14. April 2008
Was ist schuld am Hunger?
Über Jahrzehnte hatte sich die Ernährungssituation auf der Welt verbessert, ging der Hunger zurück. Und wo noch gehungert wurde, hatte dies meist lokale Gründe - Mißwirtschaft wie in Nordkorea, Bürgerkriege oder Kriege.
Und plötzlich überschlagen sich die Schlagzeilen, rückt das Thema “Hunger” wieder nach vorne.
Exemplarisch listet der Spiegel die angeblichen Gründe auf - überzeugen kann das nicht.
Die Weltbevölkerung nimmt unaufhörlich zu, die Anbauflächen nehmen ab.
Eigentlich ist doch das Bevölkerungswachstum in den meisten Staaten ziemlich zurückgegangen, die Weltbevölkerung wächst nur noch wenig und nähert sich der Stabilisierung.
Über die Veränderungen bei Anbauflächen weiß ich nichts, eine Abnahme klingt nicht sehr plausibel.
Die Klimakatastrophe bewirkt teils irreversible Verluste an Agrarland durch Dürren, Fluten, Stürme, Erosion.
Das ist natürlich völliger Bockmist, weil die “Klimakatastrophe” - wenn man überhaupt daran glauben will - eine Prognose für die fernere Zukunft ist.
Bisher hat es beim Klima keine Veränderungen gegeben, die irgendwie in der geschilderte Weise Folgen haben könnten.
Wegen veränderter Essgewohnheiten werden immer mehr Äcker und Urwälder zu Viehweiden. Deren Ertrag, in Kalorien gerechnet, ist wesentlich geringer.
Das ist wohl richtig.
Sollte aber durch bessere Anbaumethoden zu kompensieren sein.
Die Weltbank verlangt von Entwicklungsländern Marktreformen, etwa Schutzzölle abzuschaffen, was der lokalen Landwirtschaft oft massiv schadet.
Da geht dem Spiegel wieder mal der antikapitalistische Reflex durch.
Die “Schutzzölle” sorgen erst einmal dafür, daß die importierten Lebensmittel teurer werden, daß also genau der Effekt eintritt, der jetzt beklagt wird.
Für die Landwirtschaft ist es natürlich gut, wenn die Preise steigen, dann lohnt sich auch eine Vergrößerung der Produktion.
Spekulanten treiben die Rohstoffpreise hoch
Und wieder der Primitivreflex. “Spekulanten” verdienen daran, Trends als erste zu erkennen - sie machen diese aber nicht.
und der hohe Ölpreis wiederum führt dazu, dass “Energiepflanzen” statt Korn oder Futtermais angebaut werden.
Völliger Unfug.
Nicht der Ölpreis führt zum Biosprit-Wahnsinn, sondern die “grüne” Politik diverser Industriestaaten.
Millionen Bürgerkriegsopfer brauchen Nahrungshilfe, fallen selbst als Produzenten aus.
Richtig, aber nicht neu und daher keine Erklärung für die Veränderungen.
Letztlich sind es wohl nicht mangelnde Produktionskapazitäten, die eine ausreichende Versorgung der ganzen Weltbevölkerung verhindern.
Sondern mangelnde Marktwirtschaft.
Verfasst von R.A. um 13:11 Uhr in der Kategorie Politik (Trackback)