, Arbeitslosigkeit und eventuelle “Zwischengrößen” wie Handelsbilanz, Wechselkurs, usw.), die es dann kollektiv, also staatlich, zu optimieren gelte.

  7. 26.03.2008 | 19:36

    @Dirk

    Ist es eigentlich Absicht, dass Du irgendwann gedeutet werden möchtest?

    Böse Zungen behaupten das. Aber ich werde verschwinden, sobald mich jemand deuten kann ;-)

    Mein Beitrag bezieht sich nicht darauf, die Makroökonomie zu erledigen, sondern zu erkennen, welcher Argumente sich bedient wird. Ich fände es hilfreich, wenn “die Linken” erkennten, dass “die Liberalen” an “real economics” denken, wenn sie argumentieren, und dass umgekehrt verstanden wird, dass die anderen sich irgendwo auf der Makro-Ebene befinden.

  8. vr
    27.03.2008 | 12:14

    Das Argument “divorced from reality” wird fast genauso auch von Keynesianern gegen Wirtschaftsliberale vewendet, etwa bei Alec Nove. Nur dass der Gegner da halt im mikroökonomischen Denken feststeckt.

  9. Gomez Davila
    27.03.2008 | 13:41

    Ich dachte eigentlich immer, daß ein Denken in Kreisläufen (Makro) nichts schaden kann, wenn man die Funktionsweise der Bestandteile dieser Kreisläufe (Mikro) nicht aus den Augen verliert. Also eine Vereinseitigung wäre wahrhaft “divorced from reality” und würde somit absolut keine “real economics” betreffen. Aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren.
    (Am Rande: Ich halte die Qualifizierung eines Buches als “junk” nicht grade für hohen wissenschaftlichen Standard, zumal Kling sie nicht wirklich gut begründet.)

  10. 27.03.2008 | 19:42

    @GD

    Aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren.

    Da musst du schon Kling fragen. Schließlich habe ich ihn nicht zitiert, um mir seine Meinung zu eigen zu machen, sondern als Anlass, um von einer Beobachtung zu berichten. Das “divorced from reality” bezieht sich übrigens m.E. ziemlich eindeutig ausschließlich auf die Neukeynesianer (wozu z.B. auch Greg Mankiw zählt) und nicht auf die Makroökonomie an sich.

  11. Parker8
    28.03.2008 | 0:41

    Das “divorced from reality” bezieht sich übrigens m.E. ziemlich eindeutig ausschließlich auf die Neukeynesianer (wozu z.B. auch Greg Mankiw zählt)

    Da kann man sich aber wirklich nur noch mit der Hand gegen die Stirn hauen, über Mr. Kling. Auch über die sonstigen Aspekte seiner Vermessung der Disziplin.

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