Über das und die Steuern

Etwas Werbung in eigener Sache: Gleich zwei hochkarätige Veranstaltungen hat das Institut für unternehmerische Freiheit und seine Partnerinstitute im April in Berlin anzubieten. Am 17. April 2008 wird über den Klimawandel und die Klimapolitik diskutiert, am 28. April 2008 steht die Debatte um den internationalen Steuerwettbewerb vor dem Hintergrund der Lichtensteiner Steueraffaire auf dem Programm.

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14 Kommentare zu “Über das und die Steuern”

  1. buenavista
    9.04.2008 | 10:46

    “Internationalen Steuerwettbewerb” ist allerdings ein untauglicher Ausdruck. Es ist doch absurd, zu behaupten, ein Land mit 40000 Einwohner stünde in einem “Steuerwettbewerb” mit einem Land, das über 80 Millionen Einwohner hat.

    Parasitentum trifft es schon eher

  2. 9.04.2008 | 12:28

    Das ist doch ein sehr harscher Ausdruck für diejenigen, denen hohe Steuern ein marktfernes Einkommen verschaffen.

  3. 9.04.2008 | 12:39

    Eben, weshalb die Steuern auch mit Händen und Füßen sowie verbalen Ausfällen verteidigt werden müssen. Was allerdings hat die Einwohnerzahl mit dem Bedarf an Staatseinnahmen zu tun? Angesichts der Tatsache, dass öffentliche Dienstleistungen auch von steigenden Skalenerträgen profitieren, sollte sich Deutschland pro Kopf ein geringeres Steueraufkommen als Lichtenstein leisten können. Also müsste sich Lichtenstein eigentlich vor der Steuerkonkurrenz der Deutschen fürchten. Aber Lichtenstein hat sich eben auf Leute spezialisiert, die einen geringeren Bedarf an staatlichem Transfereinkommen haben.

  4. 9.04.2008 | 14:43

    Rayson hat es schon angesprochen: Parasiten leben auf Kosten anderer. Wenn es den Sozialhilfebetrüger nicht gäbe, ginge es der Allgemeinheit besser. Anders ist es beim Steuerhinterzieher. Gäbe es ihn nicht, würde der Staat erst recht nicht an seinem Einkommen partizipieren können, er wäre also nicht schlechter gestellt.Das ist doch ein erheblicher moralischer Unterschied.

  5. Buenavista
    9.04.2008 | 23:14

    Natürlich lebt Liechtenstein auf Kosten anderer. Das Land finanziert sich ja nicht über eigene Steuern, sondern über die Gewinne, die man mit (größtenteils) grauem bis schwarzem Geld aus dem Ausland macht. Die Stiftungspolitik sorgt dafür, dass dies nicht nur Geld aus Steuerhinterziehungen ist, sondern auch völlig krimineller Herkunft. Daran haben auch ein paar kosmetische Änderungen der letzten Jahre wenig geändert.

    Umgekehrt ist da nicht zu “konkurrieren”, in dem Sinne das Deutschland eben den Liechtensteinern die gleichen Konditionen einräumt. Nicht ohne Grund sind fast alle tax havens Ministaaten.

    Und deren Reichtum verdankt sich größtenteils Parasitentum und Hehlerei.

    Übrigens war die Rechnung Kirchhofs seinerzeit die, dass mit seiner Reform die Reichen dann tatsächlich 25% Steuern bezahlen müssten.

    Was nichts anderes heißt als: Bis jetzt tun sie es im Schnitt eben nicht. Ich verstehe Ralfs Kommentar nicht. Gäbe es keine Steuerhinterziehung, könnten die Steuersätze um einiges niedriger sein, als sie sind.

  6. Herbert
    10.04.2008 | 9:11

    “Angesichts der Tatsache, dass öffentliche Dienstleistungen auch von steigenden Skalenerträgen profitieren, sollte sich Deutschland pro Kopf ein geringeres Steueraufkommen als Lichtenstein leisten können.”
    Dieses Argument ist heuchlerisch. Wie hoch ist denn der Anteil der Banken an der wirtschaftlichen Aktivität in Liechtenstein? Ist das etwas, was man so auf die großen Flächenstaaten übertragen könnte? Egal wie niedrig die Steuern in großen Staaten sind, kleine Staaten können immer davon leben, dass sie die Steuern noch weiter senken und mit einem geringen Prozentsatz den dadurch erreichten Kapitalzufluss anzapfen.

  7. 10.04.2008 | 10:21

    Gäbe es keine Steuerhinterziehung, könnten die Steuersätze um einiges niedriger sein, als sie sind.

    Ja und gäbe es weiterhin Sklaverei, könnte ich mir ein angenehmeres Leben machen, also sind die pigmentierten Menschen eindeutig Parasiten? Machen sich bequemes Leben jenseits der Sklavenarbeit auf meine Kosten!

  8. 10.04.2008 | 10:30

    Vielleicht nocheinmal:

    Der Sozialhilfebetrüger profitiert von der EXISTENZ des Sozialstaates , sprich der anderen. Umgekehrt wird der Gemeinschaft durch die EXISTENZ des Betrügers SCHADEN zugefügt. Gäbe es ihn nicht, weil er tot wäre oder ins Ausland ziehen würde, würde der Schaden nicht entstehen.

    Der Staat hingegen profitiert von der EXISTENZ des Bürgers Z, wenn dieser Steuern zahlt. Zahlt er keine, profitiert er nicht, dem Staat wird aber auch KEIN SCHADEN zugefügt im Vergleich zu der Situation, in der dieser Bürger NICHT EXISTIERT.

  9. 10.04.2008 | 11:31

    @Dirk

    Rein logisch hast du vielleicht Recht. Die Steuererhebung ist aber auch ein Thema der Gerechtigkeit. Und genau diese könnte aus Sicht vieler Bürger Schaden nehmen, wenn sich jemand den allgemein gültigen Regeln der Steuerzahlung entzieht.

  10. R.A.
    10.04.2008 | 14:17

    @Boche:
    > Die Steuererhebung
    > ist aber auch ein
    > Thema der
    > Gerechtigkeit.
    Nun sicher.
    Aber Gerechtigkeit ist eine Frage nur der Leute, die im Lande leben und Steuern zahlen.
    Ein nicht existierender Bürger wie in Dirks Beispiel kann nie ein Problem für diese Gerechtigkeit sein.

    > Und genau diese
    > könnte aus Sicht
    > vieler Bürger
    > Schaden nehmen, …
    Oh - oh.
    Was nun aus Sicht “vieler Bürger” gerecht ist oder nicht, das halte ich doch nicht wirklich für richtig.

    > wenn sich jemand
    > den allgemein
    > gültigen Regeln
    > der Steuerzahlung
    > entzieht.
    “Allgemein gültig” heißt aber noch lange nicht “gerecht”.

    Es wird natürlich nicht möglich oder sinnvoll sein, daß jeder nur die Steuern zahlt, die er persönlich für gerecht hält.

    Aber beim derzeitigen deutschen Steuersystem kann von Gerechtigkeit wohl nur noch rudimentär die Rede sein.

  11. 10.04.2008 | 14:57

    @R.A.

    Aber Gerechtigkeit ist eine Frage nur der Leute, die im Lande leben und Steuern zahlen.

    Das ist richtig. Es ging um Steuerhinterziehung. Auswandern würde ich auch nicht so bezeichnen.

    Was nun aus Sicht “vieler Bürger” gerecht ist oder nicht, das halte ich doch nicht wirklich für richtig.

    Keine Ahnung, wie man in konkreten Fragen der Gerechtigkeit richtig von falsch unterscheiden kann, ohne auf gesellschaftliche Konsensbildung zurückzugreifen.

    “Allgemein gültig” heißt aber noch lange nicht “gerecht”.

    Sicher nicht. Aber was ist denn “gerecht”? Und wer entscheidet das?

    Aber beim derzeitigen deutschen Steuersystem kann von Gerechtigkeit wohl nur noch rudimentär die Rede sein.

    Der Meinung bin ich auch. Nichts desto trotz wird der Umstand vielleicht nicht aus der Welt zu schaffen sein, dass Steuern auch nach dem Prinzip der Gerechtigkeit erhoben werden, bzw. dass es versucht wird bzw. dass die Bürger erwarten, dass es versucht würde.

  12. 10.04.2008 | 16:09

    Ich hoffe, dass von den eifrigen Kommentatoren hier auch der eine oder andere die Gelegenheit wahrnimmt auch bei der Veranstaltung zu erscheinen. Sollte da jemand aus Berlin dabei sein…

  13. 10.04.2008 | 16:19

    Berlin ist weit. Zu weit. :-/

  14. R.A.
    10.04.2008 | 16:25

    @Boche:
    Nach kurzem Nachdenken stelle ich fest, daß wir uns wohl eigentlich völlig einig sind.

    Leider auch was die Frage einer Teilnahme am Seminar betrifft :-(

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